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Toter Luchs bei Buttstädt – Ermittlungen wegen illegaler Tötung


Erstellt von Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

An einer Bahnstrecke bei Buttstädt (Landkreis Sömmerda) fanden Mitarbeiter der Deutschen Bahn am gestrigen Montag einen toten Luchs mit Einschussloch. Inzwischen ermittelt die Polizei, ebenso ist die zuständige untere Naturschutzbehörde verständigt.

Luchsbild von Pixabay

Dazu erklärt Umweltministerin Siegesmund: „Mich macht der Abschuss dieses Luches unendlich traurig. Nicht nur ist der Luchs eine streng geschützte Tierart. Erst wenige dieser seltenen Tiere sind in Thüringen überhaupt wieder gesichtet worden. Mehr Biodiversität und Artenvielfalt schützen unsere Lebensgrundlagen. So eine illegale Tötung ist ein trauriger Rückschlag für die Populationsentwicklung der Luchse und muss geahndet werden.“

Das beim Umweltministerium angesiedelte Thüringer Kompetenzzentrum Wolf, Biber, Luchs hat gestern den Transport des Luchses in das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung nach Berlin veranlasst. Das Institut ist für die Totfunduntersuchungen von Wölfen und Luchsen in Deutschland zuständig. Neben dem Klären der Todesursache werden dort weitere Daten (z.B. Genetik) ermittelt, die für das Monitoring wichtig sind. Der Verdacht einer illegalen Tötung der streng geschützten Tierart konnte im Laufe des Nachmittages bestätigt werden: Im Rahmen einer Erstuntersuchung wurden Geschossteile in dem Tierkörper entdeckt. Die endgültigen Untersuchungsergebnisse aus Berlin werden der Polizei sowie der zuständigen unteren Naturschutzbehörde übermittelt, damit die weiteren Schritte zur Klärung der Straftat eingeleitet werden können.

Hinweise zu der illegalen Tötung des Luchses, der am 03.01.2022 bei Buttstädt aufgefunden wurde, nimmt die Kriminalpolizeiinspektion Erfurt werktägig unter der Rufnummer 0361/574324003 oder per E-Mail (KPI.Erfurt@polizei.thueringen.de) entgegen.

 

Hintergrund:

Da sich der Luchs nach seiner Ausrottung in vielen Teilen Europas nur sehr zögerlich ausbreitet, ist die Art u.a. in der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie in Anhang II und IV als streng geschützte Art gelistet. Das Bundesnaturschutzgesetz führt den Luchs als besonders sowie als streng geschützte Tierart. Mit dem hohen Schutzstatus geht u.a. das Verbot des Tötens einher. In Deutschland wird der Eurasische Luchs aufgrund seiner Seltenheit zudem in der bundesweiten Roten Liste als „Vom Aussterben bedroht“ eingestuft. Das Töten der streng geschützten Tierart stellt eine Straftat dar, die mit mehrjähriger Freiheitsstrafe geahndet werden kann.

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