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Weserministerkonferenz beschließt Stufenplan zur Werraentsalzung


Erstellt von Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, Sie finden im Anhang die heute verabschiedete Medieninformation zur Weserminister/innen-Konferenz in Kassel. Dazu erklärt Umweltministerin Siegesmund:

v. l. Priska Hinz, Umweltministerin Hessen; Olaf Lies, Umweltminister Niedersachen und Anja Siegesmund, Umweltministerin Thüringen

„Der neue Bewirtschaftungsplan mit Maßnahmenprogramm Werra/Weser 2021-27 knüpft nahtlos an das Paradigma an, die Versalzung der Werra so schnell als möglich zu beenden, indem K+S konsequent Umweltmaßnahmen umsetzt. Erstmals seit 1941 wird der zulässige Chlorid Wert zur Einleitung in der Werra von 2021 auf 2022 deutlich auf 1880 (2020: 2310 mg/l Chlorid) gesenkt. Im Jahr 2023 sinkt der zulässige Wert auf 1700 mg/Liter um dann bis 2027 stufenweise 1170 mg/Liter zu erreichen.

Möglich ist das nur, weil unter dem Vorsitz Thüringens im Jahr 2015 in einer gemeinsamen Kraftanstrengung der Länder der Flussgebietsgemeinschaft das Unternehmen Maßnahmen ergriffen hat: Indem es eine Verdampfungsanlage(KKF) gebaut hat, die Haldenabdeckung forciert und zum 31.12.21 komplett die Verpressung in den Untergrund auch auf hessischer Seite einstellen wird. Erst durch das Einstapeln in alte Bergwerke wird es ab 2022 möglich sein, stufenförmig bis 2027 den Wert der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen.

Dazu hat die Weserministerkonferenz heute ein Stufenmodell beschlossen. Wir tragen die Verantwortung für sauberes Wasser, dazu gehören auch und gerade saubere Flüsse. Jenseits des geplanten Einstapelns im Südwestfeld der Grube Springen liegt es in Verantwortung von K+S grade in Trockenzeiten zusätzliche umweltfreundlichen Möglichkeiten der Entsorgung umzusetzen, um alle Zielwerte einzuhalten.“

Sie finden hier zudem eine Zusammenfassung der bisherigen Entwicklung K+S/Salzreduktion Werra:

•      Seit 1941 galt an der Werra ein Chlorid-Grenzwert von 2.500 mg/l (Dies entspricht einem Zielwert (90-Percentil) von 2.310 mg/l) Dieser galt ab 1968 unterbrochen von Einleitungen im Umfang von 10.000 bis 40.000mg/l während der DDR. 1999 wurde der alte Grenzwert von 2.500 mg/l erneut eingeführt. Die Werra war damit einer der salzigsten Flüsse Europas infolge anthropogener Einleitungen.

 

•      Lange galt die Verpressung von Salzlauge in den Untergrund und die Einleitung der weiteren Salzlauge als „alternativlos“. Verbesserungen wurden von K+S als technisch unmöglich abgelehnt.

 

•      Erst 2015/2016 (unter Vorsitz Thüringen durch Umweltministerin Siegesmund) konnte ein Durchbruch erreicht und ein klarer Maßnahmen- und Zeitplan zur Reduzierung der Salzbelastung als Bewirtschaftungsplan festgeschrieben werden:

o   Die Versenkung von Salzlauge in den Untergrund endet final Ende 2021 und damit die bis dahin praktizierte Gefährdung des Grundwassers der Region

o   Die Halden sollen ab 2022 abgedeckt werden und so die Ewigkeitslasten des Salzbergbaus für Gewässer und Grundwasser deutlich reduziert werden.

o   Produktionsabwässer werden seit Ende 2017 in einer Kainit-Kristallisations-Flotations-Anlage (KKF) verwertet und damit reduziert.

o   Die verbleibenden Abwässer sollen ab 2022 in das Südwestfeld der Grund Springen „eingestapelt“ werden, anstelle diese in den Fluss entsorgt zu werden.

 

•      Sowohl die Einstapelung von Salzlauge in einem aktiven Bergwerk, als auch die Abdeckung der sehr großen Abraumhalden stellen innovative, fachlich sehr komplexe Ansätze/Maßnahmen dar, die eine sorgfältige Erprobung, Vorbereitung und Prüfung/Genehmigung bedürfen. Im Rahmen dieser ist es zu einem leichten, vertretbaren Zeitverzug gekommen, so dass die Einstapelung in Springen nicht Anfang, sondern erst im Laufe 2022 beginnen kann. Verbleibende Salzabwässer, die mit den neuen Grenzwerten nicht in den Fluss eingeleitete werden dürfen, werden ab 2022 von K+S in ehemalige Bergwerke u.a. in Niedersachsen ausgefahren und für deren Flutung genutzt. Die dafür benötigten Ausfahrkapazitäten sind stark vom Witterungsverlauf abhängig. Trockene Sommer machen sehr hohe Transportmengen erforderlich. Dazu wurden die Transportkapazitäten von K+S bereits deutlich erhöht. Ein weiterer Ausbauschritt, der insbesondere im Fall einer Trockenperiode, wie diese u.a. 2018 / 2020 auftrat benötigt würde, wird in 2023 abgeschlossen werden können.

 

•      Diesem wird im aktualisierten Bewirtschaftungsplan durch eine kurzzeitige Übergangslösung Rechnung getragen. Hierzu wird in den Jahren 2022 und 2023 eine stufenweise Absenkung der Zielwerte geben von heute 2.310 mg Chlorid/l über 1.880 mg/l in 2022 und 1.700 mg /l in 2023 auf 1.580 mg/l ab 2024 und auf 1.170 mg/l ab 2028. Damit wird die Salzkonzentration in der Werra bis Ende 2027 halbiert werden. Die Maßnahmen greifen auch Ziele und Maßnahmen auf, die seitens der Umweltverbände/Anliegergemeinden wiederholt gefordert wurden (z.B. Ende Versenkung (Gemeinde Gerstungen) oder auch Einstapelung Salzlauge statt Einleitung (BUND)).

 

•      Die zeitlich stark begrenzten Übergangsschritte sind Ergebnis einer fachlichen Risikobewertung durch die Experten der FGG Weser und liegen sowohl vom Umfang als auch vom Zeitpunkt erheblich unterhalb der von K+S ursprünglich gewünschten weniger strengen Zielwerte.

 

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