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Zum Weltbodentag am 5.Dezember erklärt Umweltministerin Anja Siegesmund:


„Unsere Böden sind Lebensgrundlage und Klimaschützer – denn sie speichern in ihrem Humusanteil große Mengen an klimaschädlichen Kohlendioxid. Noch immer sind sie durch zu viele Schadstoffeinträge und Versiegelungen gefährdet.

Humuspelosol im Schwarzerdegebiet bei Kölleda

Umso wichtiger, dass wir über unsere Artenschutzprogramme bei Feldrainen und Blühflächen gleichzeitig intakte Böden fördern, und an vielen ehemalige Industriestandorten Böden entgiften, etwa in Rositz-Schelditz (Teerfabrik), Barchfeld (Kettenfabrik), Erfurt (Tanklager), Eisenach (Gaswerk). Die Kommunen können sich auf unsere Unterstützung beim Erkunden und Beseitigen ihrer Altlasten vor Ort verlassen.

Ich unterstütze ausdrücklich das EU Ziel in der neuen Bodenstrategie 2030, den Flächenverbrauch auf Null zu reduzieren. Wenn Böden versiegelt werden, sollten sie an anderer Stelle entsiegelt werden.“

 

Hintergrund:

Der Weltbodentag, der jedes Jahr am 5. Dezember stattfindet, wurde 2002 von der Internationalen Bodenkundlichen Union ins Leben gerufen. Damit soll bei den Menschen ein Bewusstsein für den Schutz der kostbaren und endlichen Ressource Boden geschaffen bzw. gestärkt werden. So wird in Deutschland zur Unterstützung dieses Anliegens seit dem Jahr 2004 ein „Boden des Jahres“ ausgewählt und am Weltbodentag für das Folgejahr präsentiert.

Für 2022 wurde der Pelosol zum „Boden des Jahres“ gekürt. Die Bezeichnung rührt vom griechischen „pelos“ für Ton und dem lateinisch „solum“ für Boden her. In Thüringen haben sich Pelosole auf tonreichen Sedimenten oder tonig verwitterndem Festgestein an verschiedenen Stellen des Thüringer Trias-Hügellandes herausgebildet. Diese schweren Tonböden können nur für kurze Zeit zwischen nassem und trockenem Zustand bewirtschaftet werden. Daher werden sie als Stundenböden bezeichnet - bei zu viel Nässe sind sie zähschmierig und bei Trockenheit betonhart. Dieser Boden reagiert empfindlich auf die Klimakrise.  Das starke Quellen bei Feuchtigkeit und Schrumpfen mit Rissbildung bei Austrocknung kann Wurzeln abreißen oder sogar die Grundwasserneubildung stark beeinflussen.

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