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Siegesmund: Grünes Band verbindet Natur und Geschichte auf einzigartige Weise Thüringen auf dem Weg zu Deutschlands erstem großflächigen Naturmonument

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Das Grüne Band Thüringen soll zu Deutschlands erstem großflächigen Naturmonument werden. Die Planungen dazu hat Umweltministerin Anja Siegesmund heute dem Kabinett vorgestellt.

„Das Grüne Band bietet eine einzigartige Verbindung von Natur und Geschichte. Vielfältige Biotope bieten Lebensraum für ca. 1.200 Tier- und Pflanzenarten der Roten Listen Deutschlands. Diesen Schatz gilt es zu bewahren. Gleichzeitig soll der ehemalige Grenzstreifen als lebendiges Zeugnis der jüngeren deutschen und europäischen Geschichte erlebbar bleiben. Dieser nationalen wie internationalen Verantwortung stellen wir uns“, sagte die Ministerin heute in Erfurt.

Das künftige Nationale Naturmonument Grünes Band Thüringen erstreckt sich auf einer Länge von 763 Kilometern und soll die Flächen zwischen der jeweiligen Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Hessen, Bayern und Sachsen und dem ehemaligen Kolonnenweg umfassen. Die Fläche ergibt etwa 6.800 Hektar - zum Vergleich: Der Nationalpark Hainich hat eine Größe von 7.500 Hektar. Die Stiftung Naturschutz Thüringen wird im Auftrag des Freistaats das Grüne Band erhalten und entwickeln.

Mit der Verbindung von Natur und Geschichte verfügt das Grüne Band über ein Alleinstellungsmerkmal, das für die erfolgreiche touristische Vermarktung unabdingbar ist. Das aktuelle Themenjahr „Das ist meine Natur – Nationale Naturlandschaften Thüringen 2016“ zeigt, welche Wertschöpfungspotenziale von Naturlandschaften ausgehen können. Das Grüne Band Thüringens verknüpft auf einzigartige Weise vielfältige Biotopstrukturen mit ehemaligen Grenzbefestigungsanlagen.

Ebenso verkörpert das Grüne Band einen repräsentativen Abschnitt der europäischen Geschichte und ist Teil des längsten Verbundes von naturbelassenen, vielfältigen Lebensräumen von Skandinavien bis zum Mittelmeer. Im Schatten der Grenzlandschaften des Kalten Krieges entstand über die Jahre ein Netzwerk aus Lebensräumen mit seltenen Tier- und Pflanzenarten.

Die Thüringer Landesregierung wird das bedeutsame Projekt gemeinsam mit den Menschen vor Ort angehen und hat für Mitte August die ersten Gespräche angekündigt. Hier soll ein erstes Meinungsbild in den Kommunen und bei den Landnutzern eingeholt werden. Der Beginn des formellen Gesetzgebungsverfahrens ist für Anfang 2017 geplant, bis Ende 2018 soll die Ausweisung als Nationales Naturmonument abgeschlossen sein.

Das Grüne Band als Nationales Naturmonument bleibt für vorhandene Infrastrukturprojekte weiterhin durchlässig. Zukünftige Planungen von Gewerbegebieten, von baulichen Einrichtungen oder von Landschaftsveränderungen, die die lebendige Erinnerungslandschaft zerstören, müssen sich jedoch an dem neunen Schutzstatus messen lassen.

 

Hintergrund

Das Bundesnaturschutzgesetz ermöglicht seit 2010, „Nationale Naturmonumente“ als Schutzgebietskategorie auszuweisen, also mit einem besonderen Qualitätszeichen zu versehen. „Nationale Naturmonumente“ stehen auf einer Stufe mit den Nationalparks und müssen damit aus den bestehenden Schutzkategorien herausragen. Neben der Natur spielt hier die Landeskultur eine besondere Rolle. Die Ausweisung eines Nationalen Naturmonuments ist Ländersache. Neben Thüringen bereitet derzeit Mecklenburg-Vorpommern ein Nationales Naturmonument vor. Im Gegensatz zum Grünen Band Thüringen handelt es sich dabei um ein eher kleines Flächengebiet mit einer Größe von 75 Hektar.

Das Grüne Band Thüringen ist Teil des European Green Belt. Das European Green Belt verläuft als lebendige Erinnerungslandschaft entlang des Eisernen Vorhangs von der Barentssee zur Ostsee, an deren Küste entlang bis zur ehemaligen innerdeutschen Grenze. Es zieht sich danach mitten durch Deutschland und weiter an verschiedenen Staatengrenzen bis zum Mittelmeer in Albanien und bis zum Schwarzen Meer in Bulgarien. Das sind 12.500 Kilometer mit 24 angrenzenden Staaten.

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