Siegesmund: So schützen wir unsere Gewässer auch in Zukunft Neues Landesprogramm Gewässerschutz


Erstellt von Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Nach dem ersten Thüringer Landesprogramm Gewässerschutz (2015 – 2021) legt das Umweltministerium nun ein Folgeprogramm (2022 -2027) vor und stellt den Entwurf für eine öffentlichen Anhörung online zur Verfügung: http://www.aktion-fluss.de.

Der Fluss Vesser, unterhalb des Suhler Ortsteil Vesser in der Kernzone des UNESCO-Biosphärenreservats Thüringer Wald
Der Fluss Vesser, unterhalb des Suhler Ortsteil Vesser in der Kernzone des UNESCO-Biosphärenreservats Thüringer Wald (© Matthias Müller)

Für die nächsten sechs Jahre wurde ein neues Maßnahmenpaket mit ca. 3.000 Maßnahmen geschnürt, mit einem Gesamtvolumen von über 830 Mio. Euro. Bevor es 2022 in Kraft tritt, haben Interessierte bis zum 22.6.2021 Gelegenheit, online Stellung zu nehmen.

Dazu erklärt Umweltministerin Siegesmund: „Wir haben in den letzten Jahren viel für unseren Gewässerschutz erreicht – gleichzeitig bleiben noch große Herausforderungen. Entlang von 110 km haben sich Gewässer wieder naturnah entwickelt, etwa 80.000 Einwohner konnten zusätzlich an kommunale Kläranlagen angeschlossen werden. Und doch erreichen noch zu wenig Gewässer in Thüringen einen guten ökologischen Zustand, weil noch immer zu viele Nährstoffe aus Abwasser und Düngung hineinfließen.“

Die Ergebnisse der bisherigen Maßnahmen sind ein Ansporn. So stiegen z.B. durch den Rückbau des Wehres Merkers die Fischarten von 6 auf 14 Arten an. Auch die Obere Itz gehört zu den Profiteuren des Landesprogramms. Hier konnten durch Optimierung der Kläranlage Schalkau die Arten der Kleinlebewesen im Gewässer verdoppelt werden. Auch die Bere (Zufluss der Zorge) hat es vorerst geschafft: Der gute ökologische Zustand ist erreicht – übersetzt in Schulnoten: Eine glatte 2. Das sah dort zu Beginn noch ganz anders aus: zu viele Nährstoffe, zu viel ungeklärtes Abwasser und zu verbaut. Note 4. Und es folgten diese Maßnahmen: Abwasser zur Kläranlage leiten, Sohlstufen wie in Ilfeld zurückbauen und das vorhandene Wiederbesiedlungspotential des FFH-Gebietes nutzen.

Viele Flüsse haben noch einen längeren Weg vor sich, zu viele Versäumnisse der Vergangenheit sind gleichzeitig aufzuholen. Und so zeigen die neuen Noten, dass derzeit erst 14% aller Gewässer ihr Ziel erreichen. 32% erreichten nur eine mäßige, 37% eine unbefriedigende und ca. 17% eine schlechte Beurteilung (vor 12 Jahren erhielten noch 40% der Gewässer eine schlechte Bewertung). Mit der Novelle des Thüringer Wassergesetzes hat das TMUEN 2019 bewusst neue Akzente gesetzt: Ein düngemittelfreier Gewässerrandstreifen und 20 gesetzliche Gewässerunterhaltungsverbände, die sich seit Anfang 2020 anstelle der ehemals über 800 Gemeinden nun um die Maßnahmen zur naturnahen Entwicklung der kleineren Gewässer kümmern und vom Land sicher finanziert werden.

Zu den Maßnahmen des neuen Landesprogramm Gewässerschutz gehören:

  • ca. 570 Maßnahmen zur naturnahen Entwicklung der Gewässer
  • ca. 1.400 Maßnahmen zur Verbesserung der Durchwanderbarkeit der Flüsse für Fische
  • rund 80.000 Einwohner sollen zusätzlich an Kläranlagen angeschlossen und viele Kläranlagen weiter ausgebaut/optimiert werden
  • auf ca. 46 % der landwirtschaftlichen Flächen gibt es erhöhte Anforderungen an das Düngemanagement
  • die Sanierungsmaßnahmen in den Thüringer Kaliregionen und im Gebiet des ehemaligen Uranerzbergbaus werden fortgesetzt

 

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