Zur Hauptnavigation . Zum Seiteninhalt

Gemeinsame Pressemitteilung des Thüringer Umweltministeriums, des Biosphärenreservats Rhön und des Naturschutzgroßprojekt „Thüringer Kuppenrhön“ Erhalt der Artenvielfalt entlang des Grünen Bands: Naturschutzgroßprojekt „Thüringer Kuppenrhön“ offiziell eröffnet


Erstellt von Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Die Artenvielfalt im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön ist vor allem durch Nutzungswandel zunehmend gefährdet. Diesem Trend entgegenzuwirken und Flächen entlang des Grünen Bands unter naturschutzfachlichen Aspekten im Sinne einer nachhaltigen Landnutzung zu entwickeln, macht sich das Naturschutzgroßprojekt „Thüringer Kuppenrhön“ zur Aufgabe.

Die Basalthügellandschaft – ein für die Kuppenrhön typisches Landschaftsbild. / Foto: Julia Gombert
Einzelne Lesesteinwälle und Basaltblockhalden stellen eine Besonderheit des Teilgebietes „Hohe Rhön“ dar. / Foto: Julia Gombert

 

In der Hochrhönhalle in Frankenheim ist das Projekt am 6. Juli von den Projektverantwortlichen sowie Vertreterinnen und Vertretern aus dem Bundes- und dem Thüringer Umweltministerium offiziell eröffnet worden.

Dazu erklärt Umweltstaatssekretär Olaf Möller: „Ich freue mich sehr, dass wir gemeinsam das Naturschutzgroßprojekt,Thüringer Kuppenrhön‛ auf den Weg bringen können. Wir erhalten eine wertvolle Kulturlandschaft, schützen die Artenvielfalt und bringen eine nachhaltige Landnutzung voran. Es ist uns besonders wichtig, dass die Ideen gemeinsam von Fachleuten und den Menschen vor Ort entwickelt werden. Aus der Region – für die Region. Und für eine intakte Natur in der Rhön.“

Sumpfspitzmaus, Kreuzkröte und Wanstschrecke, Wachtelkönig, Braunkehlchen und Wiesenpieper – das länderübergreifende UNESCO-Biosphärenreservat Rhön trägt für zahlreiche bedrohte Arten eine bundesweite Verantwortung. Ein besonders wertvoller Schatz und ein Hotspot der Artenvielfalt sind die Flächen im und am ehemaligen Grenzstreifen, dem Grünen Band. Ein 112 Kilometer langes Teilstück dieses Nationalen Naturmonuments Thüringen und weitere angrenzende Flächen bilden die Kulisse des Naturschutzgroßprojekts „Thüringer Kuppenrhön“. Das „chance.natur“-Projekt hat das Ziel, das Gebiet – dieses erstreckt sich von Pferdsdorf im Wartburgkreis bis Hermannsfeld im Landkreis Schmalkalden-Meiningen – unter Naturschutzaspekten und im Sinne einer nachhaltigen Landnutzung zu entwickeln. Konkrete Ziele sind die Wiederherstellung verloren gegangener wertvoller Offenlandbereiche und die Vernetzung dieser Lebensräume, Biotopverbesserungen, der Erhalt und die Regeneration von Bergmähwiesen, Borstgrasrasen und Kalkmagerrasen sowie halboffener Biotope wie Wacholderheiden und Streuobstwiesen, aber auch die Renaturierung von Mooren, Quellen und Fließgewässern. Daneben sollen die Lebensräume der Zielarten wie Kreuzotter, Schwarzstorch, verschiedener Wiesenbrüter, Hochmoor-Perlmuttfalter und Edelkrebs erhalten und gefördert werden.

„Mit ,chance.natur‛ will der Bund seinen Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt erbringen und die Bundesländer bei der Sicherung des Grünen Bandes unterstützen“, erklärt Dr. Christiane Paulus, Ministerialdirektorin im Bundesumweltministerium (BMU). „Das Naturschutzgroßprojekt ,Thüringer Kuppenrhön‛ bietet Chancen – nicht nur für die Natur, sondern auch für die Menschen, die hier leben. Daher freue ich mich besonders, dass die Menschen in der thüringischen Rhön bereits das zweite Naturschutzgroßprojekt umsetzen wollen.“

Zeitraum und Finanzierung

Projektträgerin ist die Naturschutzgroßprojekt Thüringer Kuppenrhön gGmbH mit den Gesellschaftern Landschaftspflegeverband (LPV) "Thüringer Rhön" e. V. und Heinz Sielmann Stiftung (HSS). Im Projekt I wird voraussichtlich bis zum Jahr 2024 ein Pflege- und Entwicklungsplan (PEPL) mit Maßnahmen erarbeitet. Das Projekt I hat ein Gesamtvolumen von rund 965.000 Euro. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) fördert das Projekt mit Mitteln des BMU in Höhe von 75 Prozent, das Land Thüringen (TMUEN) mit 15 Prozent, und die Trägergesellschaft übernimmt die verbleibenden 10 Prozent. Jener Eigenanteil der Projektträgerin wird von der HSS und dem LPV "Thüringer Rhön" e. V. getragen. Den Anteil des LPV wiederum übernehmen die Stiftung Naturschutz Thüringen und die beiden Landkreise Wartburgkreis und Schmalkalden Meiningen. Der abgestimmte PEPL wird die Grundlage für die Projektumsetzung sein (Projekt II), die eine Dauer von bis zu zehn Jahren haben kann.

Hilfe für rhöntypische Wiesen

Zum offiziellen Auftakt stellten die Verantwortlichen in Frankenheim/Rhön die wichtigsten Ziele vor und betonten die Bedeutung des Vorhabens. Die Projektleiterin Corinna Hoßfeld freut sich auf dieses neue Projekt in ihrer alten Heimat. Sie sieht große Chancen für den Naturschutz durch dieses langfristig angelegte Naturschutzgroßprojekt. „Vor allem, etwas für die rhöntypischen arten- und blütenreichen Wiesen tun zu können, ist eine schöne Aufgabe.“

Nach den Grußworten von Dr. Christiane Paulus und Olaf Möller kamen Dr. Heiko Schumacher (HSS), Walter Beck (LPV „Thüringer Rhön“ e. V.), Peggy Greiser (Landrätin des Landkreises Schmalkalden-Meiningen), Reinhard Krebs (Landrat des Wartburgkreises) und Denis Peisker (Stiftung Naturschutz Thüringen) zu Wort. Ihre Erfahrungen aus dem bereits abgeschlossenen Naturschutzgroßprojekt „Thüringer Rhönhutungen“ teilten Gunar Senf (Agrargenossenschaft Helmershausen eG) und Erik Thümer (Bürgermeister Kaltennordheim) mit. Musikalisch begleitet wurde das Programm vom Musikensemble Vespertilio aus Erfurt.

Im Anschluss an die Festveranstaltung konnten sich interessierte Gäste bei einer Exkursion rund um Frankenheim einen Eindruck vom Projektgebebiet machen.

Ausführliche Informationen zum Projekt mit einer Übersichtskarte des Gebiets finden Sie online unter https://www.ngp-kuppenrhoen.de/.

 

Foto 1: Die Basalthügellandschaft – ein für die Kuppenrhön typisches Landschaftsbild. / Foto: Julia Gombert

Foto 2: Einzelne Lesesteinwälleund Basaltblockhaldenstellen eine Besonderheit des Teilgebietes „Hohe Rhön“ dar. / Foto: Julia Gombert

(Redaktionelle Verwendung bei Nennung der angegebenen Quelle und in Verbindung mit vorliegender Pressemitteilung kostenfrei)

Das Thüringer Umweltministerium in den sozialen Netzwerken: