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Fragen & Antworten zur Energieunabhängigkeit in Thüringen

  • Thüringen liegt im Durchschnitt der deutschen Importe. Prinzipiell lässt sich sagen, innerhalb der Europäischen Union ist Deutschland mit 55,6 Milliarden Kubikmetern der größte Importeur von Erdgas aus Russland. Ca. 55 % der deutschen Erdgasimporte stammen aus Russland, die anderen Herkunftsländer des deutschen Imports sind Norwegen (27 %) und die Niederlande (21 %).  Zum Ende des 1. Quartals ist der Anteil der russischen Gaslieferungen auf 40 % gesunken. Das war durch Umstellungen im Gasbezug möglich. Im Gegenzug wurden der Erdgasbezug aus Norwegen und den Niederlanden erhöht sowie die LNG-Importe signifikant gesteigert. Thüringen hat insgesamt drei eigene Gasförderanlagen. Die Lagerstätten, aus denen in Thüringen derzeit Erdgas gefördert wird, das Jahr des jeweiligen Förderbeginns sowie das Gesamtfördervolumen sind der folgenden Tabelle zu entnehmen:

    LagerstätteFörderbeginnKumulatives Gesamtfördervolumen im Normzustand Stand 31. Juli 2019)
    Fahner Höhe1983ca. 0,10 Mrd. m³

    Langensalza-Nord

    1946

    ca. 0,29 Mrd. m³

    Mühlhausen

    1944

    ca. 2,07 Mrd. m³

  • Die aktuellsten Zahlen liegen hier vom Jahr 2019 vor. Der Gasbezug nach Thüringen betrug 2019 21,2 TWh. Ein Großteil des Gases wird in Thüringen für Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und Haushalte (ca. 9,2 TWh) bereitgestellt, ca 5,0 TWh finden in  Kraftwerken Einsatz. In der Thüringer Industrie wurden 5,6 TWh verbraucht. Der Verkehrsbereich spielt mit 0,018 TWh nur eine untergeordnete Rolle (siehe https://statistik.thueringen.de/datenbank/Dateienlink/EnergieflussbildThueringen2019.pdf).

  • Wir handeln in Thüringen beim Ausbau der Erneuerbaren Energien möglichst aus eigener Kraft, aber auch im Bundesverbund nach den neuen Rahmenbedingungen der neuen Bundesregierung. Nötig sind Schritte von vielen Akteuren gleichzeitig – Bund, Ländern, Kommunen, Unternehmen und privaten Haushalten. Bisher streben wir durch das Klimagesetz bis spätestens 2040 eine Eigenversorgung aus erneuerbarer Energie an.

    Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck will mit gesetzlichen Vorgaben den Windkraftausbau beschleunigen. Die Ampelregierung will für die Windkraft an Land gesetzlich verpflichtende Flächenziele vorgeben. Thüringen soll danach 2,2 Prozent der Landesfläche als für Windkraft geeignet ausweisen. Grundsätzlich könnten hier geschädigte Waldflächen sinnvoll genutzt werden.

    Auch  eine Beschleunigung des Photovoltaik-Ausbaus ist vorgesehen. Dazu wird die Länderöffnungsklausel für PV-Solarparks auf benachteiligten Flächen genutzt und mit Landwirten das Gespräch gesucht, um zu klären, wie viel Hektar solcher Flächen wir für Solarparks bereitstellen können. Das heißt also, dass bestimmte Agrarflächen für die Stromerzeugung geöffnet werden sollen. Die Flächen, die wenig oder kaum landwirtschaftlichen Ertrag haben, wären hier besonders geeignet.

    In den vergangenen Jahren wurden jedes Jahr 2 Mrd. € an Wertschöpfung durch Energieimporte aus Thüringen abgeschöpft. Bleiben die Energiepreise auf dem aktuell hohem Niveau, ist hier zukünftig von einem deutlich höheren Betrag auszugehen. Jedes Jahr früher hilft, diesen Betrag im Land für die eigene regionale Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze zu binden. Mehr Infos zum Klimagesetz finden Sie hier: https://umwelt.thueringen.de/themen/klima/klimagesetz

  • Der Ökostromanteil für hier produzierten Strom lag in 2020 bei 61,6 % (6.700 GWh von insgesamt 10.900 GWh in 2020).  Dabei setzt sich der Ökostrom-Mix in 2020 wie folgt zusammen:

    1. Wind                –          47,5 %
    2. Biomasse         –          26,2 %
    3. Photovoltaik    –          23,0 %
    4. Laufwasser      –          2,7 %.

    Während Solaranlagen auf privaten Hausdächern einen neuen Rekord verzeichnen, konnte die Windenergie im vergangenen Jahr als wichtige Stütze der Energiewende kaum wachsen. Unterstützt vom Förderprogramm „Solar Invest“ (das in diesem Jahr ab 1. April neu aufgelegt wurde). Solar liegt mit einer installierten Leistung von ca. 1.970 Megawatt auf Platz 2 bei der klimafreundlichen Stromerzeugung. Weiterhin Platz 1 bei den erneuerbaren Energien hält die Windenergie, trotz geringen Ausbaus 2021. Wichtig werden hier: schnelle Genehmigungsverfahren, einfache Planung für Kommunen auf eigenen Flächen und ein Landesentwicklungsplan 2025, der die Flächenziele berücksichtigt, sowie Klimaschutz und Windenergie angemessen berücksichtigt. 841 Windenergieanlagen drehen sich aktuell in Thüringen. Ihre installierte Leistung summiert sich auf 1.678,4 Megawatt. Die Zahl der Anlagen blieb mit 841 nahezu konstant (ggü. 837 zum 01.01.2021). Der Leistungszuwachs von 38,4 MW resultiert aus dem sogenannten Repowering, d.h. dem Ersetzen alter, verschlissener Anlagen durch leistungsstärkere Neue. Elf neu errichtete Anlagen (+ 49,4 MW) steht der Rückbau von sieben Anlagen (- 11 MW) gegenüber. Die Bioenergie spielt weiter eine wichtige Rolle im Flächenland Thüringen. Rund 13 % des in Thüringen verbrauchten Stroms und etwa 31 % der benötigten Wärme werden derzeit aus Bioenergie gewonnen. Insbesondere die landwirtschaftliche Biogaserzeugung hat sich mit einer installierten Gesamtleistung von 137 Megawatt zum wichtigen wirtschaftlichen Standbein der Agrarbetriebe und zu einer nennenswerten erneuerbaren Wärmequelle entwickelt.

  • Knapp ein Drittel des gesamten Strombedarfs (31,2 %) wird durch Importe gedeckt. Hier ist Thüringen auch im bundesweiten Vergleich schon gut aufgestellt. Insbesondere durch die Bereiche Wärme und Industrie werden aber noch ca. drei Viertel des Primärenergieverbrauchs (75,6 %) durch Importe gedeckt.

  • Der Energieatlas der Thüringer Energieagentur (ThEGA) bündelt die wichtigsten energierelevanten Daten des Freistaats in einer übersichtlichen Kartendarstellung. Er liefert Zahlen zum Stand der Thüringer Energiewende, zeigt das Ausbaupotenzial erneuerbarer Energien und präsentiert gelungene Beispiele aus der Praxis. Sie finden den Energieatlas hier: https://karte.energieatlas-thueringen.de/

    Gemeinden und Städte übernehmen eine Schlüsselrolle beim Erreichen der Klimaschutzziele. Im Rahmen des kommunalen Klimaschutzes werden aktuell unterstützende Maßnahmen des Landes in einem Klimapakt erarbeitet.

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