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Umweltstaatsekretär Möller: „Die Unternehmen in Thüringen sollen gut vorbereitet sein“ Nachhaltigkeit: Auftakt zum Beratungsprozess der Thüringer Wirtschaft zum neuen Lieferkettengesetz– gefördert durch Thüringer Umweltministerium


Erstellt von Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Eine durch das Umweltministerium geförderte Beratung Thüringer Unternehmen zum neuen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) begann heute mit einem Workshop des Institut der Wirtschaft Thüringens (IWT) in Erfurt.

Das Gesetz tritt ab 2023 in Kraft, verstärkt Menschenrechte in globalen Lieferketten und dämmt Fehlentwicklungen, wie Kinderarbeit, Ausbeutung (Zwangsarbeit), Gesundheitsgefährdung und Naturzerstörung weiter ein. Umweltstaatssekretär Olaf Möller begrüßte heute Unternehmen unterschiedlicher Branchen, u.a. die Königsee Implantate GmbH aus Allendorf, die strickchic GmbH Strickwarenfabrik Apolda und die Schachtbau Nordhausen GmbH. Die Beratungen durch das IWT unterstützt das Umweltministerium mit rund 65.000 Euro.

Zur Eröffnung sagte Umweltstaatssekretär Olaf Möller: „Viele kleine und mittlere Unternehmen in Thüringen sind international vernetzt und, wenn auch nicht direkt durch das neue Gesetz verpflichtet, dann doch über die Lieferkette als Zulieferer von großen Unternehmen oder im Unternehmensverbund betroffen. Eine frühe Vorbereitung darauf ist daher wichtig und ich freue mich sehr, dass die Thüringer Wirtschaft sich frühzeitig und proaktiv damit beschäftigt, das unterstützen wir gern. Mit dem IWT - Institut der Wirtschaft Thüringens haben wir dafür einen kompetenten Partner, der viele Akteure der Umwelt- und Entwicklungszusammenarbeit einbezieht.“

Neben leitfaden-gestützten Interviews, zahlreichen Unternehmergesprächen und dem heutigen Workshop mit den Pilot-Unternehmen wird eine standardisierte Unternehmensbefragung stattfinden. Dadurch sollen vor allem kleine und mittlere Unternehmen für die bevorstehenden Herausforderungen sensibilisiert und der Austausch zwischen interessierten Unternehmen zu ihren bisherigen Erfahrungen gestärkt sowie Empfehlungen zur Vorbereitung und dem Umgang mit künftigen Anforderungen erarbeitet werden.

Roswitha Weitz, Geschäftsführerin des IWT, ergänzt: „Viele große Unternehmen sind sich der anstehenden Sorgfaltspflichten bereits bewusst. Zahlreiche Unternehmen sehen sogar ihre internationale Wettbewerbsposition gegenüber Umwelt- und Sozial-Dumping gestärkt. Olaf Möller drückte es aus, dass das Gesetz auch die Zulieferer in die Pflicht nimmt und somit auch die Verantwortung in der Lieferkette weitergereicht wird. Diesbezüglich wollen wir für kleine und mittlere Unternehmen ein Arbeits-Forum zur Verfügung stellen, mit dem sie Unterstützung erhalten und arbeiten können. Um dieses jedoch nach den Bedürfnissen auszurichten, ist die Bestandsaufnahme und die Diskussion mit Thüringer Unternehmen notwendig.“

Hintergrund:
Laut Gesetzt müssen Unternehmen einmal pro Jahr einen Bericht an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) einreichen, in dem sie transparent auflisten, wie im eigenen Unternehmen und bei allen direkten Zulieferern die Einhaltung der Menschenrechte garantiert wird. Gibt es bei vorgelagerten Zulieferern Grund zur Annahme, dass Verstöße vorliegen, muss die gesamte Lieferkette entsprechend untersucht und der Behörde offengelegt werden. Die Grundlage bilden Risikoanalysen und ein einzurichtendes Beschwerdeverfahren. Ggf. kommen Präventions- und Abhilfemaßnahmen zur Anwendung.

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