Siegesmund: „Fahrende Mess-Stationen spüren Hitzeinseln auf und ermöglichen gezielte Maßnahmen“ Hitze in der Stadt: Start für neues Messverfahren zu Klimaveränderungen in Jena


Erstellt von Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Umweltministerin Anja Siegesmund startete heute in Jena ein neues Messverfahren zur Aufzeichnung für Klimadaten. Erstmals ermitteln Sensoren auf Entsorgungsfahrzeugen straßengenau Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Stadtgebiet von Jena.

Ministerin Siegesmund auf dem Dach eines Entworgungsfahrzeuges beim Montieren eines Messgeräts
Ministerin Siegesmund auf dem Dach eines Entworgungsfahrzeuges beim Montieren eines Messgeräts

Damit sollen in den kommenden Jahren Orte mit besonderer Hitzebelastung aufgespürt werden.

„Vorsorge und Anpassung an Hitze, Starkregen oder Trockenheit ist genauso wichtig wie Klimaschutz selbst. Die Klimakrise ist da und stellt Thüringens Kommunen vor große Herausforderungen. Mit dem neuen Messverfahren steht nicht nur für Jena, sondern für alle Gemeinden und Städte ein wirksames Instrument bereit. So kann der Schutz der Menschen vor großer Hitzebelastung zielgenau und effizient gelingen“, sagte Umweltministerin Anja Siegesmund.

Das neuartige Verfahren wurde von der Klimaagentur im Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) seit 2018 entwickelt und erprobt. Im Oktober gehen die Messgeräte auf sechs Entsorgungsfahrzeugen des Kommunalservice Jena in den Echtbetrieb. Insgesamt investierte das TLUBN rund 115.000 EUR in das Projekt.

Die gewonnenen Daten sind unverzichtbar für zielgenaue Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen der Klimakrise. Wo wird es in eng bebauten Städten besonders heiß? Wo steigert eine hohe Luftfeuchtigkeit die Hitzebelastung der Menschen? Wo besteht besonderer Handlungsbedarf für eine klimawandelgerechte Stadtentwicklung? Die Ergebnisse der langfristig angelegten Messungen ermöglichen eine auf 25 Meter genaue Lokalisierung besonderer „Hotspots“ – 40 Mal genauer als bisher.

 

Förderprogramm zur Anpassung an die Folgen der Klimakrise

Mit dem Förderprogramm „Klima Invest“ schafft das Thüringer Umweltministerium die Voraussetzungen dafür, dass sich Gemeinden, Städte und Landkreise in Sachen Klimaschutz und Klimaanpassung engagieren und wichtige Zukunftsthemen vor Ort selbst gestalten können. Unterstützt werden sie bei Investitionen in Konzepte zur Klimafolgenanpassung und Klimaanalysen, aber auch bei konkreten Investitionen wie Verschattungsmaßnahmen, Entsiegelungen, Begrünungen oder das Schaffen offener Wasserflächen.

 

Hintergrund

An einem sommerlichen Hitzetag in Jena sind Temperaturunterschiede von sechs Grad Celsius und mehr keine Seltenheit. Die Höhenunterschiede von mehr als 200 Metern im Stadtgebiet sowie die Landnutzung von Wald bis zu komplett versiegelter Fläche im verdichteten Innenstadtbereich beeinflussen maßgebliche die lokale Temperatur.

Einzelne stationäre Wetterstationen können diese Charakteristik nicht ansatzweise abbilden. Die mobilen Messungen erlauben nun eine quartiersgenaue Lokalisierung von innerstädtischen Wärmeinseln.

 

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