Invasive Arten in Thüringen

Ameriaknischer Ochsenfrosch
Amerikanischer Ochsenfrosch

In Deutschland wurden bisher ca. 1000 Tier- und Pflanzenarten als gebietsfremd eingestuft. Invasiv sind davon die wenigsten. Größter Auslesefaktor sind in Mitteleuropa die langen, kalten Winter. 19 Arten der offiziellen EU-Liste sind in Thüringen nachgewiesen. Im Folgenden werden länderübergreifend abgestimmte Managementmaßnahmen zum Umgang mit invasiven Arten vorgestellt. Die Maßnahmenblätter enthalten spezifische Informationen zur Biologie, zu Einführungs-, Ausbringungs- und Ausbreitungspfaden sowie negative Auswirkungen auf Ökosysteme. Dazu kommen Managementziele und nicht priorisierte Managementmaßnahmen. Angaben zur derzeitigen Verbreitung der Arten in Thüringen sind im Anhang zu den Maßnahmenblättern enthalten.

Aufgrund der durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) erarbeiteten Methodik zur Differenzierung der Arten der Unionsliste nach Art. 16 (sofortige Beseitigung) bzw. Art. 19 (Management) werden 26 der 66 Tier - und Pflanzenarten der Unionsliste in Deutschland als weit verbreitet angesehen und bedürfen eines Managements. Eine Beseitigung dieser bereits weit verbreiteten Arten aus dem Ökosystem wird häufig nicht mehr möglich sein.

Es handelt es sich um folgende Arten:

  • Chinesische Wollhandkrabbe (Eriocheir sinensis),
  • Großer Wassernabel (Hydrocotyle ranunculoides),
  • Wechselblatt-Wasserpest (Lagarosiphon major),
  • Nordamerikanischer Ochsenfrosch (Lithobates catesbeianus),
  • Großblütiges Heusenkraut (Ludwigia grandiflora),
  • Gelbe Scheincalla (Lysichiton americanus),
  • Nutria (Myocastor coypus),
  • Brasilianisches Tausendblatt (Myriophyllum aquaticum),
  • Kamberkrebs (Orconectes limosus),
  • Signalkrebs (Pacifastacus leniu sculus),
  • Roter Amerikanischer Sumpfkrebs (Procambarus clarkii),
  • Marmorkrebs (Procambarus fallax f. virginalis),
  • Waschbär (Procyon lotor),
  • Blaubandbärbling (Pseudorasbora parva),
  • Sibirisches Streifenhörnchen (Tamias sibiricus),
  • Buchstaben - Schmuckschildkröte (Trachemys scripta),
  • Riesenbärenklau (Heracleum mategazzianum),
  • Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera),
  • Gewöhnliche Seidenpflanze (Asclepias syriaca),
  • Schmalblättrige Wasserpest (Elodea nuttallii),
  • Verschiedenblättriges Tausendblatt (Myriophyllum heterophyllum),
  • Nilgans (Alopochen aegyptiacus),
  • Marderhund (Nyctereutes procyonoides),
  • Bisam (Ondatra zibethicus),
  • Sonnenbarsch (Lepomis gibbosus),
  • Götterbaum (Ailanthus altissima).

Gemäß Art. 26 der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 erhielt die Öffentlichkeit frühzeitig und in effektiver Weise die Möglichkeit, sich an der Vorbereitung, Änderung oder Überarbeitung von Managementmaßnahmen zu beteiligen.

EU-Verordnungen

Managementblätter: Schutz der heimischen Natur vor gebietsfremden Arten

Mit den Managementblättern bekommen interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Naturschutz-, Jagd und Fischereibehörden konkrete Maßnahmenvorschläge zur Eindämmung dieser Arten. Dabei sollte gerade bei den weit verbreiteten Arten sinnvoll abgewogen werden, wo Maßnahmen langfristig auch effektiv sind, so dass es nicht zu einer Neubesiedelung kommt.

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