Welterbe-Tag: Umweltministerin Siegesmund wirbt für Initiative „Grünes Band Deutschland als UNESCO Weltkultur- und Naturerbe“


Erstellt von Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Zum heutigen UNESCO-Welterbetags wirbt Umweltministerin Anja Siegesmund für das Grüne Band Deutschland als gemischtes UNESCO-Weltkultur und Weltnaturerbe: „Der Schutz des Grünen Bandes ist für mich ein Herzensprojekt – ein einzigartiger Ort der Erinnerungskultur und Naturschatz zugleich. Ich sehe national und international gute Chancen für dieses Gebiet, diese weltweit anerkannte Würdigung zu erlangen. Es ist ein Symbol des europäischen Friedensprojektes, mit einer einzigartigen Artenvielfalt.“

Die Initiative für das UNESCO Weltkultur- und Naturerbe hat Thüringen 2020 mit einer einem Beschluss der Umweltministerkonferenz gestartet. In einem ersten Schritt gilt es nun, das Grüne Band auf die deutsche Vorschlagsliste (sog. Tentativliste) zu bringen. In der Bewerbung werden dafür die universelle Herausstellungsmerkmale herausgearbeitet, um eine positive Bewertung durch die nationalen Gremien im Kultur- und Umweltbereich zu erreichen. Ein Bewertungsergebnis wird frühestens in 2023 erwartet. Danach muss sich die Bewerbung dem internationalen Vergleich stellen und von der Welterbekommision der UNESCO anerkannt werden (nach 2025).

 

Das Grüne Band ist ein einzigartiger Natur- und Erinnerungslandschaft entlang der ehemaligen innerdeutsche Grenze. Anja Siegesmund: „Auf Initiative des Umweltministeriums ist das Grüne Band Thüringen 2018 als Nationales Naturmonument (NNM) ausgewiesen worden. Damit haben wir einen Meilenstein für eine europäische „European Green Belt“-Zukunft ermöglicht.“

 

Mit einer Länge von 763 Kilometern hat Thüringen den mit Abstand größten Anteil am Grünen Band Deutschland (rd. 1 400 km). Seit der Ausweisung als Nationales Naturmonument wurden u.a. über die Stiftung Naturschutz Thüringen, die die Trägerschaft des Nationalen Naturmonuments „Grünes Band Thüringen“ übertragen bekommen hat, in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Akteuren eine Vielzahl von Projekten umgesetzt. Acht Gebietsbetreuer sind Ansprechpartner vor Ort.

 

Hintergrund:

Kai Frobel und Hubert Weiger, BUND Bayern und Deutschland, waren Initiatoren des Ende 1989 im fränkischen Hof stattgefundenen ersten gesamtdeutschen Treffens von Naturschützern aus Ost und West. Hier wurde die Idee des Grünen Bandes Deutschland geboren. Im Jahr 1990 griff der damalige Bundesumweltminister Prof. Dr. Klaus Töpfer diese Idee auf. Am 19. Juni 2002 übernahm Michael Gorbatschow die Schirmherrschaft für die Idee eines „Grünen Bandes Europa“. Die Schutzgebietskategorie Nationales Naturmonument (kurz: NNM) wurde im Jahr 2009 in das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) aufgenommen. Danach sind Nationale Naturmonumente schützenswerte Gebiete, die aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, kulturhistorischen oder landeskundlichen Gründen und wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit von herausragender Bedeutung sind. Nationale Naturmonumente sind rechtlich wie Naturschutzgebiete geschützt. Die Besonderheit eines Nationalen Naturmonumentes liegt in der untrennbaren Verbindung des Naturschutzes mit dem Erhalt einer Landschaft oder Region aus kulturhistorischen oder landeskundlichen Gründen.

 

Das Nationale Naturmonument beinhaltet den Kernbereich und damit das Rückgrat des Grünen Bandes Thüringen. Es umfasst eine Gesamtfläche von rund 6 500 Hektar. Abgegrenzt wird das Nationale Naturmonument auf der einen Seite durch die Landesgrenze und auf der anderen Seite durch den noch vorhandenen Kolonnenweg oder dessen ehemaligen Verlauf. In das Gebiet einbezogen sind neben dem Kolonnenweg selbst auch weitere Reste der ehemaligen Grenzbefestigungsanlagen sowie Gedenksteine, Tafeln und andere Erinnerungseinrichtungen als Spuren der deutsch-deutschen Geschichte.

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