Thüringentour von Umweltministerin Siegesmund „Miteinander reden“ in Altenburg

06.10.2020 · 18:30 Uhr · Residenzschloss Altenburg, Schloss 2-4, 04600 Altenburg

Als am vergangenen Wochenende zum 30. Mal die Deutsche Einheit gefeiert wurde, gingen die Blicke vor allem in die ehemaligen Grenzregionen Thüringens, nach Franken oder Hessen. Weniger im Fokus stand der Landkreis Altenburg. Hierher führte gestern die Thüringentour von Umweltministerin Anja Siegesmund. Sie besucht bis Ende des Jahres mittelgroße Städte im Land, die nach wie vor in der großen Transformation stecken. Ziel der „Miteinander-reden“-Tour, so sagt sie, ist vor allem das Zuhören. Sie will hören, was die Menschen unmittelbar vor ihrer Haustür bewegt.

Ministerin im Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern

Die Ministerin knüpfte beim Besuch in Altenburg an ihre frischen Eindrücke der Einheits-Feierlichkeiten an. Siegesmund stammt aus der Region, ist hier noch heute familiär verwurzelt. Die Region Altenburg hatte, wie so viele Städte und Dörfer im Osten, in den 90er Jahren eine immense Abwanderung vor allem junger und gut ausgebildeter Menschen zu verkraften. Die Einwohnerzahl des Landkreises sank von rund 130.000 im Jahr 1990 auf heute ca. 90.000.

Erste Station des Tages ist der Airport Altenburg/Nobitz mit dem europäischen Drohnenzentrum. Hier entstehen Lösungen für Logistik & nachhaltige Mobilität von morgen. Und weil der größte Automobilkonzern Europas im nahen Werk in Zwickau sein neues vollelektrisches Modell baut, war auch noch eine Probefahrt auf dem Flughafen-Gelände drin.

Im Zentrum der Residenzstadt, unweit des hübsch sanierten Marktplatzes mit bunten Häusern und Wasserspiel, steht ein repräsentatives Gründerzeithaus. Die gestalteten Schaufensterscheiben laden ein zum Mitmachen im „OpenLab“. Hier stemmt sich eine neue junge Generation gegen die gefühlte Überalterung ihrer Stadt. Sie nennen sich selbst die „Stadtmenschen“ und haben sich nicht weniger als die Entwicklung Altenburgs zu einer lebendigen und vor allem für junge Menschen attraktiven Stadt zum Ziel gesetzt. Warum das nötig sei, zeigen 10 junge Frauen und Männer der Ministerin bei einer Präsentation im Stadtlabor. Ein Foto zeigt einen menschenleeren Marktplatz. „Der Schnappschuss entstand an einem Wochentag gegen 17 Uhr“, so die Macher und markiere ein Kernproblem Altenburgs. Hier wollen die „Stadtmenschen“ ran. Und Ideen gibt es reichlich. Einen Katalog mit über 100 Vorhaben gibt es bereits. „Ob Schloss, Theater oder Markt, unsere Heimatstadt hat jede Menge zu bieten – und eine Zukunft, die wir mit dem Projekt Stadtmensch gemeinsam seit 2016 gestalten“, so die Macher auf ihrer Internetseite.

Wie das gelingen kann, das zeigt sich wenig später exemplarisch im Farblabor im Markt. Der Begegnungsort für alle sozialen Schichten bietet Raum für Graffiti-Kunst, gestaltet eigene Workshops und bindet Schulen oder soziale Einrichtungen ein. Hier im Atelier können Kinder und Jugendliche nach Herzenslust ihrer Kreativität mit Farbe freien Lauf lassen.

Am Abend trifft Anja Siegesmund die Macherinnen und Macher des Stadtmensch-Projekts wieder. Rund 30 Menschen sind der Einladung zum „Miteinander reden“ in den Saal des Altenburger Schlosses gefolgt. VertreterInnen aus Verwaltung, Wirtschaft, Kultur und Ehrenamt diskutieren leidenschaftlich. „Klimakrise, Stadtentwicklung, die soziale Frage – alles hängt mit allem zusammen und muss ganzheitlich betrachtet werden,“ sagt die Ministerin zum Einstieg in die 90-minütige Diskussion. Auch Bürgermeister und der 1. Beigeordnete des Landkreises sind gekommen und hören sich die Sorgen und Wünsche der Menschen an. Den Strukturwandel aktiv gestalten, mehr Umwelt- und Klimaschutz, Landwirtschaft, Kampf gegen den Leerstand, Jugend in die Entscheidungsprozesse der Verwaltung einbinden – die Themenpalette ist so vielfältig wie die Menschen, die hier leben.

Richtig konkret wurde es bei der Frage nach einem Umwelt- und Klimamanager für die Stadt Altenburg. Das war eine Forderung an die Verwaltungsspitzen von Stadt und Landkreis. Der kann mit Förderhilfe aus dem Programm „Klima Invest“ des Umweltministeriums finanziert werden. „Ich freue mich auf Ihren Förderantrag“, sagte Anja Siegesmund in Richtung von Altenburgs Oberbürgermeister, André Neumann.

Am Ende des Tages wurde deutlich, wie viele frische Ideen in der alten Residenzstadt sprudeln.

 

Mehr Infos: https://umwelt.thueringen.de/thueringentour

Wir laden Sie herzlich zur Teilnahme ein. Bitte melden Sie sich zu den einzelnen Terminen an über presse@tmuen.thueringen.de. Bitte für das Ortsgespräch ca. 30 Minuten früher da sein. Aktuelle News und Ankündigungen zur Tour gibt es regelmäßig über die Social-Media-Kanäle des Umweltministeriums und auf https://umwelt.thueringen.de/thueringentour.

veröffentlicht von: Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

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