Seitenbeginn . Zur Hauptnavigation . Zum Seiteninhalt

Niedrigwasser in Thüringen

Die Folgen des Klimawandels mit den immer häufigeren Trockenphasen haben den gesamten Wasserhaushalt in Stress versetzt. Die Folge sind niedrige Pegel in den Fließgewässern und extrem niedrige Grundwasserstände. Die Wasserwirtschaft muss Fragen von Wassermanagement und Wasserverfügbarkeit in den kommenden Jahren vollkommen neu beantworten.

Trockenes Flussbett

Niedrigwasserportal

Seit dem Weltwassertag 2021 informiert das Niedrigwasserportal über aktuelle Informationen zum Gewässerstand, zum Niederschlag des zurückliegenden Monats, zur aktuellen Bodenfeuchte, zur Verfügbarkeit des Grundwassers und zum Wasserstand der Talsperren. Das Online-Angebot ist eine wichtige Voraussetzung für ein vernetztes Niedrigwasser-Management. Es soll dabei helfen, verfügbares Wasser effizienter zu nutzen und zu schützen.

Niedrigwasserstrategie für Thüringen

Im Mai 2022 hat das Umweltministerium eine umfassende Niedrigwasserstrategie für Thüringen vorgelegt. Damit bereitet sich die Landesregierung zusammen mit den Partnern in Verbänden und Kommunen auf mehr Extremwetter in den Regionen vor. Thüringen ist neben Brandenburg erst das zweite Bundesland mit einer landesweiten Strategie. Dabei geht es um bessere Prognosegrundlagen und passende Problemlösungen:

·         Das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) bereitet Wasserbilanzen für alle Regionen vor. Das verschafft den Behörden und Wassernutzern einen besseren Überblick, wo wieviel Wasser verfügbar ist. Zukünftige Veränderungen dieser Bilanzen werden mit den im TLUBN bereits vorhandenen Klimamodelldaten thüringenweit ermittelt. Auf diese Weise können zielgenauer und im Voraus regionale Wassermangelgebiete erkannt werden.

·         Mit den Wasserversorgern und der Fernwasserversorgung sollen Klimastresstests durchgeführt werden. So wird ein besonders trockener Sommer für mehrere Jahre in Folge angenommen. Die bestehenden Versorgungssysteme können daraufhin geprüft werden, ob sie erweitert und anders vernetzt sein müssten.  

·         Wir bauen das bereits existierende Niedrigwasserportal für kommunale Akteure in den Verwaltungen auf, mit dem Ziel gemeinsamer Warn- und Alarmstufen und schneller Kommunikations- und Meldewege. Für Dürrephasen werden gewässerbezogene Aktionspläne aufgestellt. Thüringerinnen und Thüringer können zudem die App „Meine Pegel" für schnelle Informationen nutzen.

·         Die Talsperrensteuerung wird dynamischer, wenn sie auf mittelfristige Witterungsvorhersagen reagiert. So können der Wasserrückhalt in den Talsperren verbessert und Wasserreserven in Thüringen erhöht werden. Wir prüfen zudem, wie wir zuletzt ungenutzte Talsperren, z.B. Kleinspeicher, die regional in der Fläche verteilt sind, neu nutzen.

·         Naturnahe Fließgewässer sind robuster gegenüber Klimaänderungen. Deshalb sind auch ein gute Wasserqualität und Gewässerstruktur Teil der Klimaanpassungen.

Ebenfalls Teil der Niedrigwasserstrategie sind langfristige Querschnittsthemen, die bereits von der Landesregierung bearbeitet werden und noch stärker Berücksichtigung finden werden, u.a.:

·         Durch eine klimaangepasste Landwirtschaft (z.B. Anbaufrüchte mit geringem Wasserbedarf oder neue Pflüge-Techniken) und durch ökologischen Waldumbau wird die Grundwasserneubildung gestärkt.

·         Durch Regenwassermanagement, Entsiegelung und Speicherung wird der Wasserrückhalt in urbanen Räumen im Sinne einer Schwammstadt verbessert.

vergrößerte Ansicht
Unter tlubn.thueringen.de/nw bietet das neue Portal einen aktuellen Überblick zur Niedrigwasser-Lage. (Quelle: TLUBN)

Niedrigwasser und Trockenheit an Thüringer Flüssen

... am Beispiel der Apfelstädt

Mehr

Das Thüringer Umweltministerium in den sozialen Netzwerken: