Wolf und Luchs

Die Rückkehr der durch internationale Übereinkommen und nationalen Gesetzgebungen geschützten Beutegreifer Wolf und Luchs nach Thüringen ist ein Erfolg für den Artenschutz. Erklärtes Ziel der Thüringer Landesregierung ist es, die Akzeptanz des Luchses und vor allem des Wolfes zu verbessern und gleichzeitig die betroffenen Tierhalter finanziell zu unterstützen.

  • Nachdem der Wolf über 100 Jahre lang in Deutschland als ausgerottet galt, breitet er sich seit über einem Jahrzehnt von Westpolen und Sachsen her zunehmend aus. In Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern hat sich der Wolf bereits etabliert. In Thüringen wurde eine Wölfin auf und um den Bundeswehrübungsplatz Ohrdruf nachgewiesen.

    Der Luchs wurde in Thüringen erstmals 2004 gesichtet. Im Mai 2015 konnte nach zwei Jahrhunderten erstmals wieder die Reproduktion von Luchsen in freier Wildbahn festgestellt werden. Der Luchs unterliegt sowohl dem Naturschutz- als auch Jagdrecht. Nach dem Jagdrecht ist er ganzjährig geschont bzw. darf nicht bejagt werden.

  • Der Wolf kehrt zurück – Thüringen ist vorbereitet

    Der Wolf ist die größte Art aus der Familie der Hundeartigen (lat. Canidae). Er besitzt eine hohe Anpassungsfähigkeit und besiedelte einst weitestgehend flächendeckend die Nordhalbkugel. Es bildeten sich 16 Unterarten heraus, wovon 2 Unterarten ausgestorben sind. Die in Deutschland vorkommende Unterart ist der Canis lupus lupus (Grauwolf). Große Vorkommen dieses Wolfes sind heute v. a. in Osteuropa, Russland und in der Mongolei beheimatet.

    Ausrottung

    Wolf und Mensch verband eine wechselvolle Geschichte. Der Mensch domestizierte die Art zum Hund, der treuer Begleiter des Menschen wurde. Bei den Germanen wurde der Wolf für seine Ausdauer und Stärke verehrt. Diese Verehrung findet noch heute Einfluss in die Namensgebung, z. B. „Wolfgang“: auf altdeutsch: er zieht in den Streit/ Kampf (Gang) wie ein Wolf. Zugleich schlug dem Wolf über Jahrhunderte der Hass des Menschen entgegen. Dieses hatte v. a. seine Wurzeln in den sozio-ökonomischen Umständen der damaligen Zeit. Der Verlust von Vieh durch Wolfsübergriffe konnte für subsistenz-wirtschaftende und zugleich an Adel und Geistlichkeit abgabepflichtige Bauernfamilien in der Tat arge Not auslösen. Die Nutztierbestände waren oftmals nicht ausreichend geschützt, wurden z. B. während der Weide im Wald nur ungenügend durch Kinder beaufsichtigt. Zugleich konnten v. a. von der in früheren Zeiten grassierenden Tollwut betroffene Wölfe eine Gefahr für Menschen darstellen.

    In früheren Kriegen oder Seuchenzügen, in denen tote Menschen nicht oder nur notdürftig begraben wurden, nahmen die Wölfe naturgemäß Leichen bei der Nahrungssuche nicht aus. So wurde der Wolf in der früheren Gesellschaft auch mit Unheil und Tod gleichgestellt. Die Verfolgung der Art setzte schon mit Beginn von Ackerbau und Viehzucht ein und wurde infolge der allmählichen Kultivierung Deutschlands sowie zunehmend besserer Nachstellungstechnicken intensiviert. Der Wolf wurde intensiv bejagt - Jäger, das Militär und Frondienstleistende wurden eingebunden. Zur Tötung der Wölfe war jedes Mittel (z. B. ausgeklügelte Fallensysteme, Gift usw.) recht. Bereits Ende des 18. Jh. schrieb der bekannte thüringische Jagdwissenschaftler Johann Matthäus Bechstein: „Dieses Raubtier wird in Deutschland immer seltener und ist in Thüringen fast gänzlich ausgerottet […] unsere Jäger halten es für ein Zugsäugetier [Einwandern von Einzeltieren].“ Um 1850 galt das Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland als weitestgehend wolfsfrei. Der letzte Wolf in Thüringen wurde 1884 bei Greiz erlegt. Wölfe wanderten nach dem 2. Weltkrieg v. a. in die ehemalige DDR ein. Dort unterlag der Wolf dem Jagdrecht und wurde rigoros erlegt.

    Verbreitung in Deutschland und Thüringen

    Die in Deutschland etablierten Wölfe gehören der zentraleuropäischen Wolfspopulation an, welche ihren Ursprung im Baltikum hat und auch in Westpolen beheimatet ist. In der Lausitz pflanzten sich im Jahr 2000 erstmals seit etwa 150 Jahren wieder Wölfe in Deutschland fort. Durch Zuwanderung weiterer Wölfe aus Polen und dem hiesigen Nachwuchs gelang es der Art, sich vor allem in ost- und norddeutschen Tieflandgebieten auszubreiten.

