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Erste Natura 2000-Station in Hütscheroda eingeweiht Siegesmund: Thüringen schützt europäisches Naturerbe

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Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund hat heute in Hütscheroda gemeinsam mit dem Landesgeschäftsführer des BUND, Herrn Dr. Burkhard Vogel, die erste von 11 Thüringer Natura 2000-Stationen feierlich eingeweiht.

Die Natura 2000-Station „Unstrut-Hainich/Eichsfeld“ wird betrieben von der Wildtierland Hainich gGmbH: eine Gesellschaft, deren Träger der BUND Thüringen, die Gemeinde Hörselberg-Hainich, die Verwaltungsgemeinschaft Mihla und die Gesellschaft zur Entwicklung des Nationalparks Hainich sind. 

„Thüringen trägt mit seinen Natura 2000-Stationen dazu bei, das europäische Naturerbe zu schützen“, sagte die Ministerin. Die Natura 2000-Station „Unstrut-Hainich/Eichsfeld“ betreut Naturschutzprojekte in den Landkreisen Eichsfeld, Unstrut-Hainich sowie im nördlichen Wartburgkreis. Das betrifft 38 Natura 2000-Gebiete, darunter vier europäische Vogelschutzgebiete sowie den Nationalpark Hainich und den Naturpark Eichfeld-Hainich-Werratal. „Mehr Naturschutz heißt besser leben. Diese erste Natura 2000-Station zeigt, dass der Schutz unserer Artenvielfalt viele Hände braucht“, so Siegesmund weiter.

In ihrem fünfmonatigen Probebetrieb hat die Natura 2000-Station „Unstrut-Hainich/Eichsfeld“ bereits praktische Umsetzungserfolge bei der Sicherung des europäischen Naturerbes erzielt. So wurden ca. 3 Hektar Wacholderheide entbuscht und nicht nur ein für Thüringen typischer Lebensraumtyp aufgewertet, sondern auch ein Beitrag geleistet, Schäfern durch Weideprämien die Existenz zu sichern. Die Natura 2000-Station organisiert und koordiniert das Zusammenspiel von Naturschutzverwaltungen, Kommunen, Verbänden und Landnutzern für konkrete Naturschutzmaßnahmen. Das sind z.B. die Anlage von Laichplätzen für bedrohte Amphibien, die Pflege von artenreichen Orchideenrasen oder die Aufwertung von seltenen Lebensräumen wie Kalktuffquellen, die wertvollen Lebensraum für stark bedrohte Libellenarten oder den Feuersalamander bieten. „Hier zeigt sich: mehr Naturschutz heißt besser leben“, so die Ministerin.

Das Thüringer Umweltministerium fördert die Arbeit der Natura 2000-Station im Hainich für die nächsten 4 Jahre mit insgesamt 475.000 Euro.

 

Hintergrund:

Im Freistaat entstehen insgesamt 11 Natura 2000-Stationen. Sie sollen die Lebensräume und Arten des europäischen Schutzgebietsnetzes in Thüringen sichern und entwickeln. Das TMUEN fördert die Ausstattung aller Stationen mit ca. 1 Mio. Euro pro Jahr.

 

Im Jahr 2016 werden 6 Natura 2000-Stationen eingerichtet beim:

  • Landschaftspflegeverband (LPV) Altenburger Land mit dem Standort Grünberg im Altenburger Land
  • LPV Biosphärenreservat Thüringische Rhön in Kaltensundheim
  • LPV Mittelthüringen in Vippachedelhausen
  • Wildtierland gGmbH in Hörselberg/Hainich
  • LPV Südharz/Kyffhäuser in Nordhausen
  • LPV Thüringer Grabfeld in Römhild

 

Weitere fünf sollen am 01.01.2017 folgen. Hierzu gehören:

  • Landschaftspflegeverband Thüringer Wald mit dem Standort in Friedrichshöhe
  • Naturforschende Gesellschaft Altenburg e. V. in Pößneck
  • Regionale Leader Aktionsgruppe Saale-Orla in Jena
  • Naturforschende Gesellschaft Altenburg e. V. in Gotha
  • NATURA 2000 Station Auen, Moore und Feuchtgebiete in Renthendorf

 

Thüringen verfügt über 212 FFH-Gebiete und 35 punkthafte FFH-Objekte sowie 44 EU-Vogelschutzgebiete. Diese Gebiete umfassen rund 270.000 Hektar, das entspricht rund 17% der Landesfläche. In diesen Landschaften kommen seltene und teilweise vom Aussterben bedrohte Arten vor. Die konkreten Naturschutzmaßnahmen sind breit gefächert.

Neben der Einrichtung von Natura 2000-Stationen treibt das TMUEN die Entwicklung der Managementplanungen voran: Zurzeit steht das Vergabeverfahren für Managementplanungen für über 160 FFH- Gebiete kurz vor dem Abschluss. Hinzu kommt die Mittelaufstockung im Förderprogramm Entwicklung von Landschaft und Naturschutz (ENL), das für die Umsetzung der Naturschutzprojekte zur Verfügung steht.

 

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