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Thüringer Landesprogramm Hochwasserschutz veröffentlicht

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Das Thüringer Landesprogramm Hochwasserschutz ist jetzt für alle Thüringerinnen und Thüringer öffentlich einsehbar unter www.aktion-fluss.de. Das Programm umfasst insgesamt mehr als 3200 Einzelmaßnahmen, die bis zum Jahr 2021 schrittweise umgesetzt werden sollen.

Die dafür eingeplanten Kosten betragen insgesamt ca. 280 Mio. Euro. Finanziert wird das Landesprogramm aus europäischen, Bundes- und Landesmitteln. Es wurde in den letzten Monaten gemeinsam mit Vertretern der Thüringer Kommunen erstellt.

„Wir müssen den Gewässern wieder mehr Raum geben“, beschreibt Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund ein zentrales Ziel des vorbeugenden Hochwasserschutzes. Entsiegelung, mehr Platz für Flussauen und natürlichen Gewässerverlauf sind Schwerpunkte für den künftigen Hochwasserschutz.

 

Einige Eckdaten aus dem Landesprogramm:

An 800 Kilometern Gewässern sollen zur Verhinderung neuer Risiken bis 2021 neue Überschwemmungsgebiete ausgewiesen werden. In diesen Gebieten wird künftig keine Bebauung mehr möglich sein.

Für 1.320 km Gewässer erster Ordnung werden integrale Hochwasserschutzkonzepte erstellt. Für 540 km hat die TLUG dies schon getan oder befindet sich derzeit dabei. Diese Konzepte bilden die Grundlage der laufenden Hochwasserschutzplanungen des Landes. Auch viele Kommunen wollen bis Ende 2021, unterstützt durch Fördermittel des TMUEN, diesen Weg beschreiten.

107 km Deiche des Landes werden zur Verbesserung des Hochwasserschutzes baulich verändert. (Davon 21 km Deichsanierung, 55 km Deichneubau, 31 km Deichrückverlegung)

1.500 Hektar Fläche zwischen den rückgebauten Deichen und den neuen Deichen sollen bis 2021 wieder als natürlicher Retentionsraum gewonnen werden. Für Landwirte, deren Flächen davon betroffen sind, wird eine Entschädigungsregelung vorbereitet.

Technischer Hochwasserschutz konzentriert sich auf die Siedlungsbereiche. Schwerpunkte dabei sind die Städte Eisenach, Gera und Greiz

300 Gespräche vor Ort haben die vom TMUEN finanzierten Gewässerberater Hochwasserschutz seit 2013 zur Beratung der Kommunen und Anlieger geführt.

Für alle 53 Hochwasserpegel sollen Ende 2016 Prognosedaten im Internet zur Verfügung stehen. An 18 Hochwassermeldepegeln in Thüringen sind diese bereits seit Ende 2015 abrufbar. Das sorgt im Hochwasserfall für mehr Planungssicherheit und eine effektivere Steuerung der Einsatzkräfte. Zudem wird eine in kürze erscheinende App die Informationen aller deutschen Hochwassermeldepegel zusammenfassen und speziell für Smartphones aufbereiten.

71 Personen wurden in 2015 erstmals zur Hochwasserabwehr geschult. Damit unterstützt das Land die Gemeinden bei der kommunalen Gefahrenabwehr. Dieses Schulungsangebot wird bis 2021 fortgeführt.

Gleichzeitig fördert das TMUEN seit 2015 die Erstausstattungen für die Einsatzkräfte vor Ort.

Der Schaden des Hochwassers 2013 betrug allein in Thüringen ca. 450 Mio. Euro.

 

Das Thüringer Umweltministerium in den sozialen Netzwerken: