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Siegesmund: „Energetisches Sanieren schont langfristig Klima und Geldbeutel“ Energiewende: Umweltministerium fördert Sanierungsfahrpläne für Wohngebäude


Erstellt von Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Das Umweltministerium und die Verbraucherzentrale Thüringen schaffen ein neues Angebot für die energetische Sanierung von Wohngebäuden. Eigentümerinnen und Eigentümer, aber auch Mieterinnen und Mieter können ab 1. August einen „Thüringer Sanierungsbonus-Plus“ für individuelle Sanierungsfahrpläne (iSFP) in Anspruch nehmen.

Damit tragen sie nur noch einen Eigenanteil von 10 Prozent an den Kosten für einen Plan zur energetischen Sanierung. Außerdem sichert ein vom BAFA-Energieberater erstellter Sanierungsfahrplan eine 5 Prozent höhere Förderquote bei Bundesfördermitteln.

„Wir wollen der Wärmewende in Thüringen damit weiteren Schwung verleihen. Eine effizientere Heizung, gespeist aus erneuerbarer Energie, eine gedämmte Fassade oder wärmeisolierende Fenster – viele Häuser in Thüringen stehen vor einer Sanierung. Wir wollen die anstehende Modernisierungswelle nutzen und ein attraktives Angebot unterbreiten. Mit dem persönlichen Sanierungsfahrplan erhalten Verbraucherinnen und Verbraucher eine unverbindliche Empfehlung für den Weg zum klimaneutralen Haus“, sagt Umweltministerin Anja Siegesmund zur Wärmeoffensive ihres Ressorts.

„Durch die neue, zusätzliche Förderung wird die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans für Verbraucherinnen und Verbraucher noch einmal deutlich günstiger. Dieses Extra-Bonbon sollten sich die Thüringerinnen und Thüringer bei einer geplanten Sanierung nicht entgehen lassen“, sagt Ralph Walther, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Thüringen.

Das Thüringer Umweltministerium fördert den „Sanierungsbonus-Plus“ bei der Verbraucherzentrale Thüringen allein im Jahr 2021 mit 100.500 EUR. Für die Jahre 2022 und 2023 sind in Summe 388.000 EUR eingeplant. Interessierte können sich ab sofort über das neue Angebot bei der Thüringer Verbraucherzentrale informieren und Anträge herunterladen: https://www.thueringer-sanierungsbonusplus.de/

Und so funktioniert der Sanierungsbonus-Plus:

• Auf der Internetseite www.thueringer-sanierungsbonusplus.de können Verbraucherinnen und Verbraucher das Antragsformular für den Sanierungsbonus-Plus herunterladen.

• Anschließend senden sie das ausgefüllte Formular mit einer Kopie der Rechnung per Post an die Verbraucherzentrale Thüringen.

• Die Verbraucherzentrale überweist den Sanierungsbonus (= Differenz aus Gesamtausgaben für die Energieberatung abzüglich 10 % Eigenanteil abzüglich BAFA-Förderung) dann direkt an den Verbraucher.

Kombiniert mit der Förderung des Bundes (maximal 80 Prozent BAFA; max. 1.300 EUR für ein Ein- oder Zweifamilienhaus; max. 1.700 EUR für ein Mehrfamilienhaus), erhalten Thüringerinnen und Thüringer so erstmals eine 90 Prozent Förderung für die Erstellung eines iSFP. Den Namen „Sanierungsbonus-Plus“ trägt das Angebot, weil ein heute erstellter Sanierungsfahrplan zudem die Zuschüsse des Bundes bei einer Umsetzung um 5 Prozent erhöht.

 

Hintergrund:

Rund 35 % des gesamten Endenergieverbrauchs in Deutschland entfallen auf den Gebäudebereich, davon der Großteil auf Wohnhäuser. Für das Erreichen der Klimaziele – Thüringen strebt laut Klimagesetz bis spätestens 2050 einen klimaneutralen Gebäudebestand an – muss die aktuelle Sanierungsrate von 1 % auf mindestens 2 % Prozent anwachsen.

Beispiel (1) für die Kosten eines individuellen Sanierungsfahrplans für ein Einfamilienhaus:Der Energieberater oder die Energieberaterin schickt für das Erstellen eines iSFP eine Rechnung über 2.000 EUR. 10 Prozent Eigenanteil, also 200 EUR, trägt der Verbraucher/die Verbraucherin. Von den verbleibenden 1.800 EUR werden vom Bund 1.300 EUR (Maximalbetrag für Einfamilienhäuser) übernommen. Den offenen Restbetrag von 500 EUR übernimmt das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) mit der neuen Förderung aus der Wärmeoffensive. Damit sichert das TMUEN stabil eine attraktive Förderquote von 90 Prozent ab.

Beispiel (2): Ein Projekt „Dämmung der Hausfassade“ soll 50.000 EUR kosten und ist eine zuvor im iSFP definierte Maßnahme. Der Hauseigentümer erhält auf seinen Antrag im Bundesförderprogramm „Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle“ im Standard 10.000 EUR Fördermittel. Durch den zuvor erstellten iSFP kommt noch ein Förderbonus von 5 Prozent Gesamtkosten (= 2.500 EUR = 5 Prozent von 50.000 EUR) hinzu.

Weitere Zahlen, Daten, Fakten:

- In Thüringen gibt es rd. 532.000 Wohngebäude, davon 84 % Ein- o. Zweifamilienhäuser (Stand: 2019)

- 18 % aller Ein- u. Zweifamilienhäuser sowie 10 % aller Mehrfamilienhäuser entstanden nach 1990

- Fast zwei Drittel aller Ein- u. Zweifamilienhäuser sowie ein Drittel aller Mehrfamilienhäuser entstanden vor 1948

- Im ersten Jahrzehnt nach 1990 gab es intensive Sanierungen, dennoch ist der Niedrigste-Energie-Gebäudestandard bei Weitem nicht erreicht

- Im Jahr 2020 gab es aus Thüringen 316 Anträge auf Förderung eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (neben der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zuständig für die Bundesförderung energieeffiziente Gebäude)

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