Bodenschutz und Altlasten

Bodenschutz

Die Böden dienen als Lebensgrundlage und Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen. Sie sind aber auch Schutzschicht und natürlicher Filter für das Grund- und Trinkwasser. Ebenso sind sie Produktionsgrundlage und Nutzfläche für die Land- und Forstwirtschaft. Nicht zuletzt sind die Böden Siedlungs- und Erholungsfläche. Sie sind jedoch nicht unbegrenzt belastbar. Sie sind leicht zerstörbar und nicht vermehrbar. Böden schützen bedeutet, unsere Lebensgrundlage langfristig und nachhaltig als Teil der Umwelt zu sichern.

Die Nutzung des Bodens wird als etwas Selbstverständliches angesehen. Jedoch führt der unsachgemäße Umgang mit dem Boden, insbesondere eine hohe Flächeninanspruchnahme, zu Schadstoffeinträgen und ungewünschten Ablagerungen.

  • Das Bundes-Bodenschutzgesetzes (BGBl. I S. 502) und die Bundes-Bodenschutzverordnung (BGBL. I S. 1554) bilden den rechtlichen Rahmen für die Bearbeitung von Altlasten und altlastverdächtigen Flächen:

    Bundes-Bodenschutzgesetzes (BBodSchG) vom 17. März 1998, aktualisiert 2017

    Bundes-Bodenschutzverordnung (BBodSchV) vom 29. Juni 1999, , aktualisiert 2017

    Mit diesem Regelwerk wurde die Voraussetzung für ein bundesweit einheitliches Vorgehen zur Bewältigung der Altlastenproblematik geschaffen. In Ergänzung und Ausführung des BBodSchG sind landesrechtliche Regelungen erforderlich, die mit dem Thüringer Bodenschutzgesetz (GVBl. S. 511) umgesetzt wurden.

    Thüringer Bodenschutzgesetz (ThürBodSchG) vom 16. Dezember 2003

    Durch das Umweltrahmengesetz wird eine Möglichkeit eröffnet, die Sanierung industrieller Altstandorte in den neuen Bundesländern finanziell zu fördern und damit eine wirtschaftliche Wiederbelebung der Standorte zu erreichen.

    http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/urag/gesamt.pdf (Umweltrahmengesetz)

    Finanziert werden Maßnahmen im Rahmen erteilter Freistellungen aus dem Sondervermögen „Ökologischer Altlasten in Thüringen“. Das Sondervermögen setzt sich aus den Bundesmitteln und den gesetzlich fixierten Landeszuschüsse zusammen.

    Thüringer Gesetz über die Errichtung eines Sondervermögens  "Ökologische Altlasten in Thüringen" (ThürGSÖA) Vom 9. Juni 1999

    Alle Anordnungen der zuständigen Bodenschutzbehörden, die kostenrelevante Auswirkungen auf das Sondervermögen haben, müssen mit dem TMLFUN abgestimmt werden. Die Einzelheiten hierzu sind gesetzlich geregelt (siehe Haushaltsbegleitgesetz vom 20. Dezember 2007, Artikel 21 und 22) .

    Thüringer Haushaltsbegleitgesetz

Altlasten

Der gesellschaftliche Umbruch nach 1989 und die damit verbundene Schließung einer Vielzahl von Firmen und Deponien offenbarte unterschiedlichste Umweltschäden. Geschuldet waren sie der Industrialisierung Thüringens, dem sorglosen Umgang mit der Umwelt aber auch einer anderen Umweltgesetzgebung in der ehemaligen DDR sowie deren Einhaltung und Kontrolle. Dieses Erbe wird seither zielgerichtet und kontinuierlich bewältigt. Frühzeitig wurde mit dem Thüringer Abfallwirtschafts- und Altlastengesetz (ThAbfAG) vom 31.07.1991 – dem ersten derartigen Gesetzt im Osten Deutschlands – der rechtliche Rahmen zur Bewältigung der Altlastenproblematik in Thüringen geschaffen. 
Durch die Sanierung von Altlasten werden einerseits Gefahren für Mensch und Umwelt beseitigt. Andererseits eröffnen sich Möglichkeiten zur Nachnutzung dieser Flächen und zur Ansiedlung innovativer Industriezweige.

Die Verantwortung für kommende Generationen erfordert gerade beim Bodenschutz und Umgang mit Altlasten das Beschreiten neuer Wege. Nur durch eine ganzheitliche Betrachtung können ökologisch sinnvolle und ökonomisch vertretbare Lösungen entwickelt werden. Der Freistaat Thüringen stellt sich dieser Aufgabe.

  • Altlasten sind das Ergebnis eines sorglosen Umgangs mit der Umwelt, hauptsächlich der fortschreitenden industriellen Entwicklung in der Vergangenheit geschuldet. Altablagerungen und ungenutzte Altstandorte mit schadstoffbelasteten Gebäuden, Anlagen und Böden gefährden die Bevölkerung und ihre Umwelt. Gleichzeitig werten sie die betreffende Region ab, sind ein Hemmnis weiterer wirtschaftlicher Entwicklung und können zu städtebaulichen Fehlentwicklungen führen. In Thüringen wurde sich zielgerichtet des Problems der Altlasten angenommen und mit dem Thüringer Abfallwirtschafts- und Altlastengesetz (ThAbfAG) vom 31.07.1991 - dem ersten derartigen im östlichen Teil Deutschlands - der rechtliche Rahmen zur Bewältigung der Altlastenproblematik in Thüringen geschaffen. Ein bundeseinheitliches Regelwerk (siehe Gesetzliche Regelungen) trat später an seine Stelle.
    Durch die Sanierung von Altlasten werden einerseits Gefahren für Mensch und Umwelt beseitigt, andererseits eröffnet sich damit die Möglichkeit der Neunutzung dieser Flächen und die Chance zur Ansiedlung innovativer Industriezweige sowie Neustrukturierung und Modernisierung der Wirtschaft. Die Verantwortung für kommende Generationen erfordert gerade im Umgang mit der Altlastenproblematik das Beschreiten neuer Wege. Nur durch eine ganzheitliche Betrachtung können ökologisch sinnvolle und ökonomisch vertretbare Lösungen entwickelt werden. Der Freistaat Thüringen stellt sich dieser Aufgabe.

  • Landesspezifischer, nutzungshistorischer Hintergrund

    Auch wenn Thüringen oft als das "Grüne Herz Deutschlands" bezeichnet wird, gibt es doch auch hier eine lange Tradition gewerblicher und industrieller Produktion.
    Auch die in vergangenen Jahrzehnten oft geübte Praxis der Abfallentsorgung führte dazu, dass heute viele Flächen als altlastverdächtig einzustufen sind.

    Allerdings gehen nur von einem relativ geringen Prozentsatz der Verdachtsflächen wirklich Gefahren für die Schutzgüter aus.
    Besonderheiten Thüringens, denen im Modellstandortprogramm besondere Aufmerksamkeit gewidmet wurde, resultieren z. B. aus vielen, oft kleineren Standorten der Glas- und Porzellanherstellung, der Metallver- und -bearbeitung sowie des holzverarbeitenden Gewerbes.
    Von beträchtlicher Relevanz sind die Folgen der Braunkohlengewinnung und -verarbeitung im östlichsten Teil Thüringens sowie der Kali- und Steinsalzabbau im Südharz- und im Werrarevier.
    Auch die Hinterlassenschaften des Uranerzbergbaus insbesondere im Raum Ronneburg sind eine schwere Hypothek für die Umwelt. Nicht zuletzt gab es auch in Thüringen Standorte der Rüstungsindustrie und des Militärbetriebes.

  • Flächendeckende Erfassung und Historische Erkundung

    Die Erfassung von altlastverdächtigen Flächen ist der erste Schritt der stufenweisen Altlastenbearbeitung und beinhaltet Erhebungen zu Sachverhalten über die Historie und den Zustand von Grundstücken industrieller oder anderer gewerblicher Altstandorte sowie von Altlablagerungen, die den Verdacht begründen können, dass der Betrieb von Anlagen bzw. das Ablagern von Abfällen zu einer Altlast geführt haben können.
    Das anzustrebende Ziel ist eine weitgehend vollständige Erfassung aller relevanten altlastverdächtigen Flächen. Dies erfordert eine Abkehr von der Praxis, dass altlastverdächtige Flächen oft zufällig oder unsystematisch bekannt werden, dahingehend, dass eine gezielte und flächendeckende Suche und Erfassung erfolgt.
    Für eine optimale Umsetzung dieser Zielvorstellungen sind Datenerfassungsbögen erarbeitet und deren Einsatz beschrieben worden. Basierend auf der Definition des BBodSchG werden die altlastverdächtigen Flächen getrennt nach Altablagerungen und Altstandorten erfasst (aktueller Stand s. Umweltdaten Thüringen).

    Die systematische und flächendeckende Erfassung besteht aus folgenden Komplexen:

    • Adressrecherche
    • multitemporale Karten- und Stadtplanauswertung,
    • multitemporale Luftbildauswertung,
    • Vor-Ort-Ermittlung,
    • Zeitzeugen-Befragung,
    • Ermittlung der geforderten Informationen gemäß Datenerfassungsbogen,
    • Eingabe der ermittelten Daten in die Verdachtsflächendatei,
    • kartographische Darstellung und dem
    • Abschlussbericht.

    Diese Komplexe können auch parallel oder in anderer Reihenfolge abgearbeitet werden (nähere Erläuterungen siehe Altlastenleitfaden, Teil I).
    Als Differenzierungsmerkmal zur nachfolgenden Stufe der historischen Erkundung (HE) gilt, dass diese Komplexe in der Erfassung gebietsbezogen (z. B. Stadt, Kreis) abzuwickeln sind, während die HE auf die einzelne altlastverdächtige Fläche ausgerichtet ist.
    Im Anschluss an die flächendeckende Erfassung findet die formalisierte Erstbewertung statt, die der Ermittlung von fachlichen Prioritäten für den Einstieg in die Abschätzung des Gefährdungspotenzials einzelner Flächen dient. Für die vergleichende Bewertung sind folgende Prämissen zu setzen:

    • In Anbetracht der hohen Zahl zu bewertender Flächen kommt nur ein formalisiertes Verfahren infrage.
    • Die der Erstbewertung zugrunde liegenden objektiven Kriterien sind bei der Erfassung vollständig zu ermitteln.
    • Die Erstbewertung soll schon bei unsicherer Datenlage durchführbar sein. Dann zeigen die Ergebnisse eine größere Streubreite auf.

    Ausgehend von einer Schadherd-Schutzgut-Betrachtung wird bei dem in Thüringen angewandten Bewertungsverfahren das Emissions-, das Transmissions- und das Immissionspotenzial der altlastverdächtigen Fläche in die Ergebnisfindung einbezogen.
    Die in die Bewertung einfließenden (= bewertungsrelevanten) Daten sind in den Erfassungsbögen als Pflichtfelder gekennzeichnet, welche die Möglichkeit bieten, eine "von-bis-Spanne" anzugeben. Die Bewertung erfolgt getrennt nach Altablagerungen und Altstandorten.
    Weitere Einzelheiten über die Bewertungsverfahren sind im Altlastenleitfaden, Teil I dargelegt. Durch die Erstbewertung wird jeder Verdachtsfläche eine Punktzahl bzw. ein durch Minimal- und Maximalwert begrenzter Punktebereich zugeordnet.
    Durch gezielte Nachermittlungen kann die Zahl der Flächen mit großen Punktbereichen (= unsichere Datenlage) deutlich verringert werden.
    Aus dieser Erstbewertung wird anschließend durch Klassenbildung die Priorität festgelegt.

    KlasseKlassifizierungskriteriummittlere Bewertungszahl
    1Wesentliche Beeinträchtigung des Allgemeinwohls unwahrscheinlich< 50
    2Wesentliche Beeinträchtigung des Allgemeinwohls nicht auszuschließen, insbesondere bei Änderungen der Nutzungen und/oder der örtlichen Gegebenheiten50 bis 70
    3Wesentliche Beeinträchtigung des Allgemeinwohls wahrscheinlich> 70

     

    Die "historische Erkundung" umfasst eine beprobungslose Datenaufnahme für einen räumlich abgegrenzten Untersuchungsbereich. Das Ziel der historischen Erkundung von altlastverdächtigen Flächen muss es sein, durch detaillierte Recherchen sämtliche Nutzungen auf dem Standort sowie seiner Umgebung zu erfassen und in Abhängigkeit von den konkreten Standorteigenschaften deren Auswirkungen auf die verschiedenen Umweltmedien (Boden, Bodenluft, Luft, Oberflächengewässer etc.) und/oder Schutzgüter (v. a. Mensch und Grundwasser) darzustellen und zu bewerten.
    Im Einzelnen sind bei der Durchführung einer historischen Erkundung insbesondere folgende Teilaspekte auszuarbeiten:

    • Ermittlung von Standortverhältnissen (naturräumliche Daten zur Geologie, Hydrogeologie usw.),
    • Rekonstruktion von Arbeitsabläufen, Störfällen, Gebäudefunktionen, Abfall- und Abwasserbehandlung bzw. -beseitigung, Ver- und Entsorgungsleitungen,
    • Ermittlung der standortspezifischen Schadstoffe mit Einsatzmengen sowie deren ökochemischen Eigenschaften (Toxizität, Mobilität und Abbauverhalten),
    • Lokalisierung von Einsatzbereichen umweltrelevanter Schadstoffe,
    • Ermittlung weiterer umweltrelevanter Nutzungen im Umgebungsbereich des Standortes,
    • Lokalisierung und Eingrenzung von potenziell schadstoffbelasteten Bereichen,
    • Darstellung von Rechtsverhältnissen im Hinblick auf mögliche Haftungsfragen (Schadensverursacher).

    Bei Fortbestehen des Altlastenverdachtes muss die historische Erkundung die Basisdaten für sich anschließende Untersuchungen liefern. Eine ausführliche historische Erkundung verringert die Wahrscheinlichkeit, dass Kontaminationsherde bei späteren Untersuchungen übersehen werden. Bei hinreichend differenzierter Erfassung von Untersuchungsbereichen sind nicht nur beträchtliche Zeiteinsparungen zu erzielen, sondern auch der Aufwand für Beprobungen und Analytik bei der Untersuchung kann reduziert werden. Nähere Einzelheiten zur Durchführung der historischen Erkundung sind dem Altlastenleitfaden, Teil II zu entnehmen.

  • Orientierende Untersuchung und Detailuntersuchung

    Die orientierende Untersuchung und die Detailuntersuchung sind der historischen Erkundung nachgeschaltete Bearbeitungsstufen für eine altlastverdächtige Fläche/Altlast, die den Einsatz technischer Maßnahmen beinhalten. Sachverständige und Untersuchungsstellen, die derartige Aufgaben wahrnehmen, müssen nach BBodSchG die für diese Aufgaben erforderliche Sachkunde und Zuverlässigkeit besitzen sowie über die erforderliche gerätetechnische Ausstattung verfügen.
    Orientierende Untersuchung und Detailuntersuchung unterscheiden sich in ihrer Zielsetzung und beinhalten daher unterschiedliche Untersuchungskonzepte. Beide Untersuchungsphasen besitzen aber in der Regel einen vergleichbaren Verfahrensablauf, der wie folgt zu charakterisieren ist:

    • Grundlagenermittlung für die technische Untersuchung
    • Ausarbeitung des Untersuchungsprogrammes
    • Vergabe von Leistungen
    • Durchführung der Untersuchungen
    • Auswertung, Beurteilung und Dokumentation
    • Bewertung durch die zuständige Behörde

    Ziel der orientierenden Untersuchung ist es, erste Aussagen über die Art, Konzentration und Verbreitung von Substanzen, die als Schadstoffe im Boden, in der Bodenluft oder im Wasser vermutet werden, zu erbringen, um einen aus den Erkenntnissen der historischen Erkundung abgeleiteten Altlastverdacht zu bestätigen oder auszuschließen. Das gegenwärtige und zukünftige Risikopotenzial der Flächen soll aus den durchgeführten Untersuchungen abschätzbar sein und gegebenenfalls den Handlungsbedarf für die Detailuntersuchung begründen. Das festgestellte Ausmaß der Beeinträchtigungen ist entscheidend für die Dringlichkeit weiterer Maßnahmen.
    Durch eine systematische Vorgehensweise bei der Untersuchung von altlastverdächtigen Flächen muss gewährleistet werden, dass eine repräsentative und zuverlässige Beprobung im Untersuchungsgebiet durch bestmögliche Wahl von Untersuchungsmedien, Beprobungspunkten und -tiefen unter Berücksichtigung individueller Standortgegebenheiten erfolgt.

    Die Detailuntersuchung soll durch ergänzende Untersuchungen differenzierte Aussagen über Art und Ausmaß der von einer Altablagerung/einem Altstandort ausgehenden Risiken liefern. Dies beinhaltet insbesondere konkrete Aussagen zur räumlichen Verteilung von Schadstoffen im Untersuchungsgebiet, zur Mobilität bzw. Mobilisierbarkeit der Schadstoffe, zu relevanten Ausbreitungspfaden und zur qualitativen Beeinträchtigung betroffener Schutzgüter.
    Die Expositionsverhältnisse sind ebenso wie die von den Schadstoffen ausgehenden Risiken umfassend zu klären. Die Risikobeurteilung soll explizit für jeden relevanten Wirkungspfad erfolgen. Nach Abschluss der Detailuntersuchung sollten für das Untersuchungsgebiet umfassende Kenntnisse

    • zur Belastungssituation am Standort, z. B. relevante Schadstoffe, horizontale und vertikale Schadstoffverteilung in verschiedenen Medien, Konzentrationen und Frachten, Schadstoffverfügbarkeit, -mobilität und -bindungsformen, geogene und anthropogene Hintergrundkonzentrationen,
    • zur geologischen und hydrogeologischen Situation, z. B. Schichtenfolge und Mächtigkeiten in der ungesättigten Bodenzone, Anzahl, Tiefenlage und Mächtigkeit von Grundwasserleitern und hydraulischen Trennschichten, Grundwasserfließrichtung, Durchlässigkeiten, Abstandsgeschwindigkeit, Grundwasserneubildung usw.
    • zur Nutzung, zum Umfeld und zu relevanten Schutzgütern, z. B. aktuelle bzw. geplante Nutzung, Standorthistorie, relevante Wirkungspfade, betroffene Schutzgüter vorliegen.

    Aus diesen Kenntnissen müssen verlässliche Prognosen zur Entwicklung des Kontaminationsgeschehens am Standort und in dessen Umfeld für unterschiedliche Szenarien herleitbar sein. Auf der Basis der Erkenntnisse der Detailuntersuchung soll eine Entscheidung ermöglicht werden, ob und mit welcher Dringlichkeit weitere Maßnahmen zur Gefahrenabwehr notwendig sind.
    Zur Abschätzung der Ausbreitung umweltgefährdender Stoffe im Boden (ungesättigte Zone), in Gewässern und der Austragsrate in Gewässer/Luft sowie des Transfers in Pflanzen können prognostische Modellrechnungen oder Simulationen eingesetzt werden.
    Nähere Einzelheiten zur Durchführung der orientierenden und der Detailuntersuchung sind Bestandteil des Altlastenleitfadens, Teil II.

