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Siegesmund: „Unsere Stationen sind ausgezeichnete Kümmerer vor Ort“ Naturschutz: Bundesweit einmaliges Natura 2000 Netzwerk in Thüringen zieht nach 5 Jahren Bilanz


Erstellt von Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Eine neue Broschüre des Umweltministeriums ermöglicht einen Ein- und Ausblick zu 5 Jahre Natura 2000 Stationen in Thüringen.

Sie ist beim Ministerium kostenlos bestellbar oder steht zum Download zur Verfügung: LINK (Broschüre) Sie ist Gesprächs-Grundlage des heutigen Netzwerktreffens im Umweltministerium mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus allen Stationen und des Kompetenzzentrums.

Dazu erklärt Umweltministerin Siegesmund: „Das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort ist enorm und wird vor Ort gebraucht. Sie bilden in den 12 Stationen quer durch Thüringen unser einzigartiges Netzwerk für den Naturschutz. Hier können wir nicht nur Landwirtinnen und Landwirte beraten und mit Fördermitteln unterstützen, hier finden ganze Schulklassen Informationen und Umweltbildung. Die Stationen schützen die Artenvielfalt in Thüringen und bewahren unsere reichen Naturschätze.“

Ein solches Netzwerk des Naturschutzes ist bundesweit einmalig, Thüringen ist mit Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland Pfalz im Austausch, die ebenfalls ein solches Netzwerk anstreben. Vor fünf Jahren (Mai 2016) wurde mit der Natura 2000-Station Unstrut-Hainich/Eichsfeld die erste der inzwischen 12 Thüringer Stationen durch das Umweltministerium eingeweiht. Seit 2019 sind die Stationen und ihre Arbeit durch das neue Naturschutzgesetz Thüringen dauerhaft abgesichert.

„Auch wenn noch viel Arbeit auf uns wartet: Durch die begonnen Arbeit haben sich einige Lebensräume mit wertvollen Arten schon verbessert. Dies gilt zum Beispiel für Kalkmagerrasen und Mähwiesen, die für zahlreiche Insektenarten wichtig sind und seltene Naturschätze wie die Bienen-Ragwurz (Orchidee) oder den Deutschen Enzian beherbergen. Das gilt auch für die Orchideen-Buchenwälder in der Hohe Schrecke und dem Nationalpark Hainich. Beide Gebiete haben schöne Urwaldpfade und zeichnen sich durch Arten- und Strukturreichtum aus. Und natürlich gilt dies auch für seltene Tierarten, wie etwa die Kleine Hufeisennase (Fledermaus), den Eremit (Käfer), den Skabiosen-Scheckenfalter (Schmetterling) oder auch den Rotmilan“, so Ministerin Siegesmund.

Das Umweltministerium unterstützt das Netzwerk ab diesem Jahr mit rund drei Millionen Euro jährlich, damit hat sich der Betrag im Vergleich zu 2018 verdoppelt. Die Natura 2000-Stationen sind wichtige Partner im ländlichen Raum, die den Landwirtinnen und Landwirten bei der Pflege beratend zur Seite stehen. In jedem Jahr werden zwei Natura 2000 Landwirte bzw. Landwirtinnen für eine vorbildliche Verbindung von Landwirtschaft und Naturschutz ausgezeichnet. Die nächsten Preisträger werden im August/September offiziell geehrt. Darüber hinaus arbeiten die Stationen eng mit den unteren Naturschutzbehörden und dem neu geschaffenen Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz zusammen.

 

Hintergrund:

Thüringen ist eines der artenreichsten Länder Deutschlands: Rund 55.000 Tier- und Pflanzenarten leben schätzungsweise in Thüringen und manche Arten, wie die Rhön-Quellschnecke, kommen weltweit nur hier vor. Thüringen verfügt über 212 FFH-Gebiete und 47 punkthafte FFH-Objekte sowie 44 EU-Vogelschutzgebiete, die das flächendeckende europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000 bilden. Die Natura 2000-Gebiete umfassen rund 270.000 Hektar, das entspricht rund 17 Prozent der Thüringer Landesfläche.

 

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