Siegesmund: „Auch in diesem Jahr bis zu 1,5 Millionen Euro weitere Förderung der Elektromobilität.“ Elektromobilität: Attraktive Förderung für Wirtschaft & Kommunen beim Kauf von E-Autos und Ladesäulen


Erstellt von Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Das Umweltministerium unterstützt erstmals auch Thüringens Wirtschaft beim Umstieg auf E-Mobilität im eigenen Fuhrpark. Neben Kommunen erhalten Unternehmen und Freiberufler Förderung für den Kauf rein elektrischer Fahrzeuge sowie den Bau von Ladesäulen. Damit soll das öffentliche Ladenetz in Thüringen noch dichter werden.

E-Ladesäule am Thüringer Umweltministerium
E-Ladesäule am Thüringer Umweltministerium

„Klima- und umweltfreundliche Mobilität hat Vorfahrt. Gerade beim Straßenverkehr brauchen wir mehr Klimaschutz, hier hat sich in den letzten Jahren am wenigsten verbessert. In Thüringen wollen wir unseren positiven Trend, sowohl bei den Zulassungszahlen der Fahrzeuge als auch bei der Ladeinfrastruktur, weiter unterstützen. Das lohnt sich für Klima und Wirtschaft gleichermaßen“, so Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund. „Eine lückenlose öffentliche Ladeinfrastruktur ist Voraussetzung für den Umstieg auf klimafreundliche Antriebstechnologien. Hier haben die kommunalen Energieversorger in den vergangenen Jahren wertvolle Vorarbeit geleistet, obwohl ein wirtschaftlicher Betrieb der Ladepunkte nach wie vor nicht überall möglich ist. Dieses Engagement wollen wir weiter unterstützen.“  

Anschaffen neuer E-Fahrzeuge und Umrüstung von Verbrennern

Kauf oder Leasing rein batterieelektrischer Fahrzeuge fördert das Umweltministerium mit der angepassten Förderrichtlinie jetzt auch in Unternehmen. Eine Förderung der von außen aufladbaren Plug-in-Hybridfahrzeuge ist weiterhin ausgeschlossen. Der Fördersatz beträgt hierbei wie auch für alle anderen Antragsteller 40 Prozent bzw. max. 4.000 Euro für private Unternehmen und bis zu 12.000 Euro für Kommunen, Landkreise und Zweckverbände. Eine Doppelförderung mit dem „Umweltbonus“ des Bundes ist nicht möglich. E-Fahrzeuge, die sich auf der Liste der förderfähigen E-Fahrzeuge des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) befinden, sollen daher vorrangig über das Bundesförderprogramm gefördert werden.

Neben Unternehmen profitieren weiterhin kommunale Unternehmen, Wohnungsbaugenossenschaften (e.G.), Religionsgemeinschaften, Anstalten, Körperschaften und Stiftungen öffentlichen Rechts, Vereine mit Gemeinnützigkeitsstatus sowie gemeinnütze Organisationen, Wohlfahrtsverbände und private Pflegeanbieter von „E-Mobil Invest“.

Für Pkw und Nutzfahrzeuge sind für diese Antragsteller folgende Maximalbeträge definiert:

·         mit einem zulässigen Gesamtgewicht von max. 3,5 Tonnen gibt es max. 8.000 Euro,

·         für Nutzfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 t bis 7,5 Tonnen max. 30.000 Euro und

·         für schwere Nutzfahrzeuge mit mehr als 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht max. 100.000 Euro je Fahrzeug.

Außerdem wurde die Förderung für die Umrüstung bestehender Nutzfahrzeuge mit Diesel- oder Benzinantrieb auf 30.000 € erhöht. Eine Umrüstung von Bestandsfahrzeugen kommt insbesondere bei speziellen Anwendungsgebieten und überall dort in Betracht, wo für den jeweiligen Anwendungszweck noch keine marktfähigen E-Fahrzeuge verfügbar sind.

Angepasste Förderung öffentlicher Ladepunkte

Die bereits bestehende Förderung wurde an die Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur des Bundesverkehrsministeriums angepasst und für alle Unternehmensformen geöffnet. Dadurch erfolgt die Förderung nun je öffentlichem oder halböffentlichem Ladepunkt. Zusätzlich fließen Fördermittel auch in den Netzausbau. Daneben werden durch die Anpassung an die Bundesförderrichtlinie beihilferechtliche Vereinfachungen für private und öffentliche Unternehmen ermöglicht.

Die Förderregeln im Einzelnen:

  • Je Normalladepunkt bis einschließlich 22 kW ist eine Förderung von max. 3.000 Euro,
  • je Schnellladepunkt größer 22 bis kleiner als 100 kW max. 12.000 Euro
  • und je Schnelladepunkt ab einschließlich 100 kW max. 30.000 Euro möglich.

Ergänzend wird nun auch der Netzanschluss der Ladepunkte pro Standort mit bis zu 50 Prozent und bei einem Anschluss an das Niederspannungsnetz mit max. 5.000 Euro sowie für den Anschluss an das Mittelspannungsnetz mit max. 50.000 Euro gefördert.

Förderung von Studien und Gutachten zum Wechsel auf alternative Antriebe

Neu ist auch die Förderung von Studien, Gutachten und Machbarkeitsstudien zur Beantwortung ökonomischer, rechtlicher und organisatorischer Fragestellungen im Vorfeld der Umstellung von Fuhrparken auf Elektromobilität. Hierfür sind Förderungen in Höhe von bis zu 75 Prozent bzw. max. 20.000 € je Antragsteller möglich.

Hintergrund

Aktuell derzeit gibt es in Thüringen rund 400 öffentliche Ladesäulen mit mehr als 800 Ladepunkten. Ihre Zahl wuchs dank gemeinsamer Ausbauoffensive der TEAG und der Thüringer Stadtwerke in 4 Jahren auf das Zehnfache an. Ein verstärkter Ausbaubedarf besteht zukünftig vor allem im Bereich von Schnelladehubs und in Wohnquartieren.

Weitere Informationen, Förderberatung und Antragstellung bei der Thüringer Aufbaubank unter: www.aufbaubank.de.

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