Seitenbeginn . Zur Hauptnavigation . Zum Seiteninhalt

Wasserstoff: Lkw-Tankstelle im Erfurter Güterverkehrszentrum (GVZ) ab 2024


Erstellt von Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Die Pläne für Thüringens erste Wasserstoff-Tankstelle für Lkw werden konkreter. Ende 2024 sollen die ersten Fahrzeuge im Erfurter Güterverkehrszentrum (GVZ) klimaschonend produzierten „grünen“ Wasserstoff tanken.

Wasserstofftanken (© 123rf.com)
Wasserstofftanken (© 123rf.com)

Dafür hat das Umweltministerium jetzt ein Erfurter Beratungsunternehmen mit der Umsetzung beauftragt.

„Gerade bei Schwerlast ist Wasserstoff ein Teil der klimafreundlichen Verkehrswende. Dort wo Güter nicht auf die Schiene kommen, können Wasserstoff-Lkw eine Antwort sein, wenn wir regional erzeugten Wasserstoff aus Wind- und Sonnenenergie dafür einsetzen“, erklärt Umweltministerin Anja Siegesmund. Langfristig wird die Anbindung an ein überregionales Wasserstoffnetz erfolgen.

Neben der eigentlichen Wasserstofftankstelle sowie Ladeinfrastruktur für batteriebetriebene Fahrzeuge soll in Thüringens größtem Logistikzentrum, dem GVZ Erfurt, auch ein Lkw-Parkplatz mit 70 Stellplätzen entstehen. Insgesamt zehn Handlungsempfehlungen aus einer 2020 vorgestellten Machbarkeitsstudie werden jetzt konkret vertieft und umgesetzt. Dazu gehört u.a. die Anschaffung zehn wasserstoffbetriebener Lkw der 26-Tonnen-Klasse. Die Pritschenfahrzeuge sind für den Einsatz in Speditionen und Logistikunternehmen konzipiert. Finanziert wird die Investition aus Bundesmitteln und Eigenmitteln der beteiligten Unternehmen.

Weiteres Herzstück des Projekts neben der öffentlichen Tankstelle soll ein rund 4 Kilometer langes Rohrsystem zur Verteilung des Wasserstoffs an ansässige Unternehmen werden. So können die Firmen im GVZ ihre Logistik-Fahrzeuge auf dem eigenen Firmengelände betanken. Optional denken die Planer auch an eine 12 Kilometer lange Erweiterung der Pipeline ins Logistikzentrum Nohra bei Weimar. Produziert werden soll der Wasserstoff u.a. mit Hilfe einer 3,5-Megawatt-Elektrolyse an einem Windpark, ergänzt um mehrere weitere Einheiten an geeigneten Standorten, die über eine Pipeline verbunden werden sollen. Insgesamt wird ein anfänglicher Bedarf von ca. 1.000 Kilogramm Wasserstoff für Lkw und Intralogistik entstehen. Das ersetzt mindestens eine Menge von ca. 2.650 l Diesel und reduziert die CO2-Emissionen der Nutzfahrzeuge um ca. 6,9 Tonnen pro Tag.

Bis 2025 sollen die im GVZ Erfurt verursachten CO2-Emissionen aus Güterverkehr und Logistik um 15% sinken. Das Pilotprojekt soll zudem zeigen, wie Logistik- und Speditionsunternehmen klimaneutral werden können. Zum Paket gehört auch die umfangreiche Beratung der Unternehmen zum Umstieg auf Wasserstoff mit der eigenen Fahrzeugflotte. Das Umweltministerium geht von notwendigen Gesamtinvestitionsvolumen von ca. 14 Millionen Euro aus.

Hintergrund

Das Pilotprojekt ist Teil der Thüringer Wasserstoffstrategie, die den Aufbau einer Thüringer Wasserstoffwirtschaft unterstützt. Neben seiner Funktion für das Speichern und die sogenannte Sektorkopplung ist Wasserstoff eine klimafreundliche Antriebsalternative im Lkw- und Bahnverkehr.

 

Das Thüringer Umweltministerium in den sozialen Netzwerken: