Siegesmund: „Die Unternehmen in Thüringen sollen gut vorbereitet sein“ Nachhaltigkeit: Umweltministerium fördert Beratungen zum neuen Lieferkettengesetz


Erstellt von Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Das Umweltministerium unterstützt das Institut der Wirtschaft Thüringen (IWT) dabei, Zuliefer-Unternehmen auf das – nach Verabschiedung durch den Bundestag– voraussichtlich ab Anfang 2023 geltende neue Lieferkettengesetz einzustellen.

Containerlagerplatz

Ziel des Gesetzes ist es, Menschenrechte in globalen Lieferketten einzuhalten und Fehlentwicklungen, wie Kinderarbeit, Ausbeutung (Zwangsarbeit), Gesundheitsgefährdung und Naturzerstörung einzudämmen.

Dazu erklärt Umweltministerin Anja Siegesmund: „Je nach Lieferketten kann das Gesetz auch für kleine und mittlere Unternehmen in Thüringen eine Rolle spielen. Darum ist es wichtig, dass sie sich früh darauf vorbereiten können - das wollen wir unterstützen. Ich freue mich, dass wir hier mit dem Institut der Wirtschaft Thüringen zusammenarbeiten und dass Akteure der Umwelt- und Entwicklungszusammenarbeit das Projekt begleiten.

Was für das Lieferkettengesetz zu beachten ist, soll durch eine Unternehmensbefragung sowie in ausgewählten Pilotunternehmen ermittelt werden, in Workshops analysiert, zu Empfehlungen konzentriert und durch einen Projektbeirat vermittelt werden. Dafür entstehende Kosten bis Ende des Jahres werden vom Umweltministerium mit rund 65 000 Euro unterstützt.

Roswitha Weitz, Geschäftsführerin des IWT, ergänzt: „Viele große Unternehmen sind sich der anstehenden Sorgfaltspflichten bereits bewusst. Zahlreiche Unternehmen sehen sogar ihre internationale Wettbewerbsposition gegenüber Umwelt- und Sozial-Dumping gestärkt. Doch das neue Gesetz nimmt auch die Zulieferer in die Pflicht. So wird die Verantwortung in der Lieferkette weitergereicht. Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen kann es herausfordernd sein, die Befolgung von Standards in der Lieferkette bis in äußerste Winkel zu durchleuchten und zu verantworten. So stellen sich für uns aktuell viele Fragen. Im Kontext des Nachhaltigkeitsabkommens Thüringen werden wir gemeinsam das Thema mit den Unternehmen in Thüringen angehen“.

 

Hintergrund:

Laut Gesetzt müssen Unternehmen einmal pro Jahr einen Bericht an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) einreichen, in dem sie transparent auflisten, wie im eigenen Unternehmen und bei allen direkten Zulieferern die Einhaltung der Menschenrechte garantiert wird. Gibt es bei vorgelagerten Zulieferern Grund zur Annahme, dass Verstöße vorliegen, muss die gesamte Lieferkette entsprechend untersucht und der Behörde offengelegt werden. Die Grundlage bilden Risikoanalysen und ein einzurichtendes Beschwerdeverfahren. Ggf. kommen Präventions- und Abhilfemaßnahmen zur Anwendung.

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