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Monitoring

Verpflichtung zum Monitoring

Monitoring von Wolf, Biber und Luchs bedeutet eine reguläre und strukturierte Überwachung dieser Tierarten. Es ist nicht eine reine Datenaufnahme oder Bestandserfassung, sondern dient der Kontrolle und Sicherstellung von Managementzielen.

Grundsätzlich wird zwischen einem passiven und aktiven Monitoring unterschieden. Während beim passiven Monitoring zufällig anfallende Informationen wie, z. B. direkte Sichtbeobachtungen, Tod-Funde oder Nutztier-Schäden gesammelt und ausgewertet werden, wird beim aktiven Monitoring gezielt und systematisch nach Hinweisen gesucht. Letzteres schließt Feldarbeit und spezielle Untersuchungen ein. Hierzu werden bestimmte Methoden wie z.B. der Einsatz von Fotofallen angewendet, um Informationen über die Verbreitung und den Zustand der Population dieser Tiere zu erhalten. Das systematische Monitoring ermöglicht sowohl Aussagen zur Populationsentwicklung, als auch zum Erfolg oder der Notwendigkeit von Managementmaßnahmen.

Bei den Meldungen zu Wolf und Luchs handelt es sich meist um indirekte Hinweise, z.B. in Form von Kot, Haaren, Fotofallenaufnahmen, Spuren, Sichtbeobachtungen und Rissen. Diese deuten auf die Anwesenheit der Tierarten hin und sind deshalb für das Monitoring von Bedeutung.

Einmal im Jahr treffen sich die Monitoring-Beauftragten der Bundesländer und tragen die jährlich erhobenen Daten zu Wolf und Luchs über Populationsgröße und Vorkommens-Gebiete zusammen. Darauf basierend werden die Mindestgrößen und Trends der Populationen, deren Verbreitung und Gefährdung ermittelt und deutschlandweite Karten erstellt, um ein Bild von der Gesamtsituation der Tierarten zu bekommen.

Die rechtliche Verpflichtung zum Monitoring von Wolf, Luchs und Biber ergibt sich aus Artikel 11 der Fauna-Flora -Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie), der die Überwachung des Erhaltungszustandes der Tierarten vorschreibt.

Ergebnisse des Monitorings

Die Daten, die im Rahmen des Monitorings eingehen, werden von den MitarbeiterInnen des Kompetenzzentrums bewertet, gesammelt sowie regelmäßig dargestellt und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Ziel ist es, über die natürliche Rückkehr der Tierarten transparent zu informieren, um damit Akzeptanz für ein Miteinander zu schaffen. Alle Monitoringdaten zu Wolf und Luchs werden nach Abschluss eines jeden Monitoringjahres (01. Mai - 31. April des Folgejahres) unter den Vertretern der zuständigen Institutionen aller Bundesländer im Rahmen eines gemeinsamen Treffens vorgestellt und evaluiert. Das Ergebnis dieser jährlichen Treffen sind national abgestimmte Vorkommenskarten der beiden Tierarten sowie eine Einschätzung der Mindestpopulationsgröße, jeweils rückwirkend für das vorausgegangene, abgeschlossene Monitoringjahr.

Dieses Ergebnis stellt die Grundlage für den nationalen Bericht des Bundesamtes für Naturschutz an die Europäische Kommission dar, welcher alle sechs Jahre zu erfolgen hat. Die rechtliche Verpflichtung hierfür ergibt sich aus Artikel 17 der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie), der einen Bericht über den Erhaltungszustand der geschützten Tierarten vorsieht.

Verbreitungskarte für den Wolf in Deutschland 2021 (Stand: 12.11.2021; Quelle: Bundesamt für Naturschutz) vergrößerte Ansicht
Verbreitungskarte für den Wolf in Deutschland (Quelle: Bundesamt für Naturschutz)

Bürger-Wissenschaft: Ihre Mithilfe ist gefragt
Um ein reales Bild von der Situation von Wolf und Luchs in Thüringen und damit auch von der Gesamtsituation in Deutschland zu erhalten, sind Nach- und Hinweise aus der Bevölkerung wichtig. Bitte melden Sie daher Hinweise wie z.B. Sichtbeobachtungen, Totfunde, vermeintliche Risse, Kotfunde etc.
per E-Mail: kompetenzwbl@tmuen.thueringen.de
per Telefon: 0361 57 3941-941

Monitoring in Deutschland

Für das abgeschlossene Monitoringjahr 2020 / 2021 sind für Deutschland 157 Wolfsrudel bestätigt. Das geht aus den Erhebungen der Bundesländer hervor, die das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) in Abstimmung mit den Ländern zu den amtlich bestätigten deutschen Wolfszahlen zusammengeführt veröffentlicht haben. Neben den 157 Wolfsrudeln sind 27 Wolfspaare sowie 19 sesshafte Einzelwölfe für das Monitoringjahr 2020 / 2021 bestätigt (Stand: 02.12.2021).

Im vorausgegangenen Monitoringjahr 2019 / 2020 waren 131 Rudel, 45 Paare und neun Einzeltiere bestätigt worden, im Monitoringjahr 2018 / 2019 waren es 105 Rudel, 41 Paare und zwölf Einzelwölfe.

Das Wolfsvorkommen konzentriert sich dabei wie in den Vorjahren auf das Gebiet von Sachsen in nordwestlicher Richtung über Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern nach Niedersachsen.

