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Energieminister/innen-Konferenz: Sicherheit, Erneuerbare Energien, Netzausbau | Thüringen unterstützt Antrag für Solar-Offensive


Erstellt von Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Energieministerin Siegesmund: „Versorgungssicherheit und Ausbau der erneuerbaren Energien als Leitplanken“ Angesichts der russischen Invasion in der Ukraine verständigten sich Bund und Länder beim heutigen Treffen der Energieministerinnen und –minister (EMT) auf neue energiepolitische Initiativen.

U.a. der schnellere Ausbau der erneuerbaren Energien, leistungsfähige Netze als Grundpfeiler der Versorgungssicherheit und ein hohes Maß an Energieeffizienz sollen den zügigen Abschied von fossilen Importen insbesondere aus Russland einleiten. Thüringen unterstützte dabei einen Antrag für mehr Solarstrom.

„Sicher, bezahlbar und klimaneutral, die Ziele für ein zukunftsfähiges Energiesystem haben mit dem Angriff Putins auf die Ukraine eine neue Dringlichkeit bekommen. Das zeigen auch die heute in großer Einigkeit gefassten Beschlüsse. Die energiepolitische Zeitenwende fordert schnell wirksame Initiativen, u.a. für den Ausbau der Solarenergie. Deswegen ist es gut, dass ein Beschluss für einen zügigen Solarausbau verabschiedet wurde, den Thüringen ausdrücklich unterstützt ist“, sagte Energieministerin Anja Siegesmund heute in Erfurt.

Der Solar-Antrag will Hürden für den zügigen PV-Ausbau in Deutschland abbauen. So soll das Ausbauziel für Photovoltaik im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) deutlich angehoben werden. Zusätzlich sollen stärkere Anreize für den Solar-Ausbau auf Dächern folgen. Bislang sei das Potenzial von Gebäuden in Städten und Gemeinden nicht ausgeschöpft. Dazu gehöre auch ein höherer Strom-Eigenverbrauch von großen Dachanlagen, der aktuell nur schwer zu realisieren ist.

Große Potenziale sieht Siegesmund auch beim Mieterstrom, nach wie vor seien die Regelungen hier zu unübersichtlich und zu bürokratisch. Um die Attraktivität des Mieterstrommodells erheblich zu steigern, sollte der administrative Aufwand für die Betreiber auf das notwendige Minimum reduziert werden.

Ein weiterer Beschlusspunkt zielt auf die Beteiligung von Gemeinden und Städten an der Wertschöpfung aus den erneuerbaren Energien. „Eine finanzielle Teilhabe von Kommunen ist für die Akzeptanz und den beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren sehr wichtig. Daher sollte die verpflichtende Regelung für eine finanzielle Teilhabe von Kommunen auf alle neuen Freiflächen-Photovoltaikanlagen und Windenergie-Anlagen ausgedehnt werden,“ so Siegesmund.

Wenige Tage nach dem Treffen von Energieministerin Siegesmund mit dem Thüringer Bauernverband (TBV), bei dem es auch um den Ausbau der Agri-Photovoltaik in Thüringen ging, zielt auch der heutige PV- Antrag auf eine Stärkung des Ausbaus durch eine Privilegierung der Agri-PV. Die Bundesregierung möge das Baugesetzbuch entsprechend ändern und die Genehmigung von Agri-PV-Projekten erleichtern, so der heutige Beschluss.

Hintergrund

In ganz Thüringen sorgen derzeit rund 38.000 PV-Anlagen (Stand: 31.12.2021; Quelle Marktstammdatenregister) für klimafreundlichen Strom. Die installierte Leistung liegt bei 1.970 Megawatt. Damit werden aktuell rd. 16 Prozent des Thüringer Stromverbrauchs aus Sonnenenergie gewonnen.

Der Ökostromanteil für den in Thüringen produzierten Strom lag im Jahr 2020 bei 61,6 Prozent (6.700 GWh von insgesamt 10.900 GWh in 2020). Dabei setzt sich der Ökostrom-Mix in 2020 wie folgt zusammen:

  1. Wind                          47,5 Prozent
  2. Biomasse                   26,2 Prozent
  3. Photovoltaik             23,0 Prozent
  4. Laufwasser                  2,7 Prozent

 

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