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Siegesmund: ,,Ein Erfolg für mehr Klima- und Artenschutz in der Landwirtschaft“ Bundesrat: Thüringer Entschließungsantrag für Agroforstsysteme mit breiter Mehrheit angenommen


Erstellt von Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Der von Thüringen auf Initiative des Umweltministeriums in den Bundesrat eingebrachte Entschließungsantrag ,,Initiative Biodiversität und Klimaschutz – Neue Wege der Landnutzung wagen – Agroforstwirtschaft im Verwaltungssystem verankern“, wurde in der heutigen Bundesratssitzung vom 25. Juni 2021 mit breiter Zustimmung der Länder beschlossen.

Umweltministerin Anja Siegesmund, mit verschränkten Armen in einem Park
Umweltministerin Anja Siegesmund

Damit ist die Bundesregierung aufgefordert, neue Fördermöglichkeiten für mehr Büsche, Bäume, Sträucher auf Äckern in der Landwirtschaft vorzubereiten und umzusetzen.

Dazu erklärt Umweltministerin Siegesmund: „Das ist ein tolles Zeichen für die Landwirtinnen und Landwirte, die Strukturreichtum und Artenvielfalt mit Hilfe von Agroforstsystemen stärken wollen. Wir legen damit ein weiteres Angebot vor, um Landwirtschaft, Artenschutz und Klimaschutz in guten Einklang zu bringen. Agroforst hat gleich mehrere Vorteile: Mehr Strukturreichtum beugt Erosionen vor und verbessert die Wasserrückhaltefähigkeit und Beschattung. Das ist insbesondere bei den erwartbaren kommenden Trockenheitsperioden wichtig. So sparen Betriebe langfristig auch Kosten und grüne Oasen auf größeren Äckern verstärken den Artenschutz. Eine Win-Win-Situation, über die wir mit dem Bauernverband und der Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft in gutem Austausch sind.“

Der heute vom Bundesrat beschlossene Entschließungsantrag Thüringens fordert die Bundesregierung auf, bestehende Hemmnisse für Landwirtinnen und Landwirte beim Anlegen von Gehölzflächen auf Ackerland abzubauen. Insbesondere fordert die Thüringer Initiative, dass Gehölzstreifen von Agroforstsystemen, anders als bisher, als jederzeit umkehrbarer Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche anerkannt werden und auf Bundesebene eine entsprechende, rechtssichere Definition von Agroforstsystemen geschaffen wird. Um den Einstieg für interessierte Landwirt*innen zu erleichtern, setzt sich das Umweltministerium zudem für eine Investitionsförderung bei der Neuanlage von Agroforstsystemen im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) ein.

 

Hintergrund:

Agroforstwirtschaft bezeichnet ein landwirtschaftliches Produktionssystem, das den Anbau von einjährigen Ackerkulturen mit der Nutzung von reversiblen mehrjährigen Gehölzen kombiniert. Die reversiblen Gehölze, wie Obstbäume, Nutzhölzer und Hecken sind hierbei ein umkehrbarer Teil der landwirtschaftlichen Nutzung und Produktion. Die Einkommen aus Obst- und Holzproduktion sowie die bioenergetische Nutzung können so das wirtschaftliche Risiko von Landwirten breiter streuen.

Darüber hinaus, sorgen die Gehölzstreifen für verbesserten Schutz vor Wind, Wasser und Sonne, denn die Gehölzstreifen schützen vor windbedingter Bodenerosion, sorgen für einen besseren Wasserhaushalt dank verbesserter Wasseraufnahme und -speicherung und schützen die Ackerpflanzen somit gleichsam vor Überschwemmungen bei Extremwetter und Austrocknung im Sommer. Aber auch die ökologischen Vorteile sind groß. Die Gehölzstreifen können ein Lebensraum für viele Pflanzen- und Tierarten sein, sie fördern die Biodiversität und Biotopvielfalt in landwirtschaftlichen Regionen, werten durch Strukturreichtum das Landschaftsbild und den Lebensraum auf und erhöhen damit auch die Akzeptanz und Wertschätzung für die Landwirtschaft. Darüber hinaus können die Gehölzstreifen ein für die Gesellschaft wertvoller CO2-Speicher sein.

 

 

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