Pressemitteilung des Bundesamtes für Naturschutz zu den aktuellen Wolfszahlen für Deutschland (Monitoringjahr 2020 / 2021)

Monitoring in Thüringen

Das Kompetenzzentrum Wolf, Biber, Luchs wird beim Monitoring der Tierarten Wolf und Luchs durch verschiedene Partner unterstützt:

Der Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) setzt gemeinsam mit der Universität Göttingen in einzelnen Untersuchungsgebieten ein systematisches Fotofallenmonitoring um, um Erkenntnisse über die Ausbreitung der jeweiligen Zielarten zu erhalten. Im Thüringer Wald wird der BUND dabei durch den WWF unterstützt.

Die Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) führt, beauftragt durch das TMUEN, ein aktives Monitoring im Bereich des Standortübungsplatzes Ohrdruf sowie in weiteren Gebieten durch.

Zudem ist Thüringen Forst in das aktive Wolfs- und Luchsmonitoring im Freistaat eingebunden. Der Stiftsforst Ilfeld unterstützt das TMUEN beim Monitoring der Tierarten durch die Weitergabe eigener Fotofallenaufnahmen auf  Klosterforstflächen.

Meldungen aus dem passiven Monitoring durch den Thüringer Landesverband des Naturschutzbund Deutschland, den Landesjagdverband Thüringen sowie aus der Bevölkerung unterstützen die Bemühungen des TMUEN, ein möglichst vollständiges Bild zur Bestandsentwicklung der beiden Arten zu erhalten.

Die Daten, die im Rahmen des Monitorings eingehen, werden von den MitarbeiterInnen des Kompetenzzentrums bewertet, gesammelt sowie regelmäßig dargestellt und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Ziel ist es, über die natürliche Rückkehr der Tierarten transparent zu informieren, um damit Akzeptanz für ein Miteinander zu schaffen. Die Ergebnisse aus dem Wolf- und Luchsmonitoring in Thüringen werden halbjährlich in Monitoringberichten zusammengefasst:

Alle Monitoringdaten zu Wolf und Luchs werden nach Abschluss eines jeden Monitoringjahres (01. Mai - 31. April des Folgejahres) unter den Vertretern der zuständigen Institutionen aller Bundesländer im Rahmen eines gemeinsamen Treffens vorgestellt und evaluiert. Das Ergebnis dieser jährlichen Treffen sind national abgestimmte Vorkommenskarten der beiden Tierarten sowie eine Einschätzung der Mindestpopulationsgröße, jeweils rückwirkend für das vorausgegangene, abgeschlossene Monitoringjahr. Dieses Ergebnis stellt die Grundlage für den nationalen Bericht des Bundesamtes für Naturschutz an die Europäische Kommission dar, welcher alle sechs Jahre zu erfolgen hat. Die rechtliche Verpflichtung hierfür ergibt sich aus Artikel 17 der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie), der einen Bericht über den Erhaltungszustand der geschützten Tierarten vorsieht.

Bewertungskriterien für Hinweise von Wolf und Luchs (SCALP-Kriterien)

An das Monitoring sind bundesweit einheitliche Anforderungen geknüpft, so dass eine Vergleichbarkeit zwischen den Bundesländern möglich wird. Das Bundesamt für Naturschutz hat 2015 Standards, die sogenannten SCALP-Kriterien (Status and Conservation of the Alpine Lynx Population) für das Monitoring definiert und festgelegt. Die ursprünglich für den Luchs formulierten Kriterien wurden um Wolf und Bär erweitert. Das C steht für Category (Kategorie) und die Zahlen 1 bis 3 für die Überprüfbarkeit.

  • C1: eindeutiger Nachweis = harte Fakten, die die Anwesenheit der entsprechenden Tierart eindeutig bestätigen (Lebendfang, Totfund, genetischer Nachweis, Foto, Telemetrieortung).

     

  • C2: bestätigter Hinweis = von erfahrener Person überprüfter Hinweis (z.B. Spur oder Riss), bei dem ein Wolf, Luchs oder Bär als Verursacher bestätigt werden konnte. Die erfahrene Person kann den Hinweis selber im Feld oder anhand einer aussagekräftigen Dokumentation von einer dritten Person überprüfen und bestätigen.

     

  • C3: unbestätigter Hinweis = Alle Hinweise, bei denen die Tierart als Verursacher auf Grund der mangelnden Indizienlage von einer erfahrenen Person weder bestätigt noch ausgeschlossen werden konnte. Dazu zählen alle Sichtbeobachtungen ohne Fotobeleg, auch von erfahrenen Personen; ferner alle Hinweise, die zu alt, unzureichend oder unvollständig dokumentiert sind, zu wenige Informationen für ein klares Bild enthalten (z.B. bei Spuren) oder aus anderen Gründen für eine Bestätigung nicht ausreichen. Die Kategorie C3 kann in Unterkategorien, wie „wahrscheinlich“ und „unwahrscheinlich“ unterteilt werden.

  • Falsch: Falschmeldung = Hinweis, bei der die Tierart als Verursacher ausgeschlossen werden kann.

  • k.B.: keine Bewertung möglich = Hinweise, zu denen auf Grund fehlender Mindestinformationen keine Einschätzung möglich ist. Zum Beispiel Sichtmeldungen von Rissen oder Spuren.

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