Siegesmund: „Wir müssen unsere blauen Lebensadern schützen“ Tag der Flüsse: Mehr Fischarten, weniger Schadstoffe und noch viel zu tun


Erstellt von Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Zum Tag der Flüsse (26.09.20) erklärt Umweltministerin Siegesmund: „Über Jahrzehnte wurden Flüsse begradigt, dazu setzen ihnen Einträge aus Abwasser und Landwirtschaft sowie die Dürren der vergangenen Jahre zu. Das bereinigen wir seit einigen Jahren Stück für Stück, so dass heute erste Erfolge sichtbar sind. Das ist unverzichtbar, denn unsere Flüsse sind kostbarer Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Wenn wir unsere blauen Lebensadern schützen, schützen wir auch die Artenvielfalt am und im Wasser. In den letzten Jahren sind viele Verbesserungen sichtbar geworden, es bleibt aber noch viel zu tun.“

Rauschender Bach im Wald

Thüringen hat insgesamt ca. 20.000 km Flusslauf – und aktuell erreichen nur rund 20 Prozent die Ziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinie: Mit einem gesunden Ökosystem einen unbelasteten Lebensraum für Tiere und Pflanzen bieten.

Einige Thüringer Flüsse haben sich in den vergangenen zehn Jahren erholt – mess- und sichtbar an größeren Fischbeständen. Der Anteil der Gewässer im „schlechten Fischzustand“ hat sich von über 20 auf nur noch 3 Prozent deutlich reduziert. Auch die Artenvielfalt in den Flüssen hat sich verbessert, 36 Prozent (vor 10 Jahren 16%) weisen hier einen guten Wert auf. Heute finden z.B. die geschützten Arten Groppe, Bachneunauge und Äsche hier wieder gute Bedingungen. So stieg in der unteren Hörsel bei Eisenach durch Wehrrückbau und Renaturierung die Anzahl von 10 auf 15 Fischarten.

Es ist das Ergebnis zahlreicher Initiativen zum Gewässerschutz. In 10 Jahren wurden über 1.000 Maßnahmen zur Durchgängigkeit und für naturnahe Gewässer umgesetzt. An über 400 Einzelstandorten hat sich so die Abwassersituation verbessert und Nährstoffbelastungen reduziert.

So zeigte die Messstelle Molschleben an der Nesse im südlichen Thüringer Becken nach vielen Jahren übermäßiger Nährstoffbelastung mit Ammonium und Phosphor im vergangen Jahr endlich einen guten Zustand für Fische. Warum? Das Abwasser der anliegenden Gemeinden wird inzwischen in den Kläranlagen Erfurt bzw. Gotha behandelt und gelangt nicht mehr unzureichend behandelt in den Fluss.

Hintergrund

Seit 2005 findet jährlich findet am letzten Sonntag im September der Internationale Tag der Flüsse statt. Damit soll weltweit an den Wert der Flüsse erinnert werden.  Landesaktivitäten zum Gewässerschutz finden Sie hier:

https://aktion-fluss.de/

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