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Sanierungspläne für Ortsteil Schelditz liegen vor Ökologische Altlasten: Lösungen für verschmutztes Grundwasser in Rositz

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Das Thüringer Umweltministerium legt Vorschläge für konkrete Maßnahmen gegen die Folgen von aufsteigendem, verschmutztem Grundwasser im Rositzer Ortsteil Schelditz vor.

„In Schelditz zeigt sich, wie massiv und langanhaltend ökologische Altlasten aus DDR-Zeiten nachwirken. Unsere Sanierungspläne sind deshalb langfristig angelegt und sehen auch individuelle Lösungen vor“, sagte Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund.

Vorgesehen ist eine Kombinationslösung von Maßnahmen in der Fläche und Maßnahmen an einzelnen Häusern. In der Fläche sind die teilweise Anhebung einer Straße, die Umverlegung eines Bachlaufes sowie Geländeangleichungen geplant. Außerdem sollen Bodenfilter eingebaut werden, durch die das drückende Grundwasser gereinigt wird.

Darüber hinaus sind individuelle Lösungen für einzelne Häuser vorgesehen. Es gibt Häuser, die ausschließlich von dem steigenden Grundwasser betroffen sind, während andere noch zusätzlich von den Schadstoffen im Grundwasser bzw. der Bodenluft belastet werden. Als Abhilfe sind die Verfüllung oder die Abdichtung von Kellern möglich, aber auch die Nutzungsaufgabe und der Abriss von Häusern kann notwendig sein. Nach ersten groben Schätzungen sollen die Arbeiten mindestens 10 Mio. Euro kosten.

Wie die jeweils individuelle Lösung für die Betroffenen aussehen könnte, darüber werden Mitarbeiter des Umweltministeriums, der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau - Verwaltungsgesellschaft (LMBV) und die Planer vom 18. bis 21. Januar mit jedem einzelnen Eigentümer sprechen. Am 22.01. werden die Ergebnisse der Vorplanung im Detail der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Gespräche werden danach selbstverständlich fortgesetzt. Zudem wird das TMUEN nach dem 22.01.2016 unter rositz@tmuen.thueringen.de eine separate Service-Mailadresse einrichten. Darüber hinaus soll im 14-tägigen Rhythmus eine Bürgersprechstunde in Rositz stattfinden.

Bisher wurden die Untersuchungen und Planungen von der LMBV und dem TMUEN beauftragt. Das hat sich bewährt und soll nun gemeinsam fortgesetzt werden. Die Sanierungsarbeiten sollen ab 2018 beginnen, Arbeiten an einzelnen Gebäuden ggf. schon ab 2017.

Im Vorfeld der Planung waren umfangreiche Untersuchungen notwendig. So wurde etwa der Grundwasseranstieg lupenartig für die Ortslage Rositz/Schelditz bewertet und bis zum Jahr 2100 prognostiziert. Bauwerke, Straßen und Häuser wurden eingemessen. Boden, Luft- und umfangreiche Grundwasseruntersuchungen wurden durchgeführt.

 

Hintergrund:

Anfang der 90er Jahre wurde Rositz wegen der beispiellosen Ablagerungen im Teersee „Neue Sorge“ deutschlandweit bekannt. Die Teerseesanierung wurde 2012 abgeschlossen, an seiner Stelle wächst heute Gras. Doch wurde 2012 gutachterlich auch belegt, dass die in Schelditz angetroffenen Schadstoffe vom angrenzenden Teerverarbeitungswerk kommen. Sie haben sich über Jahrzehnte in mehreren Metern Tiefe befunden, haben sich mit dem Grundwasserstrom nach Schelditz verlagert und werden nun in Folge des Grundwasseranstiegs nach oben gedrückt. Diese Situation führte zur zunehmenden Belastung der Bewohner und zu Gefahren für die Umwelt. Um umfassende Abhilfe zu schaffen, hatten sich das Thüringer Umweltministerium und die LMBV zur Zusammenarbeit entschlossen. Die Bundesgesellschaft LMBV ist als Projektträger für die bund- und länderfinanzierten ökologischen Großprojekte der Braunkohlesanierung verantwortlich.

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