    Bundesländer mit etablierten Wolfsrudeln sind: Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern. Am 30. April 2018 gab es in Deutschland 73 Wolfsrudel, 30 Paare und 3 sesshafte Einzeltiere.

    Am 11. Mai 2014 wurde bei Ohrdruf ein wildlebender Wolf fotografiert. Diese Wölfin entstammt nach der Auswertung genetischen Materials dem Spremberger Rudel in der Lausitz und hält sich seitdem innerhalb und nahe des Bundeswehrübungsplatzes Ohrdruf auf. 

    Weiterhin sind folgende, vermutlich durchwandernde Einzelwölfe (Belege für Sesshaftigkeit liegen nicht vor) in Thüringen nachgewiesen worden:

    Am 11. März 2016 verstarb eine junge, subadulte Wölfin auf der A 71 bei Schloßvippach infolge eines Verkehrsunfalls. Das Tier stammte nach Auswertung genetischen Materials aus dem Rudel bei Lehnin (Brandenburg). Einzelwölfe wurden am 13.04.2018 bei Breitenhain (Saale-Orla-Kreis) sowie am 19.06.2018 bei Schmalkalden fotografiert. Genproben von gerissenen Beutetieren bestätigten den Wolf bei Altenberga (Saale – Holzland – Kreis) am 14.04.2018 sowie am 19.04.2018 bei Dannheim (Ilm-Kreis). Im letzteren Fall gelang mittels Genanalyse auch eine Individualisierung des Wolfes, es handelte sich um einen Wolfsrüden im ersten Lebensjahr aus dem Rudel Bayerischer Wald/ Sumava (Bayern/Tschechien). Am 13.12.2018 und in den Folgetagen wurde der Wolf bei Thimmendorf (Saale-Orla-Kreis) und in der nahen Region Leutenberg (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) durch Bildmaterial nachgewiesen.

    Artporträt
    • Charakteristische Merkmale: buschiger Schwanz mit schwarzer Spitze, helle Wangenpartie, Iris hellgelb bis hellgrün, Rückenlinie waagerecht, grau-gelbe Fellfärbung, breiter Ohrenansatz, Ohren erscheinen im Winterfell klein und dreieckig, im Gegensatz zu Schäferhunden deutlich hochbeiniger
    • Kopf-Rumpf-Länge: ca. 97 cm bis ca. 140 cm
    • Schulterhöhe: ca. 60 cm bis 90 cm
    • Gewicht: in Deutschland i. d. R. von 30 kg bis knapp 40 kg (Spanne: 30 bis 50 kg)
    • Weibliche Wölfe (Fähen) sind um ca. 20 % leichter und kleiner als männliche Wölfe (Rüden)
    • Nahrungsbedarf: durchschnittlich 3 bis 3,5 kg Fleisch pro Tag
    • Beute in Deutschland: über 90 % Schalenwild, daneben Kleinsäuger, Aas, Obst, ebenso können auch i. d. R. ungeschützte Nutztiere (v. a. Schafe und Ziegen) gerissen werden
    • Jagdmethode: Hetz- und sozialer Jäger (im Rudel jagend). Der Wolf ist ein ausdauernder Jäger, welcher opportunistisch (nutzt gute Gelegenheiten sofort aus) und effizient (bevorzugt größere Beute wie Schalenwild, die er mit geringstmöglichem Energieeinsatz und Risiko überwältigen kann). Beutetiere werden i. d. R. durch Kehlbiss getötet. Die Beute kann aber auch infolge von starken Bissverletzungen in Flanken, Rücken und Nase überwältigt bzw. getötet werden.
    • Fortpflanzung: Geschlechtsreife mit ca. 22 Lebensmonaten
    • Paarungszeit (Ranzzeit): Mitte Dezember (mehrwöchige Vorranz) bis März; Februar/ März
    • Tragzeit: ca. 63 Tage
    • Gebärzeit: April bis Anfang Mai
    • Wurfgrößen: i. d. R. 4 bis 6 (max. 13) Jungtiere
    • Aufzucht: Die Jungtiere öffnen nach 8 bis 12 Tagen die Augen, werden ca. 6 Wochen gesäugt und nehmen nach ca. 4 Lebenswochen feste Nahrung zu sich. Nach 3 bis 4 Monaten begleiten sie die Elterntiere auf den Streifzügen. Der Nachwuchs ist mit ca. 10 Monaten ausgewachsen und verlässt das elterliche Rudel meist im Laufe des 2. Lebensjahres.
    • Lebensweise: in Gemeinschaft mit Rudelmitgliedern oder Partner sowie auch zeitweise als Einzeltiere
    • Sinne: Hör- und Sehvermögen (insbesondere Nachtsehvermögen) sind hochentwickelt, der Geruchssinn ist ausgezeichnet. Diese Sinne übertreffen die des Menschen bei weitem
    • Alter: max. 13 Jahre
    • Reviergrößen in Mitteleuropa: 150 qkm bis ca. 250 qkm
    • Schutzstatus: Naturschutzrechtlich ist der Wolf international nach der Berner Konvention und dem Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt. In Ländern mit einer robusten Population darf er kontrolliert bejagt werden. In der EU-Flora-Fauna-Habitatrichtlinie (FFH) wird der Wolf im Anhang II (Arten von gemeinschaftlichem Interesse, für deren Erhaltung besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen) und im Anhang IV (auch außerhalb von Schutzgebieten streng zu schützende Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse) geführt. Das Bundesnaturschutzgesetz bestimmt den Wolf nach § 7 Abs. 2 Nr. 14 Buchstabe b) zu einer streng geschützten Art.
    Ausblick

    Der Wolf benötigt keine Wildnis, er ist anpassungsfähig, opportunistisch, sehr mobil und mit einem jährlichen Populationszuwachs von ca. 30 % reproduktionsstark. Diese Voraussetzungen sprechen neben der vorhandenen Nahrungsverfügbarkeit (überhöhte Schalenwildvorkommen) für die künftig weitere Ausbreitung des Wolfes innerhalb Deutschlands. Nicht unerhebliche Gefahren für den Wolf sind allerdings der Verkehrstod und die illegale Nachstellung.

    Thüringen verfügt über viele, insbesondere waldreiche, Gebiete, die faktisch den Lebensraumansprüchen der Art genügen. Mit dem Zuwandern neuer Wölfe oder der Etablierung von Rudeln ist zu rechnen.

  • Zwischen dem Jahr 2000 und 2006 wurden im niedersächsischen Teil des Harzes 24 Luchse ausgewildert. Diese Population reproduziert seitdem und breitete sich auch über den Harz hinaus aus. Im Jahr 2004 wurde dokumentiert, dass diese Luchse erstmals wieder thüringischen Boden betraten, seitdem traten sie in Thüringen hin und wieder auf. Am 2. Februar 2015 wurde zudem ein Luchs bei Gräfenthal (Thür. Schiefergebirge) nachgewiesen, welcher aus Bayern zugewandert sein könnte.

    Ausrottung

    Mit Beginn der großen Rodungswellen infolge der zunehmenden Kultivierung der Landschaft durch den Menschen verringerte sich der Lebensraum des auf größere Waldgebiete angewiesenen Luchses schon im Mittelalter zunehmend. In der früheren Gesellschaft hatte dieser große Beutegreifer einen schlechten Stand und wurde als „Schädling“ für Nutztiere und Jagd betrachtet. Die Intensität der Nachstellung begründete sich jedoch auch durch den früheren, hohen Wert seines Fells, welches sich selbst bis in die Türkei teuer verkaufen ließ. Auch das Fleisch des Luchses wurde in elitären Kreisen als Delikatesse geschätzt.

    Lebensraumverlust und Nachstellung führten zur allmählichen Verdrängung des Luchses in die noch reichlich bewaldeten mitteleuropäischen Gebirge. Doch auch hier währte der Luchs nicht mehr lange. So wurde u. a. der letzte Luchs des Harzes am 17. März 1818 bei Lautenthal erlegt. Am 14. März 1819 wurde im Rahmen einer großangelegten, mehrtägigen Verfolgung der letzte Luchs in Thüringen bei Luisenthal (Thür. Wald) geschossen. Bei diesem Luchs dürfte es sich nach Auswertung der historischen Literatur, Fehlen von Luchsbestätigungen in den Jahren zuvor, allerdings schon nicht mehr um einen „eingeborenen Luchs“ sondern um einen aus dem Osten zugewanderten Luchs gehandelt haben.

    Wiedereinbürgerungen und Rückkehr nach Thüringen

    Alle derzeitigen Luchsvorkommen in Deutschland, den angrenzenden südlichen und weiter westlichen, europäischen Ländern sowie im Böhmerwald gehen auf Auswilderungsinitiativen zurück. Zwischen dem Jahr 2000 und 2006 wurden im niedersächsischen Teil des Harzes 24 Luchse ausgewildert. Diese Population reproduziert seitdem und breitete sich auch über den Harz hinaus aus. Im Jahr 2004 wurde dokumentiert, dass diese Luchse erstmals wieder thüringischen Boden betraten, seitdem traten sie in Thüringen hin und wieder auf. Am 2. Februar 2015 wurde zudem ein Luchs bei Gräfenthal (Thür. Schiefergebirge) nachgewiesen, welcher aus Bayern zugewandert sein könnte.

    Erste Reproduktion in Thüringen und das tragische Ende

    Im Mai 2015 wurde nach zwei Jahrhunderten erstmals wieder die Reproduktion von Luchsen in freier Wildbahn in Thüringen nachgewiesen. Die der Harzpopulation entstammende, besenderte Luchsin "F 5" gebar in der Nähe von Silkerode (Nordthüringen) 5 Jungtiere. Allerdings fand die Luchsfamilie ein tragisches Ende. Am 5. Dezember 2015 fanden Spaziergänger die skelletierten Überreste von Luchsin "F 5". Da die Jungtiere zum Todeszeitpunkt des Muttertieres noch nicht selbstständig waren, muss von ihrem Ableben ausgegangen werden. Die sterblichen Überreste von Luchsin "F 5" wurden unter Hinzuziehung renommierter Experten und Verfahren eingehend untersucht.

    Der skelettierte Kadavers ließ keine eindeutige Klärung der Todesursache zu. Als Todesursache wird eine Kachexie (Unterernährung mit Folge des Verhungerns) des Muttertieres nicht ausgeschlossen. Knochenfettanalysen und die starke Beanspruchung des Muttertieres durch die Versorgung ihrer außergewöhnlich vielen Jungtiere sprechen für diese These. Eindeutig lässt sich die Todesursache von Luchsin "F 5" jedoch nicht mehr klären.

    Artporträt
    • Charakteristische Merkmale: Pinselohren, Stummelschwanz, Backenbart, Hochbeinigkeit
    • Kopf-Rumpf-Länge: ca. 85 cm bis ca. 110 cm
    • Schulterhöhe: ca. 50 cm bis 75 cm
    • Gewicht: ausgewachsene männliche Luchse: ca. 20 bis 25 kg (max. 40 kg); ausgewachsene weibliche Luchse: ca. 15 bis 20 kg
    • Nahrungsbedarf: durchschnittlich 1 kg bis 1,5 kg Fleisch pro Tag
    • Beute: Kleinsäuger bis Jungtiere vom Rotwild, Vögel, Insekten
    • Jagdmethode: Auflauern des Beutetieres oder Anpirschen. Beutetiere werden durch kurze Sprints oder kräftige Sprünge verfolgt. Die Katze nutzt hierbei auch ihre scharfen Krallen zum Überwältigen der Beute und tötet größere Tiere durch Biss in die Drossel oder kleinere Tiere auch durch Biss in den Nacken. Größere Tiere, z. B. ausgewachsene Rehe, werden nicht auf einmal gefressen, sondern der Luchs zehrt mehrere Tage davon.
    • Fortpflanzung: Luchsinnen sind ab dem 22 Lebensmonat geschlechtsreif, die männlichen Tiere (Kuder) ab 33 Lebensmonaten
    • Paarungszeit: Februar/ März
    • Tragzeit: 63 bis 75 Tage
    • Gebärzeit: April bis Juni
    • Wurfgrößen: i. d. R. 2 bis 3 Jungtiere
    • Aufzucht: Die Jungtiere öffnen nach 7 bis 17 Tagen die Augen und nehmen ab der 5.Lebenswoche feste Nahrung zu sich. Im Alter von 3 Monaten begleiten sie die Mutter auf den Jagdausflügen. Väterliche Tiere beteiligen sich nicht an der Aufzucht. Mit Eintreten der Paarungszeit löst sich der Familienverband auf
    • Lebensweise: Einzelgänger (außerhalb der Ranz und Aufzuchtzeit)
    • Sinne: Hör- und Sehvermögen sind ausgezeichnet und übertreffen die des Menschen bei weitem
    • Alter: in Gefangenschaft bis 25 Jahre, in freier Wildbahn bis deutlich unter 20 Jahre
    • Reviergrößen: mehrere 100 qkm bis über 1000 qkm
    Schutzstatus

    Der Luchs unterliegt sowohl dem Naturschutz- als auch Jagdrecht. Nach dem Jagdrecht ist er ganzjährig geschont bzw. darf nicht bejagt werden. Naturschutzrechtlich ist der Luchs international nach der Berner Konvention und dem Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt. In einzelnen Ländern mit einer robusten Population darf er kontrolliert bejagt werden.

    In der EU-Flora-Fauna-Habitatrichtlinie (FFH) wird der Luchs im Anhang II (Arten von gemeinschaftlichem Interesse, für deren Erhaltung besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen) und im Anhang IV (auch außerhalb von Schutzgebieten streng zu schützende Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse) geführt. Das Bundesnaturschutzgesetz bestimmt den Luchs nach § 7 Abs. 2 Nr. 14 Buchstabe b)  zu einer streng geschützten Art.

    Ausblick

    Im Gegensatz zum Wolf ist der Luchs kein Lebensraumgeneralist, sondern an größere Waldkomplexe gebunden. Der jährliche Populationszuwachs ist im Vergleich zum Wolf deutlich geringer. Er liegt jährlich bei maximal 0,6 Jungtieren pro Weibchen. Die Weitwanderer unter den Luchsen sind i.d.R. nur die männlichen Tiere. Die Art ist in Deutschland hohen Gefahren durch den Verkehr, aber auch durch die illegale Nachstellung ausgesetzt. Auch Krankheiten (z. B. Räude) können den kleineren Luchspopulationen empfindlich zusetzen. Langfristig bedarf es einer Vernetzung der Luchspopulationen innerhalb Deutschlands und der Nachbarländer, um einer langfristigen genetischen Verarmung und dem dadurch erhöhten Aussterberisiko zu begegnen.

  • Am 28.11.2018 ist die überarbeitete Richtlinie Wolf/Luchs in Kraft getreten. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Herdenschutzes und der ökonomischen Situation für die Weidetierhaltung in Thüringen. Auf Grundlage der Richtlinie können Präventionsmaßnahmen zum Schutz vor Wolfsübergriffen auf Weidetiere gefördert werden. Tierhalter, die von einem Wolfsriss betroffen sind, können einen Antrag auf Entschädigung stellen. Seit 1. Januar 2017 ist auch die Regulierung von Schäden durch den Luchs möglich.

    Meldung von durch mutmaßlich vom Wolf oder vom Luchs verursachte Nutztierrisse  

    Bitte kontaktieren Sie bei mutmaßlich durch Wolf oder Luchs verursachte Schäden an Nutztieren folgende Nummer: 0361 - 57 39 41 941 (die Entgegennahme von Schadensmeldungen erfolgt ganztägig).

  • Antragsverfahren und Zuständigkeiten, Kontakt zum Rissgutachter, Herdenschutzhundeberatung und weitere Hinweise

    Mit der Erweiterung des Wolfsgebietes auf ganz Thüringen wurde eine flächendeckende Förderkulisse für Herdenschutzmaßnahmen geschaffen. Präventionsmaßnahmen für einen optimalen Schutz vor Wolfsübergriffen auf Weidetiere können in einer Höhe von 100 Prozent gefördert werden. Maßnahmen zur Gewährleistung eines einfachen wolfsabweisenden Grundschutzes sind in einer Höhe von 40 Prozent förderbar. Auf Basis der Richtlinie sind unter anderem Netzzäune mit Weidezaungeräten, ein Untergrabungsschutz bestehender Zäune, Breitbandlitzen an den Zäunen sowie die Anschaffung von Herdenschutzhunden förderfähig. Tierhalter, die von einem Wolfs- oder Luchsriss betroffen sind, können einen Antrag auf Entschädigung stellen. Wolfs- bzw. luchsbedingte Schäden, insbesondere der Verlust von Nutztieren oder Gehegewild und erlittene Sachschäden sowie damit verbundene Kosten für Tierarzt und Tierkörperbeseitigung können in einer Höhe von 100 Prozent ausgeglichen werden.

    Antragsteller sind grundsätzlich beihilfeberechtigt. Dem Antrag auf Entschädigung oder Förderung ist deshalb eine ausgefüllte De-minimis-Erklärung beizulegen. Bitte nutzen Sie hierfür die folgenden abrufbaren Formulare und beachten Sie bei Bedarf die Erläuterungen zur De-minimis-Erklärung.

    Nach den bisherigen Erfahrungen im Herdenschutz wird die Anschaffung von Elektrozäunen mit einer Mindesthöhe von 120 cm oder bei geringerer Zaunhöhe (≥ 90 cm) mit einer in 120 cm Höhe verlaufenden, elektrifizierbaren und im Wind leicht beweglichen Breitbandlitze von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) als optimaler Schutz empfohlen. Der Abstand zwischen der Breitbandlitze und dem Elektronetz/den Litzen sollte 30 cm nicht überschreiten. Die bewegliche Breitbandlitze irritiert den Wolf, wodurch er davon abgehalten wird, den Zaun zu überspringen. Niedrigere Elektrozäune (≥ 90 cm) können alternativ auch in Kombination mit Herdenschutzhunden eingesetzt werden.

    Bewilligungsbehörde für Anträge auf Förderung von Präventionsmaßnahmen und Schadensregulierung ist die obere Naturschutzbehörde:

    Thüringer  Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN)
    Außenstelle Weimar, Dienstgebäude 2
    Abteilung 3, Referat 33
    Carl-August-Allee 8 – 10
    99423 Weimar

    Ansprechpartner:

    • Herr Jens Hermann (Tel.: 0361-57 332 1335 oder E-Mail)
    • Herr Wenzel Wolff (Tel.: 0361-57 332 1390  oder E-Mail)
    Meldung von Nutztierrissen, mutmaßlich durch Wolf oder Luchs verursacht

    Bitte kontaktieren Sie bei mutmaßlich durch Wolf oder Luchs verursachte Schäden an Nutztieren folgende Nummer: 0361 - 57 39 41 941 (die Entgegennahme von Schadensmeldungen erfolgt ganztägig).

     

  • Für das langfristige Überleben beider Arten in der mitteleuropäischen Kulturlandschaft steht auch Thüringen in Verantwortung. Ziel des hiesigen Wolf- und Luchsmanagements ist es, beiden Arten eine dauerhafte Existenz in Thüringen zu ermöglichen. Zusätzlich soll der Erhaltungszustand der jeweiligen länderübergreifenden Populationen verbessert werden. Das Wolf- und Luchsmanagement wird durch das Thüringer Umweltministerium koordiniert.

    Die Rückkehr von Wolf und Luchs stellen insbesondere in einer dicht besiedelten und intensiv genutzten Kulturlandschaft eine besondere Herausforderung dar. Beide Arten, v .a. der Wolf, können Konflikte mit der Weidetierhaltung begründen. Der Konfliktminimierung kommt somit eine besonderen Rolle zu. Hier ist die Förderrichtlinie Wolf/Luchs ein Instrument, um betroffenen Nutztierhaltern etwaige Schäden zu ersetzen oder Schäden durch den Wolf durch die Förderung von Präventionsmaßnahmen zu verringern bzw. gar nicht erst entstehen zu lassen.

    Nach wie vor sind die Themen Luchs und insbesondere der Wolf emotional besetzt,. Dadurch kann die Akzeptanz beider Arten leiden. Häufig geäußerte Befürchtungen und Sorgen können oftmals mit sachlichen Argumenten entkräftet werden. Einseitige Romantisierung und das Verschweigen möglicher Konflikte sind jedoch ebenso wenig hilfreich. Zur Steigerung der Akzeptanz und des Vertrauens der Bürger in das Management von Wolf und Luchs sieht sich das TMUEN einer strikt objektiven Öffentlichkeitsarbeit nach dem wissenschaftlichen Kenntnisstand und der geltenden Rechtslage verpflichtet. Dabei soll möglichst zeitnah zum Wolfs- und Luchsgeschehen in Thüringen berichtet werden.

    Intensives Monitoring und Statistik über Risse von Nutztieren

    Um verbesserte Informationen zur Verbreitung von Luchs und Wolf in Thüringen zu erhalten, wurde das Monitoring, also die  Beobachtung der Arten in der Natur, im 3. Quartal 2017 gemeinsam mit dem Landesjagdverband Thüringen e. V. und dem NABU Thüringen e. V. nochmals verstärkt. So konnte Mitte Oktober 2017 erstmals per Fotofalle nachgewiesen werden, dass die Wölfin von Ohrdruf Nachwuchs mit einem Haushund gezeugt hatte.

    Das Management für die Großbeutegreifer folgt einem dynamischen Ansatz, indem je nach Situation und Kenntnisstand Maßnahmen angepasst oder weiterentwickelt werden. Abstimmungen von Managementmaßnahmen mit wissenschaftlichen Einrichtungen, anderen Bundesländern, dem Bund und auch auf europäischer Ebene sind dabei unumgänglich. Auf Landesebene werden Tierhalter-, Naturschutz-, Jagdverbände, die Landesforstanstalt, der Bundesforst sowie andere Behörden regelmäßig über die beim TMUEN angesiedelte Arbeitsgruppe "Wolf und Luchs" in das Management einbezogen.

    • Ansprechpartner des TMUEN für das Wolf- und Luchsmanagement: Herr Manuel Hoffmann (Tel.: 0361 - 57 39 11 443 oder per E-Mail) oder Herr Sebastian Rogahn (Tel.: 0361 57 39 11 465 oder per E-Mail)
    • Wolf – und Luchstelefon des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau u. Naturschutz: Tel.: 0361 – 57 39 41 941 oder per E-Mail

    Eine Statistik der jährlich verzeichneten Nutztierrisse führt die TLUG.

    Wolfsmanagementplan

    Bereits vor Sichtung des ersten Wolfes im Mai 2014 nahe Ohrdruf hat eine Arbeitsgruppe unter Vorsitz des Thüringer Umweltministeriums einen Wolfsmanagementplan erarbeitet. Der Wolfsmanagementplan informiert über den Wolf und wirbt für seine Akzeptanz. Zugleich werden potentielle Konflikte benannt und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt.

    Der  vorliegende Plan Wolf  bezieht  sich  ausdrücklich auf das Gebiet des Freistaates Thüringen. Die fachliche Grundlage für den Managementplan bildet das Fachkonzept „Leben mit  Wölfen: Leitfaden für den Umgang mit einer konfliktträchtigen Tierart  in Deutschland“ (Reinhardt & Kluth 2007) sowie die „Guidelines  for  Population Level Management Plans for Large Carnivores in Europe“  (Linnell et al. 2008), das  im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz erstellt wurde.

    Der  Managementplan für Thüringen soll zum möglichst konfliktarmen Miteinander von Mensch und  Wolf beitragen.  Ein  erstes  Ergebnis  daraus war die  Ausweisung  des  ersten Thüringer Wolfsgebietes „Zentrum Standortübungsplatz Ohrdruf plus 30 Kilometer Umkreis“  mit Wirkung vom 1. Juni 2015 als Kulisse für die Förderung des Herdenschutzes. Die mit Wirkung vom 28. November 2018 in Kraft getretene neue Förderrichtlinie Wolf/Luchs ermöglicht nunmehr Zuwendungen für den Herdenschutz im gesamten Freistaat. Die Publikation enthält Kontaktdaten weiterer Ansprechpartner. Der Wolfsmanagementplan wurde Ende 2015 in aktualisierter Form veröffentlicht und wird derzeit überarbeitet. Der neue Wolfsmanagementplan wird voraussichtlich Mitte des Jahres 2019 fertiggestellt sein. Die derzeitige Fassung kann hier heruntergeladen werden.

  • Statistik der jährlich verzeichneten Nutztierrisse

    Wolf (Canis lupus) und Luchs (Lynx lynx)

    In Thüringen ist der Wolf seit 2014 wieder heimisch, auch der Luchs findet in den großen zusammenhängenden Waldgebieten des Freistaats einen günstigen Lebensraum.

    Mit der Rückkehr dieser Großraubtiere gehen Herausforderungen einher: Zum einen ist ein weitestgehend konfliktarmes Miteinander zu gestalten und zum anderen gilt es, den Schutz dieser Tierarten sicher zu stellen. Durch nationale und internationale Abkommen geschützt, soll der Erhaltungszustand von Luchs und Wolf verbessert werden. Zur Erreichung dieses Ziels wurde ein „Managementplan für den Wolf in Thüringen“erarbeitet, in dem unter anderem Verbreitung, Biologie sowie Maßnahmen zur Schadensbegrenzung thematisiert werden.

    Innerhalb des Managements übernimmt das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) die Aufgaben des Monitorings und der Forschung. Unter Monitoring wird die Überwachung der Wolfs- bzw. Luchspopulation verstanden. Dazu werden bestimmte Methoden wie der Einsatz von Fotofallen genutzt, um unter anderem mehr über das Vorkommensgebiet der Arten in Erfahrung zu bringen.

    Darüber hinaus ist das TLUBN auch für die Rissbegutachtung von vermeintlichen Wolf- bzw. Luchsrissen zuständig. Das heißt, Fachleute begutachten, bewerten und dokumentieren in diesen Fällen vor Ort das Geschehen.

    Jährliche Statistik der Nutztierrisse

  • Wolfsmonitoring

    Der Wolf ist nach nationalem und internationalem Recht streng geschützt. Gemäß  Artikel 11 der Fauna-Flora-Habitat Richtlinie (FFH-RL) ergibt sich eine Verpflichtung zum Monitoring für diese prioritäre Anhang II Art. Um Aussagen über den Erhaltungszustand des Wolfes treffen zu können, werden mit Hilfe des Monitorings Daten über Größe und Trend der Population, ihrer Verbreitung und Gefährdungen erhoben und bewertet. Einmal im Jahr treffen sich die Monitoring-Beauftragten der Bundesländer und tragen die jährlich erhobenen Daten über Populationsgröße und Vorkommensgebiete zusammen. Darauf basierend wird die Mindestgröße der Population ermittelt und eine deutschlandweite Karte über die Wolfsterritorien erstellt. Darüber hinaus fließen Hinweise aus der Bevölkerung und einem aktiven Fotofallen-Monitoring in die Ergebnisdarstellung mit ein. Monitoring beinhaltet auch die Dokumentation und Sammlung von Spuren. Es gibt zahlreiche Hinweise, die auf die Präsenz von Wölfen, wie beispielsweise: Kot, Fell, Fährten, Sichtung, Urin etc., hindeuten.

    Grundsätzlich wird zwischen passiven und aktiven Monitoring unterschieden.

    Passives Monitoring

    ist die Sammlung von Anwesenheitshinweisen, die zufällig durch Dritte gemeldet und/oder gefunden werden. (Beispiel: Sie finden auf Ihrem Spaziergang eine Wolfslosung oder beobachten auf Ihrer Autofahrt einen Wolf) Das Melden von solchen Hinweisen ist sehr wichtig und leistet einen großen Beitrag zum landesweiten Monitoring! 

    Aktives Monitoring

    ist die gezielte Suche nach Anwesenheitshinweisen durch beispielsweise systematisches Fotofallenmonitoring, Telemetrie, Ausfährten etc.

    Bewertungskriterien für Hinweise von Wolf und Luchs (SCALP – Kriterien)

    An das Monitoring sind bundesweit einheitliche Anforderungen geknüpft, so dass eine Vergleichbarkeit zwischen den  Bundesländern möglich wird. Daraus resultierend hat das Bundesamt für Naturschutz 2015 bestimmte Standards, die sogenannten SCALP – Kriterien (Status and Conservation of the Alpine Lynx Population) für das Monitoring definiert bzw. festgelegt. Die ursprünglich für den Luchs formulierten Kriterien wurden um Wolf und Bär erweitert.

    SCALP ordnet Hinweise hinsichtlich ihrer Überprüfbarkeit in drei Kategorien: C1, C2, C3.

    Ergebnisse des Wolfsmonitoring

    Im Monitoringjahr* 2017/2018 wurden im gesamten Bundesgebiet 73 Wolfsrudel, 30 Wolfspaare und 3 residente, territoriale Einzelwölfe gezählt. Davon leben die meisten in Sachsen und Brandenburg. Das Wolfsvorkommen verteilt sich derzeit auf 7 Bundesländer: Mecklenburg-Vorpommern, Bayern, Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Neben diesen residenten Vorkommen gibt es auch Einzelwölfe die durch Bundesländer streifen und noch kein Territorium etabliert haben. Diese Tiere fließen nicht mit in die Statistik ein.

    Weiterführender Link:

    DBBW – Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf 2018

    Wölfe im Freistaat Thüringen

    In Thüringen gibt es bisher nur einen residenten Einzelwolf, eine Fähe bei Ohrdruf. Dazu kommen immer wieder Meldungen über Sichtungen von durchziehenden Wölfen. Ein Wolf gilt erst dann als „residentes“ Tier, wenn er sich mindestens 6 Monate nachweislich in einem bestimmten Gebiet aufhält.

    Monitoringjahr *

    Anzahl

    Rudel

    Anzahl Paare

    Anzahl

    territoriale Einzeltiere

    Anzahl

    Territorien

    2014/20150011
    2015/20160011
    2016/20170011
    2017/20180011

    * = Ein Monitoringjahr entspricht nicht einem Kalenderjahr, sondern beginnt am 1. Mai eines Jahres und endet am 30. April des Folgejahres. Damit lehnt das Monitoringjahr sich an die Biologie des Wolfes an.

    Melden Sie Hinweise zu Wolf und Luchs

    Neben dem aktiven Monitoring, das die TLUG mit Kooperationspartnern im Freistaat Thüringen durchführt, sind auch Meldungen aus der Bevölkerung von großer Wichtigkeit. Hinweise sind beispielsweise Sichtungen, Losungsfunde, Fährten und mehr. Die erhobenen Daten dienen unter anderem als Grundlage für die jährliche Erstellung von Karten zu Vorkommensgebiet und Populationsgröße.

    Melden Sie Hinweise!

    Wolf-Luchs-Telefon: 0361 573 941 941

    Protokolle zu Wolf- und Luchshinweisen

  • Rissbegutachtung

    Der Wolf ist hinsichtlich seiner Beutewahl anpassungsfähig und ernährt sich von dem, was ihm die leichteste Beute ist.  Er ist Generalist und wird sich von dem ernähren, was für ihn am energieeffizientesten zu erbeuten ist. Unter den Wildtieren macht das Reh den Hauptanteil der Beutetiere aus. Es werden aber auch Hirsche und Wildschweine erbeutet. Tendenziell sind das junge, alte oder kranke Tiere und nicht wehrhafte, starke Tiere. Der Wolf macht keinen Unterschied zwischen Wild- und Nutztieren. Sind ihm Nutztiere leicht zugänglich, kann es vorkommen, dass er diese reißt.

    Nach der "Förderrichtlinie für die Gewährung von Zuwendungen und Billigkeitsleistungen zur Vermeidung oder Minderung wirtschaftlicher Belastungen durch den Wolf/Luchs (Richtlinie Wolf/Luchs)" kann der geschädigte Tierhalter/ die geschädigte Tierhalterin einen Antrag auf Schadensausgleich stellen. Voraussetzung dafür ist eine Rissbegutachtung. Laut Förderrichtlinie besteht kein Rechtsanspruch auf Gewährung von Billigkeitsleistungen. Die Bewilligungsbehörde entscheidet im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel nach pflichtgemäßem Ermessen.

    Nutztierschäden melden innerhalb von 24 Stunden: Wolf-Luchs-Telefon: 0361 573 941 941

    Ziel der Rissbegutachtung ist es den Schadensverursacher herauszufinden. Das bei der Rissbegutachtung erstellte Protokoll bildet die Grundlage für eine mögliche Billigkeitsleistung. Bei der Rissbegutachtung versucht der / die RissgutachterIn auf Spuren für typisches Tötungs- bzw. Fressverhalten des Wolfes zu achten. Bei Wildtierrissen können solche Anträge nicht gestellt werden. Dennoch ist die Meldung über ein gerissenes Wildtier von großer Wichtigkeit. Bitte melden Sie solche Hinweise (siehe Wolfsmonitoring)!

    Im Onlineangebot des TLUBN werden alle im aktuellen Jahr gemeldeten Nutztierrissereignisse aufgelistet, ebenso eine Statistik der Vorjahre:
    https://tlubn.thueringen.de/naturschutz/zoo-artenschutz/wolf-luchs/rissbegutachtung/

     

  • Unter der Telefonnummer 0361 - 57 39 41 941 können Sie das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutzfür (TLUBN) bei Fragen rund um den Wolf und Luchs kontaktieren oder z. B. auch Sichtungen mitteilen.

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