Siegesmund: „Wir brauchen neue Vergütungskonzepte für Biomasseanlagen“ Bioenergie: Perspektive für Klimaschutz und Landwirtschaft gefordert


Erstellt von Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Thüringen drängt weiter auf eine sichere Zukunft der Bioenergie als tragende Säule der Energiewende. Eine gemeinsame Initiative mit Rheinland-Pfalz steht dazu in der morgigen Bundesratssitzung zur Abstimmung. Darin wird die Bundesregierung aufgefordert, neue Förderinstrumente außerhalb des EEG zu entwickeln. Ansonsten drohe zahlreichen Anlagen in ganz Deutschland in den kommenden Jahren das Aus.

Biogasanlage
© Ina Thieme

„Biomasseanlagen vereinen Klima- und Umweltschutz, zudem sichern sie der Landwirtschaft verlässliche Einnahmen. Für unsere Klimaschutzziele ist die Bioenergie unverzichtbar. Wir brauchen die von der Bundesregierung angekündigten neuen Vergütungskonzepte so schnell wie möglich. Einen weiteren Rückschritt bei der Energiewende können wir uns nicht leisten. Dann verlieren wir in den kommenden Jahren viele Anlagen und viel klimafreundliche Energie“, sagte Umweltministerin Anja Siegesmund.

Biomasseanlagen gelten als flexible Arbeitsbienen der Energiewende. Sie stehen sowohl für die Grundlastsicherung im Stromnetz, können aber auch für Spitzenlast leicht zugeschaltet werden. Darüber hinaus erzeugen sie Wärme und Kraftstoffe. Zugleich schließen die Anlagen Nährstoffkreisläufe, steigern die Düngeeffizienz und tragen damit aktiv zum Boden- und Gewässerschutz bei.

Für 50 von aktuell 264 Biogasanlagen in Thüringen läuft innerhalb der kommenden 5 Jahre die staatliche EEG-Förderung aus. Hier sind neue Förderinstrumente, aber auch alternative Nutzungskonzepte gefragt. Die Bioenergie ist für Thüringen ein besonders wichtiger Energieträger. Die 264 Bioenergie-Anlagen in Thüringen sorgen derzeit für ein Drittel der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien. Hingegen liegt dieser Anteil bundesweit nur bei einem Viertel.

Hintergrund

Die Bundesregierung hatte bereits im Oktober 2019 in ihrem „Klimaschutzprogramm 2030“ Maßnahmen zur verstärkten energetischen Nutzung von Wirtschaftsdüngern, landwirtschaftlichen Reststoffen und von ökologisch vorteilhaften Substraten in Biogasanlagen in den Raum gestellt. Konkrete Regelungen blieben bislang aus.

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