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Fragen & Antworten zur Endlagersuche in Thüringen

Zur Entscheidung über die Eignung eines Gesteins für die Endlagerung radioaktiver Abfälle werden Informationen und Daten über die Eigenschaften dieser Gesteine benötigt. Die Eigenschaften betreffen vor allem die Wasserdurchlässigkeit, aber auch die Wasserlöslichkeit und die Standfestigkeit des jeweiligen Gesteins. Diese Informationen erhält man einerseits durch übertägige Gesteinsaufschlüsse oder durch für den Menschen zugängliche Gruben oder andere Hohlräume, andererseits über sogenannte Bohrkerne. Bohrkerne - wie der hier sichtbare Salzbohrkern - werden durch vertikales oder horizontales Anbohren des Gesteins gewonnen (Foto: TLUBN).

Bohrkerne können ebenso wie Gesteine, die aus übertägigen Aufschlüssen stammen (hier Kristallin und Trusetalgranit), im Labor in Bezug auf ihre Mineralzusammensetzung, ihre geotechnischen Eigenschaften, ihre Wasserdurchlässigkeit und weitere Eigenschaften untersucht werden. Durch die Bohrungen erhält man Informationen aus unterschiedlichen Tiefenlagen des jeweiligen Gesteins (Foto: TLUBN).

Trusetalgranit (Foto: TLUBN).

2013 beschloss der Deutsche Bundestag mit breiter Mehrheit einen Neustart der Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle. Bis zum Jahr 2031 soll innerhalb Deutschlands ein Endlagerstandort gefunden werden, der die bestmögliche Sicherheit von radioaktiven Abfällen für den Zeitraum von einer Million Jahren bietet. Die Suche nach diesem Endlagerstandort ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – zuständig für die Suche ist der Bund. Koordiniert wird die Endlagersuche vom Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) sowie der extra zum Zweck der Endlagerung eingerichteten Vorhabenträgerin, der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE). Als Grundlage des Suchverfahrens hat der Gesetzgeber 2017 das Standortauswahlgesetz (StandAG) beschlossen und das Standortauswahlverfahren auf einer weißen Landkarte neu gestartet. Die Auswahl des Endlagerstandorts erfolgt anhand seiner Eignung nach rein wissenschaftlichen Kriterien und in einem transparenten und ergebnisoffenem Suchverfahren unter Beteiligung der Öffentlichkeit.

Einen Überblick zu den aktuell anstehenden Terminen finden Sie hier:

Begleitgremium - Termine (nationales-begleitgremium.de)

https://www.bge.de/de/aktuelles/veranstaltungen/

Für Thüringen wird die Endlagersuche durch das Thüringer Umweltministerium sowie durch das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) begleitet. Weiterführende Inhalte finden Sie auf der Internetseite des TLUBN.  

Häufig gestellte Fragen zum Thema "Endlager"

  • Das Verfahren untergliedert sich in drei Phasen. Derzeit befindet sich das Verfahren im Schritt 2 der Phase 1, an deren Ende die Auswahl von sogenannten Standortregionen für die übertägige Erkundung steht. Im ersten Schritt der Phase 1 wurden geologische und seismologische sowie bergbauliche Daten der Länder gesammelt und u. a. auf deren Grundlage im September 2020 sogenannte Teilgebiete abgeleitet und bekannt gegeben. Weitere Informationen zum Ablauf des Verfahrens finden Sie auf den Internetseiten der Bundesgesellschaft für Endlagerung und des Bundesamt für  Sicherheit der nuklearen Entsorgung.

     

  • Der Freistaat Thüringen als Träger öffentlicher Belange, stellt die für das Verfahren relevanten wissenschaftlichen Daten und gewährleistet durch die Umsetzung von § 21 StandAG die Einhaltung von Sicherungsvorschriften. Das Standortauswahlgesetz sieht darüber hinaus keine Beteiligung der Länder vor. Die Vorhabenträgerin und damit hauptverantwortlich für das Suchverfahrens ist die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE). Der Freistaat begleitet das Verfahren aber eng und kritisch. So hat z.B. der Staatliche Geologische Dienst Thüringens den sogenannten Zwischenbericht Teilgebiete geprüft und Hinweise gegeben, welche die Bundesgesellschaft für Endlagerung in den weiteren Schritten berücksichtigen wird.

  • Der Endlagersuchprozess gliedert sich in drei Phasen.

    Phase 1:

    Nachdem die Bundesgesellschaft für Endlagerung im ersten Schritt der Phase 1 54 % der Fläche Deutschlands im sogenannten Zwischenbericht Teilgebiete als potenziell weiter untersuchungswürdig für ein Endlager ausgewiesen hat, erfolgt nun im zweiten Schritt der Phase 1 eine deutliche Reduzierung auf wenige sogenannte Standortregionen. Dazu wird zunächst anhand von vier ausgewählten, repräsentativen Teilgebieten eine Methodik entwickelt, die anschließend in allen 90 Teilgebieten in gleicher Weise angewendet werden soll. Die Teilgebiete werden in sogenannte Untersuchungsräume untergliedert, eingeordnet und miteinander verglichen, um am Ende der Phase 1 geeignete Standortregionen für die übertägige Erkundung vorzuschlagen. Der Deutsche Bundestag entscheidet abschließend darüber, welche Regionen weiter erkundet werden sollen.

    Phase 2:

    Die ausgewählten Standortregionen werden dann in Phase 2 beispielsweise durch Erkundungsbohrungen und seismische Messungen übertägig untersucht und auf ihre Geeignetheit hin begutachtet. Die als geeignet eingeschätzten Standorte schlägt die Bundesregierung dann dem Bundestag und Bundesrat zur untertägigen Erkundung vor.

    Phase 3:

    Die umfassende untertägige Erkundung erfolgt dann in Phase 3. durch die Errichtung von Erkundungsbergwerken an den verbliebenen Standorten. Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) bewertet die Ergebnisse der Untersuchungen und schlägt einen bestmöglichen Standort vor. Darüber entscheiden im Wege eines Gesetzgebungsverfahrens der Bundestag und Bundesrat.

  • Die Beteiligung der Bürger*innen an dem Verfahren wird sehr ernst genommen. So konnte sich die Öffentlichkeit bereits in die Erörterung des Zwischenberichts Teilgebiete in der sogenannten Fachkonferenz Teilgebiete einbringen. Diese fand 2020/21 statt. Im weiteren Verfahren soll sich nun ein ähnliches Format, das sogenannte „Fachforum“, etablieren. Auch hier sind Bürger*innen aufgerufen, sich zu beteiligen. Am Ende der Phase 1 werden in jeder Standortregion auch sogenannte „Regionalkonferenzen“ eingerichtet. Auch hier können Bürger*innen, die in einer Standortregion wohnen, teilnehmen. Weitere Informationen zu Beteiligungsmöglichkeiten findet man auf den Seiten des Nationalen Begleitgremiums (BGE) sowie der Seite des Bundesamt für Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE).

  • Die Auswahl des Endlagers erfolgt nach streng wissenschaftlichen Kriterien welche das Standortauswahlgesetz (StandAG) regelt. Zunächst werden die sogenannten Ausschlusskriterien wie z.B. Vulkanismus- und Erdbebengefahr geprüft und damit erste Regionen ausgeschlossen.

    Im nächsten Schritt wird geprüft, welche Gebiete die sogenannten Mindestanforderungen erfüllen. Beispielsweise sollen u.a. mindestens 300 Meter Gestein das Endlager von der Erdoberfläche trennen. Nur Regionen, die alle Mindestanforderungen erfüllen, sind für ein Endlager geeignet.

    Anschließend werden die geowissenschaftlichen Abwägungskriterien angewendet. Beispielsweise wird geprüft, inwiefern radioaktive Stoffe über Wasserpfade an die Erdoberfläche gelangen könnten oder wie gut das jeweilige Gestein, das die Abfälle umschließt, die gefährlichen Stoffe zurückhalten kann.

    Erst bei vergleichbaren geologischen Voraussetzungen der verbliebenen Standorte kommen sogenannte planungswissenschaftliche Abwägungskriterien zur Anwendung. Darunter versteht man, dass Naturschutzgebiete, Kulturdenkmäler oder dicht besiedelte Gebiete möglichst nicht beeinträchtigt werden sollen.

    Die Ausschluss- und Abwägungskriterien sowie die Mindestanforderungen werden in jeder Phase des Standortauswahlverfahrens von der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) angewendet.

  • In den derzeitigen Zwischenlagern werden hochradioaktive Abfälle ausschließlich oberirdisch gelagert. Dadurch ist es aufwändiger, diese gegen äußere Einflüsse zu schützen. Nur eine unterirdische Lagerung gewährleistet den bestmöglichen Schutz für die Bevölkerung über einen sehr langen Zeitraum, indem die hochradioaktiven Abfälle gut gegen äußere Einflüsse verschlossen sind und zugleich nicht an die Oberfläche gelangen können.

  • Die Entscheidung über das Endlager treffen der Bundestag und Bundesrat bis 2031. Auf dem Weg dorthin wird die Gebietskulisse fortlaufend eingeengt. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung stellt auf ihrer Internetseite eine Interaktive Karte zur Verfügung, die dazu Auskunft gibt.

Häufig gestellte Fragen zum Thema ,,Endlagersicherheit"

  • Es wird mindestens zwei Endlager geben. Ein Endlager für die schwach- und mittelradioaktiven Abfälle und eines für die hochradioaktiven Abfälle. Für die schwach- und mittelradioaktiven Abfälle gibt es voraussichtlich ab 2027 das erste atomrechtlich genehmigt Endlager Konrad in Niedersachsen.

  • Zu den hochradioaktiven Abfällen zählen abgebrannt Brennelemente aus Kernkraftwerken und verbaucht Brennelemente und hachangereichertes Uran aus Versuchs- und Forschungsreaktoren. Hochradioaktive Abfälle entwickeln aufgrund ihrer hohen Aktivität zudem sogenannte Zerfallswärme.

  • Schwach- und mittelradioaktive Abfällen sind Abfälle, bei denen die Wärmeentwicklung vernachlässigbar ist. Diese stammen zumeist aus der Industrie (z.B. zerstörungsfreie Prüfung), aus der Forschung (z.B. Entwicklung von Detektoren) oder aus der Medizin (z.B. aus Untersuchungen und therapeutischen Anwendungen). Die größte Menge an schwach- und mittelradioaktiven Abfall fällt aber beim Rückbau der Kernkraftwerke an.

  • Abhängig von der Anzahl der Kernbestandteile eines Atoms – also der Zusammensetzung von Protonen und Neutronen im Atomkern –können die Atomkerne instabil sein und zerfallen. Diese Kerne bezeichnet man als radioaktiv. Der Zerfall ist eine spontane Umwandlung in einen anderen Kern. Bei diesem Zerfallsprozess senden radioaktive Atomkerne ionisierende Strahlung aus. Das ist entweder hochenergetische, elektromagnetische Strahlung – die sogenannte Gammastrahlung –  oder Teilchenstrahlung – die sogenannte Alpha- oder Betastrahlung

    Trifft diese Strahlung auf den menschlichen Körper, so wird die Energie der Strahlung auf das menschliche Gewebe übertragen. Der Mensch erhält damit eine bestimmte Höhe bzw. Menge der Strahlung radioaktiver Zerfallsprodukte, die sogenannte Dosis.

    Je höher die Dosis, die ein Mensch erhält, umso höher sein Risiko für Schäden durch die Strahlung, wie z.B. Krebs oder Strahlenkrankheit.

    Zusätzlich kommt bei manchen Elementen, z.B. Uran, noch eine chemische Giftigkeit als Risiko hinzu.

  • Im Strahlenschutz spricht man von der 3A-Regel um sich vor ionisierender Strahlung zu schützen. Dies bezieht sich darauf Abstand zu halten, Abschirmungen zu nutzen und die Aufenthaltszeit zu reduzieren. Im Prinzip werden diese drei Grundprinzipien auch bei einem Endlager umgesetzt.

    Durch die Einlagerung in tiefen geologischen Formationen wird der Abstand zwischen radioaktiven Abfällen und den Menschen an der Oberfläche größtmöglich gewählt. Gleichzeitig schirmen die geologischen Schichten die Radioaktivität ab und sorgen dafür, dass die Aufenthaltszeit in der Nähe der radioaktiven Abfälle praktisch ausgeschlossen ist.

    Die geologischen Formationen sollen aufgrund ihrer Beschaffenheit auch gewährleisten, dass sie als Barriere fungieren und die radioaktiven Abfälle sicher einschließen. So soll sichergestellt werden, dass sich die radioaktiven Stoffe nicht verbreiten und gar wieder an die Oberfläche gelangen.

  • Das Standortauswahlgesetz schreibt vor, dass das Endlager die hochradioaktiven Abfälle für einen Zeitraum von einer Million Jahre einschließen soll.

  • Faktoren für die Festlegung des Sicherungszeitraums von 1 Million Jahren sind die Halbwertzeiten der radioaktiven Stoffe sowie das Langzeitverhalten von Gestein und Hohlräumen.

    Unter der Halbwertzeit versteht man die Dauer bis die Aktivität der einzulagernden radioaktiven Materialien und Spaltprodukte, also die Zerfälle pro Sekunde, auf die Hälfte abgesunken ist. Mit der sinkenden Anzahl der Zerfälle sinkt auch die abgegebene Strahlung.

    Zur Beurteilung des Langzeitverhaltens sowie der Langzeitstabilität wurden auf Grundlage von Erfahrungs- und Erkenntniswerte sowie wissenschaftlicher Untersuchungen das geotechnische und geochemische Verhalten unterirdischer Bauwerke, Gruben und Hohlräume berechnet bzw. abgeschätzt.

    Aufgrund dieser Basis und dem aktuellen Stand der Wissenschaft ist davon auszugehen, dass es möglich ist, die radioaktiven Abfälle mindestens 1 Million Jahre sicher einzulagern.

  • Neben den radioaktiven Zerfallsprodukten können im Zerfallsprozess auch sogenannte stabile Zerfallsprodukte entstehen.  Beim Zerfall von Uran und Plutonium entsteht am Ende der Zerfallskette bspw. stabiles Blei. Das betreffende Blei-Isotop ist zwar ein chemisch giftiges Schwermetall, jedoch nicht radioaktiv. Beim Zerfall von Spaltprodukten entstehen u.a. das Edelgas Xenon, die Edelmetalle Platinmetalle und Silber. Die stabilen Zerfallsprodukte zerfallen nicht weiter.

  • Zum Schutz der Bevölkerung vor den Gefahren der hochradioaktiven Abfälle, sollen diese in tiefen geologischen Schichten eingelagert werden. In Frage kommen dabei die Wirtsgesteine Ton, Steinsalz und kristallines Gestein (z.B. Granit).

  • Die Kenntnis darüber, dass diese Maßnahmen sicher sind, basieren auf Erfahrungswerten aus der Geologie und spezifischen, sehr umfassenden wissenschaftlichen Untersuchungen, z.B. zum Alter des Grundwassers (siehe auch Frage 14).

  • Einen guten Überblick bieten folgende Links:

    https://www.bge.de/de/endlagersuche/fragen-zur-endlagersuche/

    https://www.endlagersuche-infoplattform.de/webs/Endlagersuche/DE/Radioaktiver-Abfall/Loesungen-anderer-Laender/loesungen-anderer-laender_node.html

    Es gibt einige Länder, die ebenfalls einen Standort für ein Endlager suchen oder bereits gefunden haben. Als Beispiele seien an dieser Stelle Finnland, Frankreich und die Schweiz genannt. Weitere Endlagersuchverfahren finden u.a. in Schweden, Großbritannien, USA und Kanada statt. Zweifelsfrei steht fest, dass jedes Land, das die Kernenergie nutzt oder genutzt hat, eine Lösung zur Entsorgung des hochradioaktiven Abfalls im eigenen Land finden muss.

    In Finnland ist das Endlager für hochradioaktive Abfälle bereits im Bau. Das Wirtsgestein ist Kristallingestein. Es wird in dem Ort Olkiluoto errichtet. Dies wird weltweit das erste Endlager für hochradioaktive Abfälle werden.

    In Frankreich wurde zunächst ein Forschungslabor in Tongestein errichtet. Dieses erwies sich als geeignet und an diesem Standort soll das Endlager auch gebaut werden. Der Standort ist Bure in Lothringen.

    In der Schweiz steht man kurz davor einen Standort festzulegen. Dort ist in einem aufwändigen, Jahrzehnte langem Verfahren die Wahl auf den Opalinuston als Wirtsgestein für das Endlager gefallen.

  • Einen ausführlichen Überblick auf die 3 Wirtsgesteine bietet die BGE unter folgendem Link:

    https://www.bge.de/de/endlagersuche/meldungen-und-pressemitteilungen/archiv/meldung/news/2020/7/468-endlagersuche/

    Diese drei Wirtsgesteine sind international wissenschaftlich aufgrund ihrer jeweiligen unterschiedlichen Eigenschaften zur Abschirmung als geeignete Gesteine für Endlager anerkannt.

    Kristallines Wirtsgestein gilt als temperaturbeständig und hat ein geringes Lösungsverhalten.

    Tongestein ist kaum wasserdurchlässig und besitzt ein hohes Sorptionsvermögen für Radionuklide. Zudem zeichnet es sich durch eine hohe Plastizität aus, d.h. es kann die Behälter gut umschließen. Allerdings kann Tongestein Hitze nicht gut ableiten. Seine Eigenschaften ändern sich dann. Dies wird bei der Dimensionierung eines möglichen Endlagers in Tongestein berücksichtigt.

    Steinsalz ist ein guter Wärmeleiter. Es ist aufgrund seiner Plastizität in der Lage Risse „zu heilen“. Zudem ist es zwar wasserlöslich in nicht salzgesättigten Lösungen, aber zugleich geht man davon aus, dass Salzlagerstätten nach außen gut gegen Wasser abgedichtet sind. Die in Deutschland vorkommenden Salzlagerstätten sind mehrere hundert Millionen Jahre alt. Wenn sie über einen längeren Zeitraum mit Wasser in Berührung gekommen wären, gäbe es sie aufgrund der hohen Wasserlöslichkeit der Mineralien, aus denen sie bestehen, nicht.

  • Wissenschaftliche Untersuchungen sollen folgende Sachverhalte klären:

    1. Wie standsicher ist ein Endlager?

    Die Hohlräume, die benötigt werden um die radioaktiven Abfälle einzulagern, müssen geotechnisch stabil sein. Die Stabilität wird beeinflusst durch

    • die Homogenität eines Gesteins,
    • die Anzahl von Rissen und Klüften im Gestein,
    • der Struktur und Standfestigkeit des Gesteins und
    • seiner Plastizität.

    Diese Eigenschaften werden deshalb untersucht.

    1. Wie kann man das Endlager vor dem Eindringen von Wasser schützen?

    Je weniger Klüfte und Risse oder andere Wegsamkeiten für Wasser im einschlusswirksamen Gebirgsbereich (ewG) vorkommen desto sicherer ist dieser. Zusätzlich spielen der Wasserchemismus und das Grundwasseralter in der Umgebung des ewG eine wichtige Rolle. Wenn in der Umgebung sehr alte Grundwasser vorkommen, ist dies ein Zeichen dafür, dass sich das Grundwasser hier nur sehr langsam bewegt. Das Grundwasseralter kann man mit verschiedenen Methoden für unterschiedliche Zeiträume bestimmen. Grundwasser mit erhöhten Konzentrationen an Tritium sind z.B. sehr „jung“ (wenige Jahrzehnte) solche mit Kohlenstoff-14 sind relativ „jung“ (bis einige zehntausend Jahre).Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, ruft deshalb dazu auf ihr Daten zur Altersdatierung von Grundwässern zu übersenden:

    https://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Wasser/Projekte/laufend/F+E/F+E_Endlagerung-Standortauswahl/GW-Alter/gw-alter_aufruf.html

    1. Wie kann man das Endlager sicher verschließen?

    Je nach Gestein gibt es unterschiedliche Verschlusskonzepte für ein Endlager. Wichtig ist dabei, dass der Bereich zwischen den Gesteinen (bzw. dem Gebirge) und dem Verschlussmaterial (z.B. Beton, Ton oder Salzton) gut abgedichtet wird.

  • Das Öko-Institut schreibt dazu: „Nach dem endgültigen Verschluss des Endlagers muss dieses ohne langfristige Kontrolle auskommen. Wichtigste Voraussetzung hierfür: Die Funktionsfähigkeit des Endlagers muss nachgewiesen sein. Eine Phase der Überwachung, in der die Abfälle noch aus dem Endlager zurückgeholt werden können, kann dazu beitragen, die Entscheidung zum endgültigen Verschluss auf Basis ergänzender Informationen zu treffen. Selbstzweck oder ein Ersatz für die Endlagerung kann sie nicht sein.“

Das Thüringer Umweltministerium in den sozialen Netzwerken: