Chemikaliensicherheit

Chemikaliensicherheit heißt, den Menschen und die Umwelt vor schädlichen Einwirkungen von Chemikalien zu schützen, sie insbesondere erkennbar zu machen, abzuwenden und ihrem Entstehen vorzubeugen.

An die Sicherheit im Umgang mit Chemikalien werden hohe Anforderungen gestellt. Für die Herstellung und den Import von Chemikalien gelten deshalb Registrierungs- und zum Teil Zulassungspflichten. Darüber hinaus bestehen Kennzeichnungsgebote sowie Verbote und Beschränkungen für das Inverkehrbringen von Chemikalien, deren Einhaltung zu überwachen ist. Mit der Verordnung zur Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien (REACH) wurde ein wirksames Instrumentarium geschaffen.

Chemikalien-Klimaschutzverordnung

Sachkunde sowie Zertifizierung von Betrieben und Personal

gem. Chemikalien-Klimaschutzverordnung (ChemKlimaschutzV)

Die ChemKlimaschutzV ist seit dem 1. August 2008 in Kraft. Sie dient der Ergänzung und der notwendigen Konkretisierung der Verordnung (EG) Nr. 842/2006  über bestimmte fluorierte Treibhausgase (F-Gase-Verordnung) sowie der Umsetzung der Regelungsaufträge. Festgelegt wurden insbesondere Dichtheitsanforderungen (Grenzwerte) für ortsfeste Anlagen, Prüfpflichten für mobile Einrichtungen, Rücknahme- und Rückgewinnungsvorschriften, Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten und Kennzeichnungsregeln.

Darüber hinaus regelt die ChemKlimaschutzV die Anforderungen an die Sachkunde für Personal (§ 5 ChemKlimaschutzV) sowie die Zertifizierung von Betrieben (§ 6 ChemKlima-schutzV) beim Umgang mit fluorierten Treibhausgasen. Die Mindestanforderungen für die Zertifizierung von Unternehmen und Personal bezogen auf die Tätigkeiten sind in den EG-Verordnungen 303/2008 bis 307/2008 geregelt

Betriebe, die Kälte- und Klimaanlagen und Wärmepumpen, einschließlich deren Kreisläufe, sowie Brandschutzsysteme, die bestimmte fluorierte Treibhausgase enthalten, installieren, warten oder instand halten, müssen zertifiziert sein. Die Zertifizierung wird auf Antrag des Unternehmens durch die zuständige Landesbehörde erteilt. In Thüringen ist es das

Thüringer Landesverwaltungsamt
Weimarplatz 4
99423 Weimar.

Nähere Informationen sind über das Serviceportal Thüringen abrufbar.

REACH – das europäische Chemikalienrecht

  • Durch die REACH-Verordnung wurde das europäische Chemikalienrecht grundlegend neu geordnet. Innerhalb der Europäischen Union sind rund 100.000 Chemikalien in Listen erfasst. Bei rund 95.000 dieser Stoffe ist bis jetzt weitgehend unbekannt, wie sie auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt wirken.

    Mit REACH soll die Wissenslücke bei einem Großteil der allgegenwärtigen Chemikalien Schritt für Schritt geschlossen werden. Es ist nun mehr als bisher Aufgabe der Unternehmen, die Risiken ihrer Stoffe zu bewerten und Maßnahmen zur Risikominderung zu erkennen und zu empfehlen.

    Die Kernpunkte von REACH sind:

    • einheitliches System für Alt- und Neustoffe,
    • stärkere Industrieverantwortung, Konzentration der Behörden auf hochtonnagige Stoffe und Besorgnisstoffe,
    • Möglichkeit eines Zulassungsverfahrens bei bestimmten besonders gefährlichen Stoffen,
    • Einbeziehung nachgeschalteter Anwender bei Verwendungen, die dem Hersteller nicht bekannt sind oder die er ablehnt.

    Die REACH-Verordnung wendet sich daher an alle Hersteller mit Sitz in der EU, an Importeure, die Chemikalien in die EU einführen sowie an alle Unternehmen, die Chemikalien anwenden oder mit ihnen handeln. Durch REACH soll der gesamte Lebensweg eines chemischen Stoffes erfasst und sicher gestaltet werden.

