Siegesmund: Sauber, leise und digital ist der Nahverkehr der Zukunft E-Mobilität: Ilm-Kreis und Stadt Ilmenau planen Einsatz eines hochautomatisierten Shuttlebusses vom Bahnhof Ilmenau zum Campus der Technischen Universität


Erstellt von Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Gemeinsam mit der Stadt Ilmenau plant der Landkreis Ilm-Kreis den Einsatz eines fahrerlosen Shuttles, das mit der Anbindung des Campus der Technischen Universität (TU) vom Bahnhof Ilmenau ein neues Verkehrsangebot unter Einsatz innovativer Technologien schaffen soll. Ab Ende 2021 könnten die hochautomatisierten Shuttles für zunächst drei Jahre den Betrieb aufnehmen.

Ministerin, Landräting und Oberbürgermeister bei stehen vor einem Gebäude.

Bei einer Vorstellung des Projekts im ThIMo sagte Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund den Projektpartnern die weitere Unterstützung des Vorhabens zu: „Sauber, leise und digital ist der Nahverkehr der Zukunft: Hochautomatisiert fahrende elektrische Kleinbusse können die Attraktivität des Nahverkehrs steigern und dazu beitragen, bestehende Angebotslücken insbesondere auf der letzten Meile durch umweltfreundliche Antriebe zu schließen. Gerne wollen wir den auf drei Jahre angelegten Pilotbetrieb eines hochautomatisierten Shuttles in Ilmenau unterstützen, um auch in Thüringen Erfahrungen mit dieser neuen Technologie zu gewinnen“, so Siegesmund.

Eine Förderung dieses innovativen Vorhabens über das Programm „Modellprojekt Elektrobussysteme“ ist grundsätzlich möglich. Gefördert könnten demnach die Beschaffung der hochautomatisierten Elektrofahrzeuge sowie die benötigte Lade- und Wartungsinfrastruktur. Die hierfür notwendigen Fördermittel belaufen sich nach aktuellen Planungen auf rd. 800.000 EUR.

Aufgewertet werden soll das Projekt weiterhin durch die forschungsbezogene Einbindung der TU Ilmenau und des durch die Thüringer Landesregierung unterstützten Thüringer Innovationszentrum Mobilität (ThIMo). Hierdurch sollen Erfahrungen mit den Chancen und Potenzialen autonomer Nahverkehrsangebote gewonnen und diese mit steigendem Automatisierungsgrad der zum Einsatz kommenden Fahrzeuge in die Praxis überführt werden. Aufgrund der aktuellen Rechtslage ist ein vollständig fahrerloser Betrieb nicht möglich, so dass ein sogenannter Operator an Bord jederzeit bei sicherheitsrelevanten Verkehrssituationen oder Störungen eingreifen können muss.

„Klimaschutz im Verkehrsbereich ist ohne Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs nicht möglich“, sagt Landrätin Petra Enders. „Integrierte sowie vernetzte Planung von hochautomatisierten und konventionellen Verkehrsangeboten könnten zudem die Attraktivität des ÖPNV stärken, könnte die Nah- und Anschlussmobilität, Feinerschließung und Anbindung von Ortsteilen mit geringem Fahrgastpotenzial erhöhen. Mit unserem Projekt binden wir erstmalig in Thüringen hochautomatisiertes Fahren in den Fahrplan eines Nahverkehrsunternehmens konkret ein. Mit der Stadt Ilmenau, der Technischen Universität Ilmenau und dem ThIMo haben wir wichtige Partner und Unterstützer für die Umsetzung gefunden. Die Stadt schafft die notwendige Verkehrsinfrastruktur und die TU und das ThIMo übernehmen die wissenschaftliche Begleitung. Der Ilm-Kreis als Träger des ÖPNV und die Stadt Ilmenau bieten damit die besten Bedingungen, um den ÖPNV von morgen zu entwickeln.“

Vorausgegangen ist bereits eine Machbarkeitsstudie im Auftrag des Ilm-Kreises, die mit Fördermitteln des Thüringer Umweltministeriums unterstützt wurde. In diesem Rahmen wurden geeignete Streckenverläufe auf deren technische und rechtliche Umsetzbarkeit überprüft und eine Empfehlung für die Umsetzung der Strecke vom Bahnhof Ilmenau zum Universitätscampus gegeben.

Hintergrund

Der ÖPNV-Ausschuss des Kreistages des Ilm-Kreises hat in seiner Sitzung am 25.06.2020 die Ergebnisse der „Machbarkeitsstudie zum hochautomatisierten Fahren im ÖPNV des Ilm-Kreises“ bestätigt und der weiteren Umsetzung der Machbarkeitsstudie bei einer Förderung des zuwendungsfähigen Kosten in Höhe von 80 % zugestimmt. Mit entsprechenden Absichtserklärungen haben sich Stadt Ilmenau und die TU Ilmenau zur Unterstützung des Projekts zum hochautomatisierten Fahren im Ilm-Kreis bekannt.

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