Siegesmund: „Unsere Natur braucht Vielfalt“ Biologische Vielfalt: Im Ilm-Kreis startet die Flächenansaat für neue blühende Feldraine in Thüringen


Erstellt von Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Mit gras- und krautbewachsenen Randstreifen zwischen Acker und Feldweg oder zwischen Ackerschlägen wird der Insektenschutz in Thüringen verstärkt.

Blühstreifen bei Pfiffelbach - Foto: H. Wenzel

Über das Projekt „VIA Natura 2000 – Vernetzung für Insekten in der Agrarlandschaft zwischen Natura 2000-Gebieten in Thüringen“, das im Bundesprogramm Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) gefördert wird, stehen dafür Mittel des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) in Höhe von rund 4,8 Millionen Euro zur Verfügung sowie rund 600.000 Euro vom Thüringer Umweltministerium.

Für eine der ersten Ansaaten im Rahmen des Projektes konnte die Natura 2000-Station „Gotha/Ilm-Kreis“, einer der Partner im Projekt, unter anderem die Gemeinde Amt Wachsenburg und die Agrargenossenschaft „Drei Gleichen Mühlberg e.G.“ gewinnen. Am 24. März wird auf einer Gemeindefläche eine Wildkräuter- und Gräsermischung für einen blühenden und insektenfreundlichen Feldrain ausgebracht.

Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund erklärt: „Unsere Natur braucht Vielfalt. Ausgeräumte Agrarlandschaften bieten zu wenige Lebensräume für Insekten - und damit auch für vertraute Feldvögel, die so ihre Nahrungsquellen verlieren. Hier helfen neue blühende Feldraine. Sie bieten Bestäubern und anderen Insekten ein vielfältiges Blütenangebot - auch solchen, die als landwirtschaftliche Nützlinge biologische Schädlingsbekämpfung leisten können.“

Die Natura 2000-Station „Gotha/Ilm-Kreis“ betreut in den beiden Landkreisen 31 Natura 2000-Gebiete. Dabei umfasst der Zuständigkeitsbereich der Station auch die Areale zwischen den Schutzgebieten. Die Leiterin der Station „Gotha/ Ilm-Kreis“, Claudia Müller betont: „Feldraine waren früher zahlreich an Wegen und Ackerrändern zu finden und prägten das Landschaftsbild maßgeblich mit. Die Neuanlage oder Wiederherstellung dieser traditionellen Saumbiotope ist nicht nur für Insekten in der Agrarlandschaft und zur ökologischen Vernetzung unserer Schutzgebiete außerordentlich wichtig. Sie tragen auch zum Erholungswert in der Natur und der Wertschöpfung der Region bei. “Träger der Natura 2000-Station „Gotha/Ilm-Kreis“ ist die Naturforschende Gesellschaft Altenburg e.V..

Weitere Flächenansaaten im gesamten Projektgebiet, das die Zuständigkeitsbereiche von fünf Natura 2000-Stationen umfasst, folgen im Frühjahr und im Herbst 2021 sowie in den nächsten Jahren. Ziel ist es unter anderem, über die gesamte Projektlaufzeit von Mai 2020 bis April 2026 mindestens 55 Hektar Feldraine neu anzulegen. Die Projektflächen werden auf Basis umfassender, flurstücksgenauer Biotopverbundplanung ausgewählt. Weitere Informationen erhalten Sie auf www.via-natura-2000.de.

 

Hintergrund:

Ziel des im Bundesprogramm Biologische Vielfalt geförderten Projektes „VIA Natura 2000“ ist es, die historisch gewachsene Kulturlandschaft in einigen Bereichen Thüringens durch die Zusammenarbeit zwischen Naturschutz, Landwirtschaft, Kommunen und weiteren Interessierten zu schützen. Die Stiftung Naturschutz Thüringen, die Träger der beteiligten fünf Natura 2000 Stationen und die Umwelt- und Agrarstudien GmbH setzen sich als Projektteam ein, um artenreiche, bunte Feldraine neu anzulegen oder ökologisch aufzuwerten sowie dauerhaft zu erhalten. Besonders im Vordergrund steht dabei die Verbesserung des Biotopverbundes, insbesondere zwischen Natura 2000-Gebieten und eine Erhöhung der Artenvielfalt. Blütenbesuchende Insekten profitieren davon besonders.

Die regionalen Verbundpartner sind: Landschaftspflegeverband Altenburger Land e.V. (Natura 2000-Station "Osterland"), Naturforschende Gesellschaft Altenburg e.V. (Natura 2000-Station "Gotha/Ilm-Kreis""), Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser e.V. (Natura 2000-Station "Südharz/Kyffhäuser"), Wildtierland Hainich gGmbH (Natura 2000-Station "Unstrut-Hainich/Eichsfeld"), Landschaftspflegeverband Mittelthüringen e.V. (Natura 2000-Station "Mittelthüringen/Hohe Schrecke").

Weitere Informationen finden Sie auch auf den Seiten des Bundesamtes für Naturschutz:

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