    Für Hersteller oder Importeure von Stoffen und Gemischen ist die neue EU-Chemikalienverordnung REACH von Bedeutung, wenn diese Stoffe in Mengen ab einer Tonne pro Jahr bzw. Gemische oder zum Teil auch Erzeugnisse, die Stoffe in Mengen ab einer Tonne pro Jahr enthalten, herstellen oder aus Nicht-EU-Ländern importieren.
    Hersteller und Importeure sind verpflichtet, diese Stoffe bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) in Helsinki registrieren zu lassen.
    Das Umweltbundesamt (UBA) bietet unter www.reach-info.de aktuelle Informationen zu REACH an.

    Darüber hinaus hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit die nationale Auskunftsstelle REACH-Helpdesk eingerichtet - www.reach-helpdesk.de.

    REACH-Helpdesk informiert und berät bei Fragen der Registrierung chemischer Stoffe. Darüber hinaus findet man Angaben zu den REACH-Leitlinien, welche ergänzende Informationen zur Verordnung liefern, sowie Hinweise zur Vorregistrierung von Stoffen und der dafür benötigten Software (IUCLID 5 oder Online-Formular).

    Weitere Informationen unter www.reach-net.com und www.echa.europa.eu.

    REACH: Fragen und Antworten zu Vorregistrierung und Registrierung (119.3 kB)
    PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

     

  • Hinweis: Das REACH Forum bei der Europäischen Chemikalienagentur hat ein Informationsblatt über Sicherheitsdatenblätter und Expositionsszenarien verfasst.
    Die Deutsche Version ist unter folgender Adresse zu finden:

    https://echa.europa.eu/de/support

  • Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat im Juni 2010 acht weitere besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) für die Kandidatenliste veröffentlicht. Die Kandidatenliste wird ständig erweitert und fortgeschrieben.

    Unternehmen mit SVHC können gesetzliche Verpflichtungen haben. Diese Verpflichtungen beziehen sich nicht nur auf die aufgenommenen Stoffe als solche oder in Gemischen, sondern auch, wenn sie in Erzeugnissen vorhanden sind.

    Die Aufnahme eines Stoffes auf die Kandidatenliste ist mit Informationspflichten der Produzenten, Importeure oder Lieferanten gegenüber der ECHA und den Abnehmern von Erzeugnissen verbunden.

    Die Verbraucher können beim Händler, Hersteller oder Importeur nachfragen, welche besonders besorgniserregenden Stoffe der Kandidatenliste in einem Erzeugnis enthalten sind. Die Auskunftspflicht gilt, sobald die Konzentration des jeweiligen Stoffes im Erzeugnis 0,1 Massenprozent überschreitet. Sie gilt z.B. für Haushaltswaren, Textilien, Schuhe, Sportartikel, Möbel, Heimwerkerbedarf, Elektro-/Elektronikgeräte, Spielzeug, Fahrzeuge oder Verpackungen. Sie gilt nicht in Bereichen, die speziellen Regelungen unterliegen. Dazu gehören z.B. Lacke oder Farben, Arzneimittel, Lebensmittel, Kosmetika, Wasch- und Reinigungsmittel, Futtermittel, Pflanzenschutzmittel und Biozide.

    Zur Unterstützung der Verbraucher hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gemeinsam mit dem Umweltbundesamt die Möglichkeit einer Online-Abfrage eingerichtet. Mit dem Online-Formular wird automatisch eine Anfrage an den Hersteller oder Importeur erstellt. Die Verbraucher müssen lediglich die Nummer unter dem Strichcode des Produktes eintragen und ihre Kontaktdaten angeben, damit sie eine Antwort erhalten.

     

    Werden Kandidatenstoffe in Anhang XIV der REACH-Verordnung aufgenommen, dürften diese nur noch nach Erteilung einer Zulassung eingesetzt werden. Die aktuelle Kandidatenliste und weitere Informationen unter www.reach-clp-helpdesk.de

  • Gefährliche Stoffe werden von EU schrittweise verboten - Änderung von Anhang XIV der REACH-Verordnung

    Mit Verordnung (EU) Nr.143/2011 zur Änderung von Anhang XIV der REACH-Verordnung vom 17.02.2011  wurden die ersten Stoffe von der sogenannten Kandidatenliste in die Liste zulassungspflichtiger Stoffe verschoben und in Anhang XIV der REACH-Verordnung aufgenommen.

    Die Liste zulassungspflichtiger Stoffe in Anhang XIV der REACH-Verordnung wurde duch Verordnung (EU) Nr. 125/2012 vom 14.02.2012 auf inzwischen 14 Stoffe erweitert.

