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Redeauszüge: Umweltministerin Anja Siegesmund präsentierte „Grünes Band Thüringen“ auf dem digitalen Forum des Deutschen Zentrums für Biodiversitätsforschung (iDiv)


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, mit einer Grünen-Band-Präsentation beteiligte sich heute Umweltministerin Anja Siegesmund an der digitalen Konferenz des Deutschen Zentrums für Biodiversität. Das Forum hatte in diesem Jahr das Thema „Die globale Biodiversitätsagenda und die Europäische Biodiversitätsstrategie: Chancen und Herausforderungen für Mitteldeutschland“ - im Austausch zwischen Politik und Wissenschaft.

Verschiedene Ansichten zum Grünen Band Thüringen

Hier finden Sie Auszüge aus der Rede von Umweltministerin Siegesmund:

„Wir in Thüringen haben uns mit dem Gesetz über das Nationale Naturmonument "Grünes Band Thüringen“ vom November 2018 dafür stark gemacht, dass diese einzigartige Erfahrung auch für zukünftige Generationen erlebbar bleibt. Das war sprichwörtlich ein langer Weg. Ein langer Weg, der sich gelohnt hat. Er hat sich gelohnt, weil das Grüne Band nicht nur ein bedeutender historischer Ort ist, sondern auch ein einzigartiger Ort der biologischen Vielfalt. Das Grüne Band ist ein Ort, der besonderen Schutz braucht, denn der dramatische Rückgang der biologischen Vielfalt ist eines der drängendsten Probleme unserer Zeit. Arten und Lebensräume müssen nicht um ihrer selbst willen geschützt werden.

Es geht ja auch darum, die Fähigkeit der Natur zu erhalten, dauerhaft die Güter und Leistungen bereitzustellen, von denen wir existenziell abhängen. Unsere natürlichen Lebensgrundlagen stehen auf dem Spiel. Artenschutz ist – wie Klimaschutz ja auch – eigentlich Menschenschutz.

Das Jahr 2020 markiert das Ende der Dekade der Vereinten Nationen zur biologischen Vielfalt. Der im vergangenen Jahr veröffentlichte Bericht des Weltbiodiversitätsrates (IPBES) zeigte klar, dass die von den Ländern in diesem Jahrzehnt unternommenen Anstrengungen nicht ausreichten, um die meisten der Ziele zu erreichen. Es braucht die europäische Ebene, aber ebenso auch die Bundes- und die Landesebene. Bei uns in Thüringen konnten wir in den letzten 6 Jahren dafür viel erreichen: u.a. mit der Schaffung unseres Netzwerks der Natura-2000 Stationen oder der Erreichung des 5% Ziels – nutzungsfreie Wälder. UND: Es ist uns in Thüringen als erstem Bundesland gelungen, das Grüne Band unter Schutz zu stellen und den gesetzlichen Rahmen für dessen Erhalt und Entwicklung zu schaffen.

Das Gebiet des Nationalen Naturmonuments Thüringen erstreckt sich jetzt über die gesamte Länge des ehemaligen Todesstreifens -  insgesamt 763 Kilometer und umfasst den Kernbereich zwischen Kolonnenweg und Landesgrenze, in Summe 6.500 Hektar.  Damit waren wir Vorreiter und was mich sehr gefreut hat: Ein Jahr nach dem Landtagsbeschluss in Thüringen hat am 09. November 2019 auch Sachsen-Anhalts Parlament das Grüne Band dort als Nationales Naturmonument unter Schutz gestellt. Unsere beiden Bundesländer haben eine Chance genutzt und auf nunmehr 79 Prozent des Grünen Bandes Deutschland eine „grüne Brücke“ errichtet. Aus dem ehemaligen Todesstreifen ist eine Lebenslinie geworden, die wir nun besonders schützen. Ein Ort, an dem Erinnerung, Naturschutz und regionale Entwicklung zusammen gehören. Uns ist das Zusammenspiel dieser Aspekte besonders wichtig. Deshalb haben wir im Thüringer Gesetz über das Grüne Band wird die Gleichrangigkeit von Naturschutz und Erinnerungskultur ausdrücklich in einer Präambel herausgestellt.

Ich wünsche mir, dass dieser Thüringer Initiative nach Sachsen-Anhalt bald weitere Bundesländer folgen und das Grüne Band vollständig als Nationales Naturmonument ausgewiesen wird!

Die Landesregierung in Brandenburg hat einen entsprechenden Kabinettbeschluss im August letzten Jahres gefasst und auch in Mecklenburg-Vorpommern haben vorbereitende Maßnahmen begonnen.

Sowohl die fünf ostdeutschen Flächenbundesländer, als auch die westlich an die damalige DDR angrenzenden Bundesländer und das Bundesumweltministeriums haben im Jubiläumsjahr „30 Jahre Deutsche Einheit“ eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Ich bin zuversichtlich, dass das hier erklärte Ziel: „Gesamtdeutsches Projekt des Naturschutzes und der Erinnerungskultur vollenden – Grünes Band als Nationales Naturmonument sichern“  beidseits des ehemaligen Todesstreifens durchgehend umgesetzt werden kann.“

Das ganze Programm finden Sie unter:

Das Thüringer Umweltministerium in den sozialen Netzwerken: