Siegesmund: „Ehrenamtlicher Amphibienschutz kann an Hotspots entlastet werden“ Amphibienschutz: Neues Gutachten zeigt Handlungsbedarf in Thüringen


Erstellt von Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Auch in diesem Frühjahr wandern in Thüringen hunderttausende Amphibien zu ihren Laichplätzen. Jedes Jahr bauen deshalb hunderte freiwillige Helfer allein in Thüringen an über 150 Schwerpunktstellen temporäre Zäune auf, damit die Tiere nicht überfahren werden, wenn sie Straßen queren.

Die Zäune müssen über Wochen täglich betreut werden. Ein zunehmend aufwendiges Unterfangen. Der Verein für Amphibien- und Reptilienschutz in Thüringen (ART e.V.) hat daher mit finanzieller Unterstützung des Thüringer Umweltministeriums ein Gutachten erstellt, das die 17 bedeutsamsten Querungsstellen ermittelt hat und baulich hilfreiche Veränderungen aufzeigt.

„Mein Dank geht an die vielen Ehrenamtlichen, die wandernde Tiere täglich in Eimern abfangen und sicher über die Straße tragen. Sie brauchen mehr Unterstützung, auch durch bauliche Maßnahmen – das zeigt das neue Gutachten. Hier werden wir auf eine gemeinsame Kraftanstrengung von Umwelt- und Verkehrsministerium hinarbeiten – damit der Landtag schließlich die erforderlichen Mittel in die Haushalte der nächsten Jahre einstellen kann“, so Ministerin Anja Siegesmund.

„An bestehenden Straßen sind nur an wenigen Schwerpunkten des Wandergeschehens stationäre Querungsanlagen für Amphibien und andere wandernde Tiere eingebaut. An gut einem Dutzend weiteren besteht das Erfordernis, die Errichtung dauerhafter Amphibienschutz-Anlagen prioritär umzusetzen. Nun stehen die Abstimmungen mit den Straßenbaulastträgern an“, so Ulrich Scheidt, der Vorsitzende des ART e.V. „Die Anzahl der wandernden Tiere, als auch der Schutz- und Gefährdungsgrad der wandernden Arten wurde ebenso berücksichtigt, wie die Situation der Betreuer, insbesondere deren Gefährdung an den Straßen. Aber auch die Qualität der jetzigen Sicherungsmaßnahmen und die voraussichtlichen Kosten einer stationären Anlage wurden betrachtet.“

 

Das komplette Gutachten finden Sie hier: www.amphibienschutz-thueringen.de

 

Hintergrund

Amphibien sind heute die weltweit am meisten gefährdete Wirbeltierklasse. In Thüringen sind 68 % der vorkommenden Amphibienarten bedroht. Gefährdet werden sie hauptsächlich durch die Beseitigung oder Eutrophierung (v.a. durch anthropogen verursachte Nährstoffeinträge) der Laichgewässer und durch die Vernichtung vielfältig strukturierter Landlebensräume. Die Eignung der Laichgewässer wird für viele Arten auch durch Fischbesatz gemindert. Amphibien sind des Weiteren durch den Straßenverkehr, Biozide und vermutlich auch Schwermetalle sehr stark gefährdet.

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