    Weitere Informationen http://europa.eu

    REACH, das Chemikalienrecht der Europäischen Union, steht für Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien. Es trat am 1. Juni 2007 in Kraft, die Registrierungsvorschriften gelten seit dem 1. Juni 2008.

    Durch eine Vorregistrierung von Phase-in-Stoffen haben Unternehmen Anspruch auf verlängerte Registrierungsfristen (2010, 2013 und 2018).

    Hinweis:  Am 30. November 2010 endete nun die durch eine Vorregistrierung verlängerte REACH-Frist zur Registrierung für folgende Stoffe:

    • CMR-Stoffe ≥ 1 t/a
    • umweltgefährdende Stoffe ≥ 100 t/a
    • Stoffe ≥ 1000 t/a

    Betroffen sind Stoffe, welche in der EU hergestellt bzw. in die EU importiert werden.
    Am 31. Mai 2013 endet die durch die Vorregistrierung verlängerte REACH-Frist zur Registrierung für Stoffe, die in Mengen von 100 Tonnen und mehr pro Jahr hergestellt oder importiert werden. Das Registrierungsdossier ist bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) in Helsinki einzureichen.

    Überarbeitung der Anhänge IV und V der REACH-Verordnung

    Die Ausnahmekataloge für die REACH-Registrierungspflicht (Anhang IV und Anhang V der REACH-Verordnung) wurden umfassend überarbeitet. Die entsprechende Änderungsverordnung (Verordnung (EG) Nr. 987/2008, trat am 12. Oktober 2008 in Kraft.

    Überarbeitung von Anhang XIV der REACH-Verordnung

    Mit der Verordnung (EU) Nr. 348/2013 der Kommission vom 17. April 2013 zur Änderung von Anhang XIV der REACH-Verordnung sind 8 weitere Stoffe zum Anhang XIV für zulassungspflichtige Stoffe (https://www.reach-clp-biozid-helpdesk.de/DE/REACH/Verfahren/Zulassungsverfahren/Anhang-XIV-Zulassungspflichtige-Stoffe/Anhang-XIV-Zulassungspflichtige-Stoffe_node.html) hinzugefügt worden:
    Trichlorethylen; Chromtrioxid; Säuren, die sich aus Chromtrioxid bilden, und deren Oligomere; Natriumdichromat; Kaliumdichromat; Ammoniumdichromat; Kaliumchromat; sowie Natriumchromat.

    Überarbeitung von Anhang XVII der REACH-Verordnung

    Mit der REACH-Verordnung (Verordnung EG Nr. 1907/2006) wurde die Richtlinie 76/769/EWG über Beschränkungen des Inverkehrbringens und die Verwendung gewisser gefährlicher Stoffe und Zubereitungen mit Wirkung zum 1. Juni 2009 aufgehoben und ersetzt. Anhang XVII der vorgenannten Verordnung trat an die Stelle von Anhang I der Richtlinie 76/769/EWG.

    Mit der Verordnung EG Nr. 552/2009 vom 22. Juni 2009 wurde Anhang XVII unter dem neuen Titel "Beschränkungen der Herstellung, des Inverkehrbringens und der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe, Gemische und Erzeugnisse" überarbeitet. 

    Weitere Änderungen von Anhang XVII erfolgten inzwischen durch:
     

    • VO (EU) Nr. 276/2010 vom 31.03.10 (Dichormethan, Lampenöle u. flüssige Grillanzünder sowie zinnorganische Verbindungen)
    • VO (EU) Nr. 207/2011 vom 02.03.11 (Diphenylether-Pentabromderivat und Perfluoroctansulfonat- PFOS)
    • VO (EU) Nr. 366/2011 vom 14.04.11 (Acrylamid)
    • VO (EU) Nr. 494/2011 vom 20.05.11 (Cadmium)
    • VO (EU) Nr. 109/2012 vom 09.02.12 (CMR-Stoffe) (s. deren Berichtigung im Amtsblatt der EU L 136/105 vom 24.05.11)
    • VO (EU) Nr. 412/2012 vom 15. Mai 2012 (Dimethylfumarat (DMF)
    • VO (EU) Nr. 835/2012 vom 18. September 2012 (Cadmium)
    • VO (EU) Nr. 836/2012 vom 18. September 2012 (Blei)
    • VO (EU) Nr. 847/2012 vom 19. September 2012 (Quecksilber)
    • VO (EU) Nr. 848/2012 vom 19. September 2012 (Phenylquecksilberverbindungen)
    • VO (EU) Nr. 126/2013 vom 13. Februar 2013

FCKW

Verordnung (EG) Nr. 1005/2009 über Stoffe, die zum Abbau der Ozonschicht führen Durchsetzung des Artikels 10 der EG-Verordnung

Die Verordnung (EG) Nr. 1005/2009 verbietet die Verwendung der in Anhang I der Verordnung aufgeführten ozonabbauenden Stoffe. Nur die Verwendung ozonabbauender Stoffe für Labor- und Analysenzwecke ist unter bestimmten Voraussetzungen von diesem Verbot ausgenommen.

Die Verordnung (EG) Nr. 291/2011 enthält dazu eine nicht erschöpfende Liste von Labor- und Analysenzwecken, die als wesentlich gelten, sowie ein zweite Liste von Verwendungen, die nicht als wesentlich angesehen werden. Unternehmen, die von dieser Ausnahme Gebrauch machen, müssen sich in der Datenbank „laboratory-ODS-database“ registrieren lassen, damit ihnen eine Identifikationsnummer (ID-Nummer) zugeteilt werden kann.

Berichtigung der Verordnung (EG) Nr. 291/2011

Jedes Unternehmen, welches von dieser Ausnahme Gebrauch machen und ozonabbauende Stoffe für Labor- und Analysenzwecke verwenden möchte oder auch schon verwendet, sollte überprüfen, ob die vorgesehene Verwendung wirklich als wesentlich angesehen werden kann. Gleichfalls ist  auf eine eindeutige Begründung der vorgesehenen Verwendung und auf eine vollständige Angabe der Adresse des Unternehmens zu achten.

Es wird auch darauf hingewiesen, dass die Verordnung (EG) Nr. 1005/2009, wie auf einigen Internetseiten behauptet, keine generelle Ausnahme für Forschungszwecke kennt.

Genauere Informationen sind im „Handbuch zum Lizenzierungssystem für ozonabbauende Stoffe“ Teil X der Europäischen Kommission nachzulesen.

Das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft hat auf seiner website www.umwelt.sachsen.de/umwelt/2706.htm  ebenfalls dahingehende Informationen veröffentlicht.

GHS (CLP)-Verordnung

Das Einstufungs- und Kennzeichnungssystem für Gefahrstoffe

Die EG-Verordnung Nr. 1272/2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen trat am 20.01.2009 in Kraft.

Mit dieser Verordnung wird das so genannte „Globally Harmonised System of Classification and Labelling of Chemicals" (GHS) der Vereinten Nationen in EU-Recht überführt. Mit GHS wird die Einstufung und Kennzeichnung von gefährlichen Stoffen langfristig in allen Ländern der Erde vereinheitlicht. Auffälligste Veränderung für die Praxis sind die neuen GHS-Gefahrenpiktogramme, die die vertrauten Gefahrensymbole ablösen.

Übergangsfristen für die Umstellung auf das GHS-System

In erster Linie richtet sich die GHS-Verordnung an die Inverkehrbringer von Chemikalien, die langfristig gefährliche Chemikalien nach dem neuen GHS-System einstufen und kennzeichnen müssen. Für die Umstellung auf das neue System sind folgende Übergangsfristen vorgesehen: Stoffe müssen bis spätestens 01.12.2010 und Gemische bis spätestens 01.06.2015 eingestuft und gekennzeichnet werden.
 

GSBL

Informationen zu gefährlichen chemischen Stoffen

GSBL - Gemeinsamer zentraler Stoffdatenpool des Bundes und der Länder

Im GSBL werden gesicherte, aktuelle und umfassende Informationen über Eigenschaften von Gefahrstoffen bereitgestellt. Diese Informationen sind insbesondere für alle Bereiche des Umweltschutzes von großer Bedeutung.

Um solch eine einheitliche Datenbasis ständig verfügbar zu machen, entwickelten Bund und Länder, auf der Grundlage einer Verwaltungsvereinbarung, gemeinsam den GSBL. Bereits im Jahr 2009 wurde die Online-Anwendung freigeschaltet, so dass der direkte Zugriff auf die GSB-Daten über das Internet erfolgen kann.

Informationen über die Zugangsmöglichkeiten:

Unter der Internetadresse www.gsbl.de ist der Zugang zu Nutzeranwendungen möglich.

  • Für die Öffentlichkeit steht die Anwendung unter „GSBL public“ zur Verfügung.
  • Behördenvertreter in Thüringen erhalten den autorisierten Zugang zum kompletten Datenbestand des GSBL über die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG).

 

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