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Umweltstaatssekretär Vogel: „Nutzung und Schutz einer einzigartigen Kulturlandschaft“ Biosphärenregion Rhön: Weiterentwicklung für einzigartiges Mosaik des Lebens durch Zuwachs bei Kern- und Pflegezone | Öffentlichkeitsbeteiligung für neue Verordnung


Erstellt von Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Umweltstaatssekretär Burkhard Vogel wirbt für Beteiligung der Region an der neuen Verordnung für das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön.

Blick auf den Baier, ein Berg vulkanischen Ursprungs
Blick auf den Baier (713,9 m ü. NHN), ein Berg vulkanischen Ursprungs, und den Ort Unteralba am Nordrand der Rhön. (© Foto: Karl Friedrich Abé)

Bei seinem heutigen Besuch in der Thüringer Verwaltung des Dreiländer-Schutzgebiets in Zella sagte er:

„Die Rhön ist eine einzigartige, vom Menschen über Jahrhunderte geprägte Kulturlandschaft und ein ganz besonderes Kleinod der Artenvielfalt. Die naturnahe Nutzung hat hier ein buntes Mosaik des Lebens entstehen lassen. Thüringen trägt gemeinsam mit Bayern und Hessen große Verantwortung, diesen Schatz zu bewahren. Dem wollen wir mit der neuen Verordnung auch gerecht werden. Denn Klimakrise und Artensterben sind große Aufgaben, die wir aktiv angehen wollen.“

Profitieren sollen davon auch gefährdete Arten der Roten Listen. Dazu gehören u. a. die nur in der Rhön vorkommende Rhön-Quellschnecke, die Alpenspitzmaus oder die Wildkatze Bei ihrem Schutz geht es sowohl um die auch für Erholungssuchende sehr attraktiven Lebensräume selbst, als auch um die Herstellung von Wanderungsmöglichkeiten. Dafür soll die Kernzonenfläche auf 3 Prozent und die Pflegezonenfläche auf 17 Prozent wachsen. Damit würden auch die Kriterien der UNESCO für Biosphärenreservate erfüllt. Die Außengrenze des Biosphärenreservats bleibt unverändert.

Mit der modernisierten Verordnung soll auch die weitere Anerkennung durch die UNESCO gesichert werden. Das stärkt nicht nur den Artenschutz, sondern schützt auch die für den Menschen attraktive und den Tourismus wichtige Landschaft.

Flächen im Privat- oder Kommunaleigentum sind von den neuen Kernzonen nicht betroffen. Bereits heute ist dort die forstliche Nutzung in weiten Teilen eingestellt. In den geplanten Pflegzonen ist Land- und Forstwirtschaft grundsätzlich zulässig, hier steht die naturnahe Bewirtschaftung im Mittelpunkt. So werden Lebensräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten erhalten. Gleichzeitig sind dort naturverträgliche Formen der Erholung wie Wandern, Rad fahren oder das ruhige Naturerleben möglich.

Der Entwurf der Verordnung besteht aus einem Text mit Anlagen und Karten. Die Unterlagen liegen bis zum 4. November im Thüringer Umweltministerium, den Landratsämtern Wartburgkreis und Schmalkalden - Meiningen öffentlich aus. Anregungen, Einwendungen und Bedenken können postalisch oder per E-Mail (BiosphaereRhoen@tmuen.thueringen.de) eingereicht werden an:

UNESCO-Biosphärenreservat Rhön
Thüringer Verwaltung
Propstei Zella
Goethestraße 1
36466 Dermbach OT Zella/Rhön

Hintergrund

Weltweit ist die Rhön das bekannteste UNESCO-Biosphärenreservat Deutschlands. Durch die Wiedervereinigung wurde die Rhön im Dreiländereck Bayern, Hessen und Thüringen wieder zur Mitte Deutschlands. Seit 1991 ist sie als Biosphärenreservat durch die UNESCO anerkannt. Das „Land der offenen Fernen“ besitzt im Gegensatz zu anderen deutschen Mittelgebirgen auf ihren Gipfeln eine weitgehend unbewaldete Kulturlandschaft mit prächtigem Ausblick in die Umgebung.

Mit rund 2.430 km² - annähernd so groß wie das Saarland - hat das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön mit seinen vielen kleinen und mittelgroßen Gemeinden Anteil an sechs Landkreisen, davon die Thüringer Landkreise Schmalkalden-Meiningen und Wartburgkreis. Die Thüringer Rhön nimmt im Nordosten ein Fünftel des UNESCO-Biosphärenreservats ein.

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