Seitenbeginn . Zur Hauptnavigation . Zum Seiteninhalt

Wärmewende: 2,4 Mio. EUR für klimaneutrales Wohnen in Stadtroda


Erstellt von Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Es ist ein Musterprojekt für effizientes energetisches Sanieren und soll Vorbild für tausende öffentliche Wohnungen in Thüringen werden: Ein DDR-Plattenbau in Stadtroda mit 144 Wohnungen wird klimaneutral.

Zum offiziellen Start der Arbeiten übergab Energieministerin Anja Siegesmund einen Förderbescheid über 2,4 Mio. EUR aus der Wärmeoffensive ihres Ressorts an die Wohnungsbaugesellschaft (WBG) Stadtroda.

„Saubere Energie und clevere Lösungen für einen niedrigen Energiebedarf – so gelingt die Wärmewende. Damit bis 2045 alle Gebäude in Thüringen klimaneutral sind, brauchen wir hohe Investitionen. Gleichzeitig muss Wohnen bezahlbar sein. Das kann die Wohnungswirtschaft nicht allein stemmen. Hier sind EU, Bund und Land gleichermaßen in der Pflicht, langfristig attraktive Förderprogramme aufzulegen. Die aktuelle Lage zeigt, dass wir die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zügig beenden müssen“, sagte Energieministerin Siegesmund.
„Wind- und Sonnenenergie sind bereits heute deutlich günstiger als Kohle, Gas oder Atomenergie. Nur der massive Ausbau der erneuerbaren Energien schafft eine sichere, saubere und bezahlbare Versorgung“, so Siegesmund weiter.

In Stadtroda werden Mieterinnen und Mieter dauerhaft vom niedrigeren Energiebedarf profitieren. Die Sanierung wird dank der Förderung des Umweltministeriums mietneutral, die Investitionskosten werden also nicht auf die Miete umgelegt. Dies sei ein wichtiges Signal in Zeiten steigender Preise in vielen Lebensbereichen, insbesondere für fossile Energien, so die Ministerin.

„Hier kommen Mut, Konzept und Engagement zusammen. In Zeiten stark steigender Bau- und Energiepreise sind wir auf Innovation, Verlässlichkeit und erhebliche staatliche Förderung angewiesen. Nur so können die Klimaziele und gutes bezahlbares Wohnen gleichberechtigt erreicht werden. Gerne mehr davon!“, sagte Frank Emrich, Direktor des Verbandes der Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft.

Bis 2023 soll das Gebäude in der August-Bebel-Straße 13 energetisch modernisiert werden. Dabei machten sich die Planer die in Plattenbauten bereits guten energetischen Grundlagen zunutze. Eine neue Lüftungsanlage, Balkonverglasungen und Photovoltaik auf dem Dach sorgen mit einer vergleichsweise moderaten Investition für den bilanziell klimaneutralen Betrieb des Wohnhauses.

Innovativer Kern ist ein neuartiger Wärmetauscher. Er bringt die Wärmeenergie aus Badewanne, Spül- oder Waschmaschine über die Heizung in die Wohnung zurück. Eine Fassadenbegrünung soll das Wohnhaus später bei sommerlicher Hitze kühlen und gleichzeitig als Restwasserfilter dienen.

Gemeinsam mit dem Verband der Thüringer Wohnungswirtschaft (VTW) haben die Planer damit am Beispiel der WBG Stadtroda ein musterhaftes Konzept für seriell gefertigte Wohngebäude der 1980er-Jahre entwickelt. Es ist nutzbar für tausende Wohnungen gleichen Typs in ganz Thüringen. Die WBG Stadtroda vermietet derzeit 547 Wohnungen in 20 Objekten.

Hintergrund

Mit der Thüringer Wärmeenergie-Offensive unterstützt das Thüringer Energieministerium Pilotvorhaben der Wärmewende auf dem Weg zum klimaneutralen Gebäudebestand. Das umfasst neue technische Lösungen für das energieeffiziente Betreiben von Gebäuden, nimmt neue, nachhaltige Baustoffe wie Holz in den Blick und fördert das serielle Bauen.

Konkret wurde ein Forschungsvorhaben der Fachhochschule Erfurt finanziert. Die Lebenszykluskostenbetrachtung kommt zum Ergebnis, dass nachhaltige Bauweisen und ein hoher energetischer Standard im Vergleich zu konventioneller Bauweise wirtschaftlicher sind. Das Forschungsvorhaben ist unter anderem die Basis für die Planung eines neuen Wohnquartiers in Holzbauweise in Ilmenau.  Zudem wird derzeit ein erstes Thüringer Projekt zur seriellen Sanierung nach dem aus den Niederlanden bekannten Energiesprong-Modell vorbereitet.

Das TMUEN investiert über drei Jahre rd. 5 Mio. EUR in Musterprojekte für einen höheren energetischen Standard im Gebäudebestand. Um bis 2045 einen klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen, sind erhebliche Anstrengungen und Investitionen notwendig.

Das Thüringer Umweltministerium in den sozialen Netzwerken: