Siegesmund: „Neue Technologien für den Klimaschutz schaffen regionale Wirtschaftskraft“ Klimaschutz: Millionenförderung für Energie aus Wasserstoff & CO2


Erstellt von Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Umweltministerin Anja Siegesmund übergab heute einen symbolischen Förderbescheid über rund 8 Mio. EUR an den Zweckverband für Abfallwirtschaft Südwestthüringen (ZASt). Damit soll bis 2023 in Zella-Mehlis eine bundesweit einzigartige Anlage zur nachhaltigen Produktion von Methanol entstehen.

„Klimaschutz ist der Antrieb für Innovation und Wirtschaftskraft. Hier liegen große Chancen auch für Thüringer Unternehmen. Das zeigt die mutige Entscheidung für die erste Methanol-Produktion dieser Art. Sie reduziert CO2-Emissionen, setzt auf Erneuerbare Energie und sorgt für stabile Gebühren. Ein wegweisendes Projekt, das wir gern unterstützen“, sagte Umweltministerin Anja Siegesmund.

Aus dem Abgasstrom der Müllverbrennungsanlage in Zella-Mehlis wird zukünftig ein Teil des Klimakillers CO2 ausgewaschen. Gleichzeitig fließen bislang ungenutzte Stromüberschüsse aus dem hauseigenen Blockheizkraftwerk in die Erzeugung von Wasserstoff. Aus beiden Ausgangstoffen, Wasserstoff und CO2, wird Methanol in flüssiger Form hergestellt, das als Energiespeicher dient.

Umwelt und Klima freut es, denn das strombasierte Methanol kann konventionelle fossile Energieträger wie Kohle, Öl und Gas ersetzen. Zudem sorgt die Anlage für ein Minus des lokalen Schadstoffausstoßes in die Luft. Die CO2-Emmissionen der Restabfallbehandlung sinken um 10.000 Tonnen pro Jahr.

Methanol kann dann als Grundstoff in der chemischen Industrie oder als strombasierter, synthetischer Kraftstoff eingesetzt werden - ein wichtiger Beitrag für die Dekarbonisierung im Rahmen der Energiewende. Der Zweckverband ZASt investiert fast 23 Mio. EUR in die Anlage. Das Thüringer Umweltministerium unterstützt das Projekt mit einer Förderquote von 35% aus dem Programm „Green Invest“.

Da Strompreise an der Börse starken Schwankungen unterliegen, suchte der Zweckverband eine nachhaltige Lösung, um u. a. stabile Abfall-Gebühren für die Menschen der Region zu gewährleisten. Ein Ansatz dafür ist die Produktion strombasierter Rohstoffe. Etliche Untersuchungen brachten die Methanol-Produktion als wirtschaftliches Modell hervor.

Hintergrund

Der Zweckverband ist verantwortlich für die umweltgerechte Entsorgung aller Abfälle aus dem Verbandsgebiet Südwestthüringen mit ca. 480.000 Einwohnern, insbesondere bezüglich der Abfälle, die nicht mehr stofflich verwertet werden können. Er betreibt dazu seit 2008 am Standort Zella-Mehlis eine thermische Restabfallbehandlungsanlage (RABA) mit einer Jahreskapazität von ca. 160.000 Tonnen. Die RABA erzeugt im Jahr durchschnittlich ca. 100.000 MWh Fernwärme und ca. 70.000 MWh Strom aus der thermischen Verwertung des Abfalls.

Hinweis: In einer früheren Version wurde eine falsche, zu niedrige Zahl für die CO2-Reduktion verwendet. Diese Zahl ist auf 10.000 t/Jahr korrigiert.

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