  • Als erster Bearbeitungsschritt der Phase III (Sanierung und Überwachung) dient die Sanierungsuntersuchung zur

    • Präzisierung der Abgrenzung der unterschiedlich stark belasteten Bereiche,
    • Prüfung der möglichen Sanierungstechniken,
    • Erarbeitung von Sanierungsvarianten,
    • Durchführung einer Kosten- und Kostenwirksamkeitsschätzung und
    • als Grundlage für die Erstellung des Sanierungsplans.

    Eine eventuell erforderliche Sanierung kann sowohl durch Sicherung als auch durch Dekontamination erfolgen. Die Entscheidung erfolgt unter Berücksichtigung der durch die zuständige Behörde nutzungs- und schutzgutbezogen festgelegten Sanierungsziele.

    Als verbindliche Vorgabe für sämtliche Sanierungsaktivitäten dient der durch die zuständige Behörde zu genehmigende Sanierungsplan. Die Sanierung ist durch eine ständige Fachbegleitung zu dokumentieren und nach Abschluss einer Erfolgskontrolle zu unterziehen.

  • Das Erfordernis von Überwachungsmaßnahmen kann sich sowohl nach Abschluss einer Sanierung ergeben, als auch bei Altlasten, die nicht saniert oder nur teilsaniert bzw. in der Bearbeitung zurückgestellt wurden.
    Grundsätzlich ist zu unterscheiden, ob aktiv Sicherungs- oder Dekontaminationsmaßnahmen durchgeführt wurden oder natürliche Selbstreinigungskräfte im Vordergrund stehen.
    Ist nach Dekontaminationsmaßnahmen keine Restbelastung nachweisbar, entfällt in der Regel eine technische Nachsorge. Wurde eine Altlast nur teilweise dekontaminiert, unterliegt das Gelände Nutzungsbeschränkungen und die verbleibenden Schadstoffe sind im Hinblick auf Konzentration und Mobilität zu überwachen. Derartige Überwachungsmaßnahmen sind z. B. die Messung von Bodenluftkonzentrationen, der Sickerwassermenge und -zusammensetzung, die Kontrolle der Grundwasserbeschaffenheit sowie arbeitsmedizinische Untersuchungen.
    Diese Erhebungen können auch bei der Überwachung nicht sanierter Flächen erforderlich sein.
    Bei Sicherungsmaßnahmen sind zusätzliche Überwachungen notwendig, da die Sicherungselemente eine endliche Funktionsdauer aufweisen. Solche Maßnahmen sind z. B. die Überprüfung der Langzeitstabilität von Bauwerken, die Funktionskontrolle von Sicherungselementen oder die Kontrolle der Langzeitstabilität der Immobilisate.
    Die Zeitdauer, die Parameter und die Intensität der Überwachung müssen fallspezifisch gestaltet werden.
    Überwachungsmaßnahmen erfordern einen personellen sowie finanziellen Aufwand und sind bereits in der Entwurfsplanung zu berücksichtigen.

Boden: Schäden und Verlust

Die endliche Ressource Boden ist einer Vielzahl von Gefährdungen und Belastungen ausgesetzt.

  • Starker Wind und Regen können die für den Landwirt wertvolle Ackerkrume abtragen. Begünstigt wird die Erosion durch Hanglagen und eine intensive Bodenbearbeitung, so dass die Ursachen der Erosion vor allem in einer unsachgemäßen Nutzung von Böden gesehen werden müssen. Ideal ist ein dauerhafter Bewuchs der Flächen.

    Während die Böden Thüringens weniger von Winderosion bedroht sind, stellt die Wassererosion nach Starkregen ein ernstzunehmendes Problem dar. Nicht nur geht fruchtbarer Boden verloren, sondern das abgeschwemmte Material verursacht of Folgeschäden auf Verkehrswegen und in Siedlungsbereichen.

  • Die wichtigsten Schadstoffe, die das Bodenleben, das Pflanzenwachstum, die Erzeugung von Lebens- und Futtermitteln oder das Trinkwasser gefährden, sind Schwermetalle wie Blei, Cadmium, Kupfer oder Quecksilber und organische Substanzen. Bekannte Beispiele für letztere sind Dioxine, DDT und andere chlorierte Kohlenwasserstoffe.

    Zwar gelangen Schwermetalle auch durch die Verwitterung von Gestein in den Boden, doch Hauptverursacher des Schadstoffeintrags ist wiederum der Mensch. Die Quelle der Einträge ist oft diffus. Der Eintrag kann über die Luft, aber auch direkt erfolgen. Der intensive Einsatz von Pflanzenschutzmitteln kann beispielsweise nachhaltig das Bodenleben schädigen und sogar in die Nahrungskette gelangen. Die Schadstoffe reichern sich im Boden an und sind vielfach nur sehr schwer abbaubar.

    Die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie misst im Rahmen des Chloraromaten-Dioxin-Messprogramm regelmäßig den Gehalt an Dioxinen und Furanen, schwerflüchtigen Halogenkohlenwasserstoffen (SHKW; PCB und Chlorinsektizide) sowie polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) im Oberboden. Die Messorte sind über die gesamte thüringische Landesfläche verteilt. 2010 lagen alle ermittelten PCDD/F-Gehalte auf Acker-, Wald- und Grünlandstandorten unterhalb der geltenden Maßnahmenwerte nach Bodenschutzgesetz.

  • Bodenversiegelung

    Aus der Sicht des Bodenschutzes ist die Versiegelung im Vergleich zu anderen Nutzungsansprüchen des Menschen an den Boden besonders gravierend, da die Funktionsfähigkeit ganz zerstört wird. Niederschlag und Sauerstoff können nicht mehr oder nur noch schlecht vom Boden aufgenommen werden, das Bodenleben kommt zum Stillstand. Auch kann der natürliche Wasserkreislauf gestört werden, da Niederschläge nicht mehr versickern können. Mögliche Folgen sind Hochwasser, stärkere Erwärmung der Siedlungen oder Wassermangel bis hin zu Dürreschäden.

    Das Ausmaß der Bodenversiegelung in Thüringen ist nur schwer zu bestimmen, da das statistische Landesamtzwar die Siedlungs- und Verkehrsfläche erhebt, nicht aber die versiegelte Fläche. So umfasst die Siedlungsfläche unter anderem auch Hausgärten, Parks, Campingplätze oder Friedhöfe, deren Böden nur zum Teil versiegelt sind. Während die Verkehrs- und Siedlungsfläche in Thüringen 2011 um 1864 Hektar zunahm, wurden rund 700 Hektar neu versiegelt.

Bodeninformation und Bodenkundliche Landesaufnahme

Bodeninformationen

Böden verändern sich bedingt durch die örtlichen Einflüsse nur langsam in ihren chemischen, physikalischen und biologischen Eigenschaften. Seit 1993 werden auf repräsentativen Standorten, den so genannten Bodendauerbeobachtungsflächen (BDF) systematisch Untersuchungen durchgeführt. 

 

Bodenkundliche Landesaufnahme

Die „Bodenkundliche Landesaufnahme“ erfasst die Böden und klassifiziert sie nach ihren Eigenschaften und ihrer räumlichen Verbreitung. Aufbau und Eigenschaften der Böden werden in Legenden und gegebenenfalls in Erläuterungsheften beschrieben. Die flächenhafte Verbreitung der Böden Thüringens wird in Kartenwerken unterschiedlicher Maßstäbe dargestellt.

  • Die flächenhafte Verbreitung der Böden Thüringens wird in Kartenwerken unterschiedlicher Maßstäbe dargestellt. Über die vorliegenden Kartenwerke informiert die Reihe Fachstandpunkte der TLUG: Bodenkundliche Landesaufnahme in Thüringen. Im Jahr 2005 wurde mit der Erstellung von digitalen Prognosekarten begonnen, um auf der Basis von vorhandenen Bodenaufnahmen auswertbare Flächendatensätze für den Zielmaßstab 1:50 000 zur Verfügung zu bekommen. Einen Überblick über das Bearbeitungsgebiet und die angewendete Methodik gibt ein Artikel aus dem "Journal of Plant Nutrition and Soil Science".

    Als Kartenwerk für die gesamte Landesfläche Thüringens liegt die digitale Bodengeologische Konzeptkarte im Maßstab 1:50 000 vor. Die Legendeneinheiten zu diesem Kartenwerk werden im Beiheft 3, 2.Auflage, der Geowissenschaftlichen Mitteilungen von Thüringen erläutert (TLfG 2000: Die Leitbodenformen Thüringens).

    Analoge Karten, sowohl in Form von Plots als auch gedruckten Karten, können über den Vertrieb der TLUG, Abteilung 6
    vertrieb@tlug.thueringen.de bezogen werden.

    In Schürfen, Aufschlüssen und an Hand von Bohrungen werden Aufbau und Eigenschaften der Böden beschrieben. Die Bodenaufnahmen sind nach dem vorgegebenen Standard der aktuellen Bodenkundlichen Kartieranleitung der

    Ad-hoc-AG Boden der Staatlichen Geologischen Dienste

    und der

    BGR

    verfasst. Die Bodenaufnahmen liegen als digitale Punktinformationen im Fachinformationssystem Boden und analog in einem Profilkataster der TLUG vor.

    Die Metainformationen zu Kartenwerken, Datensammlungen, Dokumenten und Berichten sowie den jeweiligen Ansprechpartnern in der TLUG stellt der

    Umweltdatenkatalog Thüringen

    Kontakt:

    Dr. Stefan Brune
    Stefan.Brune@tlug.thueringen.de

Altlastenfreistellung

Sowohl noch kontaminierte als auch bereits sanierte Flächen erhalten zunehmend Bedeutung im Wirtschaftsverkehr. Allein die Nachhaltigkeitsstrategie des Bundes, den täglichen Landschaftsverbrauch bis 2020 auf 30 ha abzusenken, zwingt zur Nutzung solcher bereits gebrauchter Flächen, um nicht weiterhin „neue“ – bisher nicht gebrauchte – Flächen in die Nutzung zu bringen.

  • Kontaminierte Flächen haben oft erhebliche Entwicklungspotenziale aufgrund ihrer Lage und ihrer guten Infrastruktur.

    Immer wieder jedoch wird in der Literatur und auch bei Fachtagungen moniert, dass umfassende Finanzierungskonzepte zur Revitalisierung von Brachflächen auf Landes-/ oder Bundesebene fehlen. Zumindest für ehemalige Industriestandorte der DDR gibt es eine solche Regelung. Nach Art. 1 § 4 Abs. 3 des Umweltrahmengesetzes (vom 29.Juni 1990 GBI. I, S. 649 ff) bestand für Eigentümer, Besitzer oder Erwerber von Grundstücken bis zum Jahr 1992 die Möglichkeit, Kostenzuschüsse für die Altlastensanierung zu beantragen, soweit auf diesen Grundstücken gewerbliche Unternehmungen errichtet oder fortgeführt werden und dadurch Arbeitsplätze geschaffen oder zumindest längerfristig erhalten werden.

    Mit der Freistellung sollte in den neuen Bundesländern eine rechtliche Möglichkeit bereitgestellt werden, die Privatisierung der bisher staatlichen Anlagen und Grundstücke zu erleichtern. Es sollen mögliche Investitionshindernisse beseitigt werden, die darin bestehen, dass ein potentieller Investor mit nicht vorhersehbaren, irgendwann in der Zukunft zu realisierenden Sanierungsanforderungen rechnen muss, wodurch seine Investitionsentscheidungen mit nicht kalkulierbaren Risiken behaftet ist. Damit verfolgt die Altlastenfreistellung in erster Linie den Zweck der Wirtschaftsförderung.

    Die Sanierung von Altlastenstandorten dient nicht nur dem Schutz der Umwelt und dem Interesse der Wirtschaft, sie ist in den neuen Bundesländern auch wesentliche Vorraussetzung für die Revitalisierung von Brachflächen. Dabei ist es wichtig, die Folgenutzung und Sanierung aufeinander abzustimmen. Mit der Erarbeitung und Umsetzung sinnvoller Konzepte besteht die Chance, auch unschöne Industriebrachen zügig zu beseitigen. Deshalb verfolgt der Freistaat Thüringen dieses „intelligente Brachflächenmanagement“.

  • In der Vergangenheit wurden viele Standorte, welche eine Gefahr für die Umwelt und den Menschen darstellen, saniert. Im folgenden erhalten Sie einen Einblick in einige bisher realisierten Projekte des Freistaat Thüringens.

    Rückbau der ehemaligen Feldstation Behringen der EEG (147.6 kB)

    Sanierung der ehemaligen Deponie Otto in Jena (170.6 kB)

    Sanierung des ehemaligen Gaswerkes in der Stadt Gotha (169.4 kB)

    Sanierung des ehemaligen Leuchtstoffwerkes und der Grumbachaue in der Kurstadt Bad Liebenstein (218.1 kB)

    Sanierung des Werkzeugstandortes "An der Münze" der Stadt Königsee (203.3 kB)

    Sanierung von Teerablagerungen auf der Industriehalde der Maxhütte Unterwellenborn (255.5 kB)
     

  • Die Altlastensanierung nach dem Thüringer Umweltrahmengesetz gliedert sich in 3 Abschnitte auf. Es wird zwischen dem eigentlichen Freistellungsverfahren nach dem Umweltrahmengesetz, dem ordnungsbehördlichen Sanierungsverfahren sowie dem Finanzierungsverfahren unterschieden. Die folgenden Abbildungen spiegeln den Verfahrensablauf der jeweiligen Abschnitte wieder.

THALIS

Grundvoraussetzung für Maßnahmen der Altlastenbearbeitung ist die Kenntnis über altlastenverdächtige Flächen und Altlasten. Um diese umfassend zu erhalten, wurde in Thüringen eine flächendeckende Erfassung durchgeführt. Die aufgenommenen Flächen sind im Thüringer Altlasteninformationssystem (kurz: THALIS) auf der Grundlage des § 21 Abs. 2 BBodSchG i.V.m. § 7 ThürBodSchG erfasst. Das Altlasteninformationssystem wird von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie geführt.

  • Das Thüringer Altlasteninformationssystem (THALIS) ist das IT-Verfahren, mit dem die Informationen über altlastverdächtige Flächen und Altlasten des Freistaates Thüringen verwaltet werden. Seine Nutzung erfolgt in Landesbehörden, in Landkreisen und kreisfreien Städten, die über das Landesdatennetz die Möglichkeit zum direkten Zugriff auf die zentrale Oracle-Datenbank der TLUG besitzen.
    THALIS hat die Auskunftsfähigkeit der zuständigen Behörden über Lage, Zustand, eigentumsrechtliche Verhältnisse und Gefährdungspotenzial von altlastverdächtigen Flächen und Altlasten sowie Art, Lage und Zustand von durch altlastverdächtige Flächen und Altlasten beeinflussten Schutzgüter zu sichern. Weiterhin hat THALIS die für die Beurteilung des Grades der Gefährdung von Schutzgütern und der Wirksamkeit von Sanierungs- bzw. Sicherungsmaßnahmen notwendigen Daten bereitzustellen.
    Bereits kurz nach Beginn der Altlastenbearbeitung an der TLU war klar, dass eine effektive Verwaltung der zu erwartenden hohen Anzahl von Flächendaten nur durch ein IT-gestütztes System möglich ist. Deshalb wurde bei der Erarbeitung der Methodik der stufenweisen Altlastenbearbeitung auf konsequente Berücksichtigung der Anforderungen von THALIS geachtet. Insbesondere die Datenerfassungsbögen sind unter den Gesichtspunkten der Abbildung in THALIS entwickelt worden. Parallel zur anlaufenden Erfassung begann die Erstellung von THALIS, das ab 1993 den Umweltbehörden des Freistaates zur Verfügung stand. Nach mehreren Jahren erfolgreicher Arbeit mit THALIS zeigte sich die Notwendigkeit zur Weiterentwicklung der Software, da beispielsweise Datenbanktechnologien entsprechend den Richtlinien des Landes zu berücksichtigen waren, Daten höheren Beweisniveaus aufzunehmen sind und die Möglichkeit der Einbindung eines GIS zu schaffen war.
    Mit THALIS II, das seit 1998 im Routineeinsatz ist, wurde ein modernes, benutzerfreundliches System geschaffen, das keine Kenntnisse über die Bedienung von Spezialsoftware verlangt. Gleichzeitig nutzt es aber moderne Datenbanktechnologien. Die Landesbehörden arbeiten vollständig online über das Landesdatennetz auf der zentralen Oracle-Datenbank in der TLUG. Damit ist ständige Datenaktualität gesichert. Die Anbindung der Umweltbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte über das Landesdatennetz wird zurzeit vollzogen.
    2004 erfolgte eine inhaltliche und datentechnische Weiterentwicklung des Systems inklusive GIS-Anbindung.

    THALIS besteht aus den Komplexen:

    • administrativ-eigentumsrechtliche Daten
    • Zustandsinformationen und
    • entsprechend der Bearbeitungsstufe gestaltete Fachdatenraster.

    Weiterhin sind Informationen zu vorhandenen Gutachten und Untersuchungen enthalten.

     

SÄCHSISCH-THÜRINGISCHE BODENSCHUTZTAGE

Die Umweltministerien Sachsens und Thüringens veranstalten zwejährlich eine gemeinsame Fachtagung zum Bodenschutz. Sie richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter von Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft sowie alle Akteure, die ein Interesse am Schutz und der nachhaltigen Nutzung der Ressource Boden haben.

Wanderausstellung zum Schutzgut Boden

Obwohl Böden eine wichtige Rolle in unserem Leben spielen, werden sie kaum wahrgenommen und es wird viel zu sorglos mit der nur begrenzt zur Verfügung stehenden Ressource Boden umgegangen. Immer noch wird allein in Deutschland jeden Tag eine Bodenfläche so groß wie etwa 170 Fußballfelder mit Siedlungen, Gewerbegebieten und Straßen überbaut. Ursprüngliche, für uns alle lebenswichtige ökologische Funktionen des Bodens gehen somit unwiederbringlich auf Dauer verloren.

Zuständige Behörden

Zuständige Behörden zur Wahrnehmung der Aufgaben nach dem BBodSchG und dem untergesetzlichen Regelwerk sind nach § 11 ThürBodSchG, geändert durch Artikel 16 des Thüringer Haushaltbegleitgesetzes 2008/2009 vom 20.12.2007 (GVBl. S. 267), seit dem 1. Mai 2008 die Landkreise und kreisfreien Städte als untere Bodenschutzbehörde.

Abweichend davon ist bei eigener Betroffenheit oder Beteiligungsverhältnissen von Landkreisen oder kreisfreien Städten an Vollzugsmaßnahmen das Thüringer Landesverwaltungsamt als obere Bodenschutzbehörde zuständige Behörde. Eine weitere Sonderregelung gilt nach Artikel 7 der Thüringer Verordnung zur Änderung von Zuständigkeiten im Bereich der Umweltverwaltung vom 06.04.2008 (GVBl. S. 78) für altlastenverdächtige Flächen und Altlasten des Sanierungsgebietes „Ehemaliges Teerverarbeitungswerk Rositz“. Zuständige Behörde hierfür ist ebenfalls das Thüringer Landesverwaltungsamt als obere Bodenschutzbehörde.

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